Deutsch-französischer Neujahrsempfang Bezirk Mittelfranken Ansbach

Chansons satt zum Beginn des Jubiläumsjahres

ANSBACH (LUH). Zum dritten Mal richtete der Bezirk in seinem gut gefüllten Rathaus einen Neujahrsempfang aus. Nachdem der letztjährige im Zeichen der deutsch-polnischen Partnerschaft stand, drehte sich dieses Jahr, wie bereits bei der Premiere 2017, alles um die deutsch-französische Freundschaft.

Trotz Wechsel an der Präsidentenspitze wolle man an den zahlreichen deutsch-französischen Beziehungen festhalten, betonte die stellvertretende Bezirkstagspräsidentin, Christa Naaß. In diesem Zug lobte sie auch das große Engagement vom langjährigen Präsidenten Richard Bartsch, den sie als „wichtigen Impulsgeber“ bezeichnete. „Wir werden auf alle Fälle genug Gründe zum Feiern haben“ freute sich Naaß im Bezug auf die zahlreichen Jubiläen 2019. Allen voran springen hier das 30-jährige des Bezirks Mittelfranken und des Departements Creuse ins Auge sowie das 25-jährige mit dem Departement Correze. Zudem gibt es einige kommunalpartnerschaftliche Jubiläen. Geplant ist auch eine Reihe von deutsch französischen Projekten. Den Anfang macht bereits im Februar eine Konditorendelegation aus Frankreich, die sich in Mittelfranken mit ihren deutschen Kollegen austauschen will. Noch nicht ganz so prestigeträchtig wie die Tour de France ist die Tour de la Nouvelle-Aquitaine, bei der Sportler beider Nationen die west-französische Region auf dem Sattel erkunden werden. Kulturell wertvoll wird mit Sicherheit der fränkische Sommer, bei dem auch Musiker aus Frankreich zwei Konzerte geben werden. Im Jahr der Europawahl kommt den intereuropäischen Beziehungen natürlich eine gesonderte Rolle zu. Diesem Umstand passend war auch der Redner des Abends, Jochen Kubosch, seines Zeichens Europaurgestein und momentan Leiter des Regionalbüros des Europäischen Parlaments.

Bevor dieser jedoch das Wort ergriff, gab es für die Besucher eine Stunde lang Chansons von Cordula Birkner, die von Klaus Grams begleitet wurde.

Kubosch jedenfalls ist vor dreißig Jahren ganz zufällig in der Maschinerie Europa gelandet. Er ist aber noch heute ein großer Verfechter der europäischen Idee „Wer einmal an einem europäischen Projekt mitgearbeitet hat, wird nie mehr ein Nationalist“ Die EU bezeichnet er als „große Kompromissmaschine“ „Und das ist auch gut so“. Man habe in Europa viel gelöst, Manches auch nicht. Über diese ungelösten Dinge werde aber viel intensiver diskutiert, sodass sich bei manchem der Eindruck verfestigt: „Die in Europa, die bekommen ja gar nichts hin“. Für nationalistische Alleingänge hat Kubosch wenig übrig. Selbst das vereinte Europa würde nur sieben Prozent der Weltbevölkerung ausmachen. Alleine deshalb könne man nur mit geeinter Stimme, die letzte Bastion gegen alles dominierende globale Unternehmen darstellen.

Die jetzige Krise bezeichnet Kubosch als dramatischste der EU-Geschichte, da nach Nationalismus strebende Populismus von der Basis komme. Dennoch glaubt der EU-Experte nicht an einen Zerfall der Union, dafür sei der Brexit ein zu mahnendes Beispiel. „Keiner kann sagen was da passiert“. Kubosch jedenfalls rechne nach der Abstimmung der Briten mit einem chaotischen EU-Austritt.

Foto: Jochen Kubosch widmete sich in seinem Vortrag den Herausforderungen der EU im Bezug auf den Brexit Foto: Luca Herrmann

 

 

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