LesArt Literaturreihe Ansbach

Ein Klassenkampf im Berliner Szeneviertel: „Schäfchen im Trockenen“

ANSBACH (ASC). Turbulent geht es im Leben von Autorin Anke Stelling zu, seitdem sie im vergangenen Jahr mit dem Preis der Leipziger Buchmesse und dem Friedrich-Hölderlin-Preis der Stadt Bad Homburg ausgezeichnet wurde. Mit einer Lesung aus ihrem prämierten Roman „Schäfchen im Trockenen“ eröffnete Stelling vergangenen Sonntag die Ansbacher LesArt und begeisterte die zahlreich erschienen Besucher im Kunsthaus Reitbahn 3.
In „Schäfchen im Trockenen“ lässt Autorin Anke Stelling ihre Romanprotagonistin Resi einen schonungslosen Bericht über den sozialen Aufstieg und seine Grenzen verfassen. Die Handlung verortet sie in der Berliner Mittelschicht, genauer im Bezirk Prenzlauer Berg, im „Milieu der Baugruppen“.
Resi und ihr Mann können es sich, anders als ihre Freunde, finanziell nicht leisten am Bau eines gemeinsamen Hauses mitzumachen. Darüber veröffentlich Resi in der Zeitung einen Text, in dem sie ihre persönlichen Erfahrungen miteinbringt. Es folgt das Zerwürfnis: Die Freunde fühlen sich verraten und schließen sie immer mehr aus. Am Ende wird ihr von einem ehemaligen Freund, bei dem ihre Familie zur Untermiete wohnt, gar die Wohnung gekündigt. Mit Anfang 40 stellt Resi nun also fest, dass ihr Bild vom Leben immer falsch war. Bisher war sie der Ansicht, dass jeder seines Glückes Schmied ist. Jetzt erkennt sie, dass die Herkunft eines Menschen sehr wohl für sein Leben entscheidend ist.

„Ein glückliches Händchen“ bei der Autorenauswahl

Wieder einmal bewiesen die Organisatoren der Ansbacher LesArt bei der Autorenauswahl ein glückliches Händchen. Stelling hatte man eingeladen, noch bevor der Preisereigen eingetreten war. „Nachher hätte es vermutlich auch nicht mehr geklappt.“, schlussfolgerte Bettina Baumann Projektkoordinatorin der LesArt. Schließlich wird der Terminkalender eines Autors nach einer Auszeichnung um einiges voller. 2017 hatte man mit Preisträgerin Natascha Wodin ähnliches erlebt und auch bei der Zusammenstellung des diesjährigen Programms Anfang des Jahres, konnte man von der Prämierung Saša Stanišic mit dem Deutschen Buchpreis noch nicht wissen. „Wir beginnen schon damit zu werben“, scherzte Baumann. „Wenn Sie zu uns kommen, haben Sie die Chance allerlei Preise zu gewinnen.“

Foto: Autorin Anke Stelling las aus ihrem neuen Roman „Schäfchen im Trockenen“. Foto: Anika Schildbach

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