Für Batterieentwicklung fließen 198 Millionen Euro nach Ellwangen

Ellwangen (wz). Die „Europäische Batterieallianz“ nimmt konkrete Gestalt an. Der Bund und das Land Baden-Württemberg wollen in Ellwangen in den nächsten Jahren bis zu 198 Millionen € in die Batterieforschung, -entwicklung und in deren erste industrielle Anwendungen stecken. Darüber informierten die Abgeordneten Roderich Kiesewetter MdB und Winfried Mack MdL am Dienstag, 31. März. Die „Europäische Batterieallianz“ wurde von der EU-Kommission im Oktober 2017 ins Leben gerufen. „Ziel ist, Europa entlang der gesamten Wertschöpfungskette der Batterie nach vorne zu bringen, auf diesem Feld innovativer und wettbewerbsfähiger zu werden, aber auch unabhängig vom asiatischen Batteriemarkt“, erläuterten die Abgeordneten Roderich Kiesewetter und Winfried Mack. Vorbild für diese Vorgehensweise sei der Erfolg des Airbus-Projekts. Damit sei es gelungen, eine wettbewerbsfähige europäische Luftfahrtindustrie aufzubauen. In Deutschland wollen sich Bund und Länder an der „Europäischen Batterieallianz“ mit rund 1,7 Milliarden Euro beteiligen. Der größte Anteil davon entfällt auf das Land Baden-Württemberg. „Und der höchste Einzelbetrag in Baden-Württemberg wird in Ellwangen investiert“, so Roderich Kiesewetter und Winfried Mack. Für die Batterieforschung und -entwicklung sollen die öffentlichen und privaten Kräfte im Rahmen eines so genannten IPCEI (Important Projekt of Common European Interest) gebündelt werden. Deshalb habe es für private Teilnehmer im März 2018 ein Bewerbungsverfahren gegeben. Die Firma Varta AG Ellwangen kam hier neben BASF, BMW, Opel-PSA und dem französischen Batteriehersteller Saft zum Zuge. Bereits am 9. Dezember 2019 habe Varta daraufhin von der EU-Kommission die beihilferechtliche Genehmigung zur Teilnahme an dem IPCEI erhalten, so Roderich Kiesewetter und Winfried Mack. Es wird davon ausgegangen, dass die öffentliche Hand 55 Prozent der Mittel für das IPCEI-Projekt beisteuert und die privaten Unternehmen weitere 45 Prozent investieren. Wie Roderich Kiesewetter und Winfried Mack weiter erläuterten, kämen 70 Prozent der 198 Millionen Euro vom Bund und 30 Prozent der Mittel (59 Millionen Euro) vom Land Baden-Württemberg. „Die Batterie ist zu einer Schlüsseltechnologie geworden. Der Bedarf an mobilen und stationären Stromspeichern wächst international mit einem rasanten Tempo. Die Beherrschung und Anwendung der Batterietechnologie in großem Maßstab ist für Deutschland und Europa eine wesentliche Voraussetzung für den Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit. Es entstehen immer neue Anwendungsfelder für die Batterien, beispielsweise kabellose Werkzeuge und Elektrogeräte, Pedelecs, Wearables und im Automotive-Bereich. Die technologische Kernkompetenz für diese Geräte kann nur dann in Deutschland gehalten werden, wenn auch die Schlüsseltechnologie Batterie bei uns hergestellt wird“, argumentierten die beiden Abgeordneten.

Foto: pixabay

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