Neujahrsempfang, Kreisverband Donau-Ries, Bündnis 90/Die Grünen, Claudia Roth, Politik, Nördlingen

Claudia Roth unternimmt politische Rundschau in Nördlingen

NÖRDLINGEN (YA). Der Ortsverband Nördlingen organisierte dieses Jahr erneut den Neujahrsempfang des Kreisverbandes Donau-Ries von Bündnis 90 / Die Grünen. Reinhard Neff, Sprecher des Nördlinger Ortsverbandes, begrüßte die zahlreichen Gäste im JuFa Nördlingen, darunter Oberbürgermeister Hermann Faul, die Vertreter des Stadtrates und alle Mitglieder des Kreisverbandes. Den Willkommensgrüßen schloss sich direkt Kreisvorsitzende Ursula Kneißl-Eder an und bedankte sich herzlich bei Bezirkstagsabgeordneten Albert Riedelsheimer, Landtagsabgeordneten Eva Lettenbauer und Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth für ihre Teilnahme an dem Empfang. Sie ging in ihrer kurzen Ansprache auf das Volksbegehren „Artenvielfalt“ ein und freute sich sehr über die bisherige Zahl an Unterschriften. „Nach den bisherigen Erfolgen sind wir absolut motiviert für die kommenden Aufgaben in 2019“ waren ihre Abschlussworte.

Im Anschluss sprach Eva Lettenbauer zu den Gästen. Die Aktion „Fridays for Future“ hob sie besonders hervor und freute sich über das große Engagement der Schüler für den Kohleausstieg. „Es ist höchste Zeit, man muss den Umweltschutz voran treiben und die Demonstrationen der Schüler sind absolut legitim, sofern sie die Schule nicht vernachlässigen“, so Lettenbauer. „Neben dem Volksbegehren dürfen die Bürger jedoch nicht den Blick für das Ganze verlieren. Man muss in der heutigen Zeit zusammenhalten, was unter anderem auch den Schutz der Flüchtlinge betrifft.“

Auch Albert Riedelsheimer lobte die bisherigen Erfolge der Partei und erklärte, dass klare Grenzen gegen die Rechtsextremisten geschaffen werden müssen. „Es wird viel übersehen in den Ankerzentren. Die Betroffenen haben große Ängste und ihre Hoffnungen werden oftmals zerstört“ so der Bezirkstagsabgeordnete über die Flüchtlingsprobleme.

Als Festrednerin konnte der Kreisverband Donau-Ries dieses Jahr Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth gewinnen, die eine politische Rundschau in Europa, Deutschland und Bayern unternahm. Claudia Roth gratulierte als Erstes Eva Lettenbauer, dass sie im Landtag ist und dies auf jeden Fall ein Grund zu feiern für die Partei sei.

Auch die gute bisherige Arbeit und der soziale Zusammenhalt wurden gelobt, jedoch sollte der Blick nun grundlegender nach Vorne gerichtet werden. „Wir müssen nun den Rückenwind der letzten Monat nutzen um gut in das Jahr 2019 zu starten“, so Roth.

Sie ging auf die derzeitige Politik ein und deren Machtkämpfe, sowie die Streitigkeiten untereinander. „Es ist normal in der Politik, sich zu streiten, nur fehlt mittlerweile der Anstand. Was man früher als selbstverständlich gesehen hat, ist es heute nicht mehr.“ Roth weiter: „Auch die Polarisierung nimmt Überhand und die Schere zwischen Arm und Reich wird immer größer. Jedes fünfte Kind wächst in Armut auf und die Rentner haben Angst um ihre Existenz.“

Ebenso machte sie auf den Pflegenotstand aufmerksam und erklärte, dass Berufe in der Pflege, sowie unter anderem Erzieher/innen und Polizisten/innen mehr gewürdigt werden sollten. „Es sind Berufe, die die Gesellschaft zusammen halten und deshalb haben sie mehr Anerkennung verdient.“

Claudia Roth sprach im Anschluss das Thema Krieg an und die damit zusammenhängenden Flüchtlingsprobleme. „Länder wie Syrien oder Afghanistan sind nicht mehr sicher für die Bevölkerung und es ist daher nur verständlich, dass sie ein neues Zuhause suchen. Deshalb müssen die Abschiebungen aufhören.“ Ebenso stellte sie die Frage, warum Deutschland Rüstungsgüter nach Saudi-Arabien liefert, wo doch dieses Land Hauptkriegsführer im Jemen ist. Danach ging Claudia Roth kurz auf die derzeitigen Präsidenten in den USA, Russland und Brasilien ein. „In diesem globalen Wirrwarr muss die Europäische Union ein Ruhepol sein und darf sich nicht spalten lassen.“

Zum Abschluss ihrer Rede erklärte Claudia Roth die drei großen Herausforderungen für das Jahr 2019. Als Erstes ging es um die Verteidigung der starken Demokratie. Hier ging sie auf das Grundgesetz ein, welches heuer sein 70-jähriges Jubiläum feiert. Die zweite Herausforderung sei die Verteidigung und Erweiterung Europas. „Es ist dringend notwendig, dass der Friede vermittelt wird und ein jeder dahinter steht“, so Roth. Die Klimakrise ist die dritte Herausforderung. Claudia Roth: „Das soziale Miteinander und die Ökologie sind zwei Seiten einer Medaille und die Bevölkerung muss beides miteinander verbinden. Wir haben keinen Planeten B, auf den wir ausweichen können. Für unsere Kinder und Kindeskinder müssen alle zusammenhalten, um eine gute und anständige Zukunft sichern zu können.“

Ein großer Applaus beendete die Festrede und auch das Saxophonquartett der Knaben- und Stadtkapelle Nördlingen, welches für die musikalische Umrahmung sorgte, wurde mit viel Jubel gewürdigt. Die Gäste konnten danach den Abend mit Getränken, Häppchen und guten Gesprächen ausklingen lassen.

 

 

 

 

Bildunterschrift:     Von links: Reinhard Neff (Ortsverband Nördlingen), Ursula Kneißl-Eder (Kreisverband Donau-Ries), Claudia Roth (Bundestagsvizepräsidentin), Eva Lettenbauer  (Landtagsabgeordnete) und Albert Riedelsheimer (Bezirkstagsabgeordneter)       FOTO:    Yvonne Adam

 

 

 

 

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