Ende des 68er Reigens: „Born to be Wild – 68, war da was?“

ANSBACH (LUH). 1968 wird wohl für alle Zeiten mit der Studentenbewegung und Attributen wie Aufbruch, Veränderung und neuartigem Protest stehen. Doch was war da wirklich und wie hat es Deutschland nachhaltig geprägt? Oder hat es das am Ende gar nicht und wir haben nur ein verklärtes Zeitbild. Dies versucht das Landestheater Dinkelsbühl auf musikalisch, kabarettistische Weise zu klären, ohne dabei ein Urteil fällen zu wollen. Viel mehr wollen Intendant Peter Cahn und die Band „Fred and the Roaches“ am zweiten März in der staatlichen Bibliothek zum eigenständigen Denken anregen. „Unter den Talaren – Muff von 1.000 Jahren“, Der Name und die Ermordung Benno Ohnesorgs, Kritik am Kapitalismus und dem Wirtschaftswunder sowie der NS-Aufarbeitung, all diese Dinge machen den Mythos 1968 aus. Doch ist er am Ende wirklich nur ein Mythos? Die negativen Begleiterscheinungen wie die Gründung der RAF wollen die Kunstschaffenden gar nicht wegdiskutieren. Intendant Peter Cahn selbst sagt „Es ist erstaunlich wie wenig die Revolution geprobt haben.“ Cahn spinnt den Gedanken weiter, indem er beschreibt „wie viel es war, was so wenige bewegt haben.“ Er führt hier die Emanzipation der Frau und die Gründung der Grünen an. Bibliotheksleiterin Ute Kissling verspricht sich von dem Abend eine lebendige Erinnerungskultur. Er schließe den 68er Reigen in der Bibliothek ab. Durch die Vernetzung der Kultureinrichtungen soll laut Kissling das Kulturgut lebendig gehalten werden. „Leben darf auch hier bei uns sein, wir pflegen das.“ Die Kooperationspartner beschreiben den 2. März als einen „großen, unterhaltsamen Abend, eine Zeitreise und ein musikalisches Erlebnis.“ In insgesamt zwei Stunden werden Peter Cahn und Andreas Harwath, Kabaretttexte und Fernsehausschnitte aus dem Jahr 1968 vortragen, die die Münchener Autorin Kerstin Krefft zusammengestellt hat. Neben den damaligen Stücken der Liedermacher von 1968 werden als Kontrastprogramm die Band „Fred and the Roaches“ Popsongs der damaligen Zeit von unter anderem den Stones, Beatles oder auch Ton, Steine, Scherben zum Besten geben. „Die Mischung aus Musik und Kabarett wird sehr schön und humorvoll, zeigt aber auch gleichzeitig wie ernst es damals war.“, so Cahn. „Wir wollen nichts abschließend klären, sondern zum eigenen Handeln veranlassen.“ Das Konzert, welches bereit zweifach in Dinkelsbühl aufgeführt wurde, startet am 2. März um 19 Uhr in der staatlichen Bibliothek in Ansbach. Der Eintritt ist kostenlos. Auf Grund der begrenzten Kapazität von 70 Personen, werden die Veranstalter die Karten im Vornherein vergeben. Erwerbbar sind sie zu je 50 Prozent in Ansbach und in Dinkelsbühl.

Foto: Die Dinkelsbühler Band „Fred and the Roaches“ lässt die Hits der 60er Jahre wieder aufleben. Foto: Veranstalter

 

 

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