Cannabis, Fortbildung, Schulen, Landratsamt, Lehrer

Cannabis an der Schule – und jetzt?

DONAU-RIES (RED). Im Landratsamt Donau-Ries fand kürzlich eine Fortbildung statt, die vom hiesigen Arbeitskreis Suchtprävention angeboten wurde. Dazu waren suchtbeauftragte Lehrkräfte und Jugendsozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter an Schulen eingeladen.
Das Schwerpunktthema war diesmal „Cannabis“. Wie sollen Lehrkräfte und Jugendsozialarbeiter an Schulen reagieren, wenn ihnen ein Jugendlicher erzählt, dass er in seiner Freizeit Cannabis raucht? Was ist zu tun, wenn ein Schüler an der Schule Cannabis verkauft? Schon allein aus diesen Fragen kann man erkennen, dass der Umgang mit dem Thema nicht einfach ist.

Birgit Baier, Notärztin aus Donauwörth, ging in ihrem Vortrag auf medizinische Mythen ein, die häufig in der öffentlichen Wahrnehmung im Zusammenhang mit Cannabis stehen. Gesundheitlich unbedenklich ist Cannabis nicht. Der Stoff kann sich gerade in der Pubertät schädlich auf die Hirnentwicklung auswirken. Cannabis kann als Co-Medikament in der Schmerzmedizin genutzt werden und zeigt hier gute Wirkungen. Allerdings darf Cannabis in Deutschland bisher nur bei besonderen Formen der Multiplen Sklerose vom Arzt verschrieben werden.

Stefan Graßl, Präventionsfachkraft am Landratsamt Donau-Ries, stellte ein Präventionsmodell für die Schule vor. Es wurde erläutert, wie an der Schule generell mit einem Schüler, der einen riskanten Cannabiskonsum aufweist, umgegangen werden kann. „Der Konsum an sich steht nicht unter Strafe. Ein Schüler, der wegen seines Cannabiskonsums Schulprobleme hat, muss auf der einen Seite Hilfsmöglichkeiten bekommen und auf der einen Seite Sanktionen erfahren“, so Graßl.

Ganz anders verhält es sich jedoch, wenn ein Schüler Cannabis verkauft oder mit sich führt. Ab diesem Zeitpunkt gefährdet er Dritte, hier muss die Polizei eingeschaltet werden. Michael Deisenhofer, Präventionsbeamter der Polizeiinspektion Donauwörth erläuterte, was von polizeilicher Seite aus unternommen wird, wenn die Schule darüber informiert. Niels Pruin von der Caritas Suchtfachambulanz berichtete über die Switch-Gruppe, die er zusammen mit seinen Kolleginnen aus dem Cafè Connection betreut.

In der Gruppe nehmen Jugendliche und junge Erwachsene teil, die wegen ihres Cannabiskonsums auffällig geworden sind. „In der Gruppe wird mit den Jugendlichen die Lebenssituation, der Konsum und die Gründe für den Konsum thematisiert. Einige haben hier noch kein Problembewusstsein, die Schwierigkeiten treten zu Beginn meist im juristischen Bereich auf“, so Pruin.

Zum Abschluss wurden noch diverse Utensilien gezeigt, die Deisenhofer und seine Kollegen bei Hausdurchsuchungen aufgefunden haben – wie eine Waage oder diverse Rauchpfeifen. Infobroschüren und Flyer zum Thema wurden vorgestellt und verteilt.

Für weitere Informationen können Sie sich gerne an folgende Stelle wenden: Arbeitskreis Suchtprävention, Stefan Graßl, Präventionsfachstelle am Landratsamt Donau-Ries, 09 06 / 7 45 34 oder stefan.grassl@lra-donau-ries.de

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bildunterschrift: Von links: Birgit Baier, Margaretha Seufert, Michael Deisenhofer, Nils Pruin und Stefan Graßl   FOTO:  Melanie Hasmiller, Landratsamt Donau-Ries

 

 

 

 

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