Ausbildung Westmittelfranken

Ausbildungsstellensituation in Westmittelfranken

ANSBACH (LZ). Im Jahr 2018 wurden 1.708 neue Ausbildungsverträge der Industrie- und Handelskammer (IHK) in Westmittelfranken abgeschlossen. Das ist ein Plus von 3,1 % im Gegensatz zum Vorjahr. Stefan Kastner, Leiter des Geschäftsbereichs Berufsbildung der IHK Nürnberg für Mittelfranken, und Karin Bucher, Leiterin der IHK-Geschäftsstelle Ansbach, informierten über die Ausbildungsstellensituation in der Region. Auffällig ist die Zahl bei den technischen Berufen, denn diese stieg um 6,9 % auf 713 Ausbildungsverträge. Auf 264 unversorgte Bewerber in Mittelfranken (- 17,2 %) kommen insgesamt 2.516 unbesetzte Stellen (+ 6,1 %). In einer Ausbildungsstellenumfrage der IHK gaben 58,5 % der Betriebe an, dass sie keine Bewerbungen bekommen haben. „Wenn sich niemand auf die Stellen bewirbt, kann man auch niemanden einstellen“, so Kastner. Immer mehr Jugendliche entschließen sich dazu, auf weiterführende Schulen oder studieren zu gehen.

Er bedauere es außerdem sehr, dass in den technischen Berufen weiterhin Jungen den Hauptanteil mit 86,8 % ausmachten. „Die Mädchen haben immer noch eine ganz falsche Vorstellung von diesem Berufsbild, obwohl die technischen Berufe eigentlich die anspruchsvolleren sind.“ Karin Bucher ist der Meinung, dass Girls‘ Day und Boys‘ Day angesichts der Tatsachen immer noch absolute Berechtigung hat. Betrachtet man die Neueintragungen 2018 nach der schulischen Vorbildung, so wird deutlich, dass vor allem in den technischen Berufen die schwächeren Jugendlichen mit einem mittleren Schulabschluss eine Chance von den Unternehmen bekamen.

Für die IHK ist es besonders wichtig, dass die Schülerinnen und Schüler vor und während der Ausbildung gut beraten und betreut werden. Ein Beispiel ist das bayernweit erfolgreiche Projekt: IHK-AusbildungsScouts – peer-to-peer-Ansatz. Dabei stellen Azubis in allgemeinbildenden Schulen die duale Berufsausbildung und mögliche Karrierewege vor. Mit diesem Projekt wurden bereits 40 % der mittelfränkischen Schulen erreicht. Auch die Qualitätssicherung in der Ausbildung ist wichtig. Eine Mitarbeiterin der IHK bietet Unterstützung an und spricht sowohl Unternehmen als auch Azubis an, um die Ausbildungsqualität zu verbessern. Wichtige Punkte sind dabei Ausbildungsabbrüche, Mehrfachwiederholer, „auffällige“ Betriebe sowie niederschwelliges Beschwerdemanagement. Ein weiteres besonderes Projekt ist der Azubi-Ausweis. Er beinhaltet die Identifikation des Azubis, den Ansprechpartner der IHK und Vergünstigungen, wie zum Beispiel in Hallen- und Freibädern. „Wir freuen uns natürlich immer über neue Betriebe, die bei dem Projekt mitmachen.“, so Stefan Kastner.

Am 9. April 2019 findet die Ausbildungsstellenbörse im Tagungszentrum Onoldia statt. AusbilderInnen und Auszubildende informieren an diesem Tag über die Ausbildungsmöglichkeiten in der Stadt und dem Landkreis Ansbach und darüber hinaus.

Foto: Der Vorsitzende des Tourismusverbandes Franken, Bayerns Innenminister Joachim Herrmann, MdL, sprach beim Jahrespressegespräch in Nürnberg. Foto: Larissa Zimmer

 

 

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