WochenZeitung Altmühlfranken, Ellingen, Kulturzentrum Ostpreußen, Verschwunden

Ausstellung „Verschwunden – Orte, die es nicht mehr gibt“

ELLINGEN (RED). Eine nicht alltägliche Begrüßung konnte Wolfgang Freyberg, Direktor des Kulturzentrums Ostpreußen, anlässlich der Eröffnung der neuen Sonderausstellung „Verschwunden – Orte, die es nicht mehr gibt“ vornehmen. Er hieß gleich drei frühere Landtagsabgeordnete willkommen: Christian Knauer aus Aichach, den jetzigen Vizepräsidenten des Bundes der Vertriebenen, der anschließend mit einem bemerkenswerten und tief gehenden Vortrag die Ausstellung eröffnete; ferner kamen Bezirkstagsvizepäsidentin Christa Naaß und Landrat Gerhard Wägemann.

Der Zweite Weltkrieg veränderte das Gesicht Europas, tilgte Orte von der Landkarte. Das Zerstörungswerk setzte sich nach dem Krieg fort. Die Machthaber in der Sowjetunion, Polen und der Tschechoslowakei wollten die Spuren der Deutschen tilgen und der Planwirtschaft den Weg ebnen. Manchmal fehlte es auch einfach an Geld, um Bauten zu retten. So ging die Heimat vieler Deutscher endgültig unter. Die neue Ausstellung zeigt auf Schautafeln, wie reich die Kulturlandschaft war, die einst weite Teile des Deutschen Reiches prägte. Und sie zeigt, wie sie unterging: durch Zerstörung in Luftangriffen und Artilleriebombardements; gezielt gesprengt, um die Erinnerung an die preußische Geschichte zu tilgen; von der Planwirtschaft geschluckt und in Stauseen versenkt; durch Entvölkerung und städtebauliche Konzepte, die Altes nur zu gern abrissen. Im Verlauf des Kalten Krieges geschah es auch, dass Ortschaften ausgelöscht wurden, um für den Fall der Fälle den Armeen Aufmarschraum zu geben oder um illegale Grenzübertritte zu erschweren. Die Ausstellung klagt nicht an, sie bemüht sich um Sachlichkeit bei einem emotionsgeladenen Thema. Sie erinnert an die enormen Verluste, beschreibt die Gegenwart und ist auf die Zukunft hin ausgerichtet. Diese könnte sich in architektonisch anspruchsvollen Rekonstruktionsprojekten wie dem Königsberger Schloss zeigen. Computertechnik macht es in beispielsweise bei den ostpreußischen Schlössern Friedrichstein und Schlodien möglich, zerstörte Gebäude virtuell auferstehen zu lassen. Ein Katalog zur Ausstellung liegt vor.

Bildunterschrift: Die Ausstellung ist noch bis 25.11.2018 im Kulturzentrum Ostpreußen im Deutschordensschloß Ellingen zu sehen. Foto: Kulturzentrum Ostpreußen

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