Forstdezernat macht auf Gefahren in Folge der Trockenheit aufmerksam

Ostalbkreis (wz). Als Folge der langanhaltenden Trockenheit sind zahlreiche Bäume erkrankt oder abgestorben. Von diesen geht eine Gefahr für Waldbesuchende und Waldbesitzer durch plötzlich herunterfallende Äste aus. Zum Schutz der Waldbesuchenden kann es deshalb auch in den Wäldern im Ostalbkreis zu Sperrungen von Waldteilen kommen. Kahl und braun ragen die Äste vieler Buchen im Ostalbkreis in den Himmel. Die Rinde am Stamm ist geschwürartig verformt oder platzt teilweise sogar ab. Kaum ein einziges Blatt befindet sich mehr in der Baumkrone, obwohl der Herbst gerade erst beginnt. Dieses Bild zeigt sich seit dem Sommer an vielen Orten im Ostalbkreis. „Unsere Buchen leiden durch die Dürreperioden der letzten Jahre an einem starken Hitzestress und Durst.“, erklärt Forstdezernent Johann Reck, „In den geschwächten Bäumen nisten sich schädliche Pilze, Borkenkäfer oder andere Schädlinge ein. Manche Buchen leiden unter dem sogenannten Sonnenbrand, andere bekommen Krebs. Ein großer Teil der abgestorbenen Buchen ist schlichtweg verdurstet.“ Diese Dimension der Schäden ist für die Förster in Baden-Württemberg neu. Bereits zum Ende der ersten Jahreshälfte 2019 ist von der Forstverwaltung mehr durch Dürreschäden und Insektenbefall abgestorbenes Buchenholz dokumentiert worden als im gesamten Jahr 2004, dem Folgejahr auf das Extremhitzejahr 2003. „Die kranken und bereits abgestorbenen Buchen werfen plötzlich Äste ab. Diese sind teilweise sehr groß und schwer. Deshalb besteht in betroffenen Waldbeständen zur Zeit eine große Gefahr für Waldbesuchende, vor allem bei herbstlich stürmischem Wetter.“, warnt Reck, „Unsere Leute arbeiten bereits am Anschlag, um die Schäden an Fichten und Tannen durch Borkenkäfer so weit wie möglich einzudämmen. Trotzdem versuchen wir, soweit notwendig, die abgestorbenen Buchen entlang von Straßen und Wegen zügig zu entfernen. Aufgrund der Gefahrensituation können auch einzelne Waldteile zeitweise abgesperrt werden. Dafür bitten wir um Verständnis.“ Reck betont, dass dies zum Schutz der Waldbesuchenden geschehe und bittet zur eigenen Sicherheit um die strikte Einhaltung von Absperrungen. Außerhalb der gesperrten Waldgebiete wird dringend empfohlen, den Wald nur mit erhöhter Aufmerksamkeit zu betreten. Für Waldbesitzer, die Schäden in ihrem Wald beobachten, ist besondere Vorsicht geboten. Bei der Fällung einer erkrankten oder abgestorbenen Buche können durch Erschütterungen ebenfalls Äste oder ganze Kronenteile herausbrechen. Dies gefährdet die Sicherheit der arbeitenden Personen enorm. Betroffene Waldbesitzer können sich für eine Beratung oder technische Unterstützung an die Forstverwaltung des Ostalbkreises wenden.

Foto: Reinhold John, Forstliche Versuchsanstalt Freiburg

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