Schlaganfall-Lotsen Ansbach

Bessere Versorgung durch Schlaganfall-Lotsen

ANSBACH (ASC). Pro Jahr erleiden 800 Menschen allein in Stadt und Landkreis Ansbach einen Schlaganfall. Die Betroffenen und Angehörigen stehen plötzlich vor einer neuen Lebenssituation und müssen sich im komplexen Gesundheitssystem zurechtfinden. In der Region sollen ihnen künftig professionell ausgebildete Schlaganfall-Lotsen beratend zur Seite stehen.

Die Lotsen lernen die Patienten bereits in der Klinik auf der Stroke Unit kennen und arbeiten gemeinsam mit ihnen eine Zielplanung aus. Rund ein Jahr lang stehen sie dem Betroffenen und seinen Angehörigen begleitend und beratend zur Seite, besuchen den Patienten in der Reha, halten regelmäßig Kontakt mit ihnen und beispielsweise auch mit dem behandelnden Hausarzt. Sie geben Orientierung im komplexen Gesundheitssystem und helfen, Risikofaktoren im täglichen Leben der Patienten zu erkennen und in den Griff zu bekommen. Denn Ziel ist es, eine bestmögliche Rehabilitation zu ermöglichen und einen weiteren Schlaganfall zu verhindern. Für die Stadt und den Landkreis Ansbach werden zukünftig Sabine Will und Viktoria Lehr tätig sein. Beide arbeiteten bisher als sogenannte Caremanager im Gesundheitswesen. Alle Lotsen verfügen über eine Grundausbildung im medizinischen Bereich und absolvieren ihre Weiterbildung bei der Stiftung Deutsche-Schlaganfallhilfe, die das Projekt entwickelt hat. In Ostwestfalen-Lippe, der Heimatregion der Stiftung, läuft derzeit das Modellprojekt „Stroke Owl“, bei dem 2.000 Patienten von Lotsen betreut und wissenschaftlich begleitet werden. Bei erfolgreichem Verlauf soll das Konzept bundesweit eingeführt und durch die Krankenkassen finanziert werden.

Damit befindet sich Ansbach in einer Vorreiterrolle, wie bereits mit dem vor drei Jahren eingeführten Projekt der Schlaganfall-Helfer, das ebenfalls von der Stiftung stammt und sich zu einer wahren Erfolgsgeschichte entwickelt hat. Ansbach hat mit 75 Ehrenamtlichen bundesweit die meisten Schlaganfallhelfer. Der Impulsgeber des Projekts vor Ort, Dr. Udo Feldheim, niedergelassener Neurologe und Past Präsident des Rotary Clubs Ansbach, nannte dies auch als Grund, wieso die Schlaganfall-Lotsen neben Ostwestfalen-Lippe nun auch in Ansbach starten können.

Umgesetzt wird das Projekt durch die Neurologische Klinik des Klinikverbunds ANregiomed unter Leitung von Chefarzt Priv.-Doz. Dr. Matthias Elstner und das Fürther Unternehmen clinic@home GmbH. Unterstützer sind neben dem Kreisverband Ansbach des Bayerischen Roten Kreuzes der Rotary Club Ansbach.

Foto: Freuen sich auf den Start des Projektes: Dr. Matthias Elstner, Elmar Stegmeier, Dr. Udo Richter, Dr. Udo Feldheim, Oberbürgermeisterin Carda Seidel, Anna Maria Wöhl, Landrat Dr. Jürgen Ludwig. Foto: Anika Schildbach

 

 

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