Oettingen, Gedenkfeier, Krieg, Bombenangriff

Gedenkfeier in Oettingen

OETTINGEN (RED). Zur endgültigen Vernichtung der deutschen Verkehrsinfrastruktur starteten die Alliierten am 22. und 23. Februar 1945 das Unternehmen „CLARION“. Mit rund 9000 Einsätzen griffen an diesen beiden Tagen etwa 1500 Kampfflugzeuge der amerikanischen und englischen Luftwaffe Bahnlinien, Rangierbahnhöfe, Brücken und andere wichtige Verkehrsanlagen an.

Am 23. Februar 1945 starteten von den Flugplätzen in Südengland zwölf Bombergruppen der ersten AIR DIVISION mit 460 Fliegenden Festungen. Geplant waren Angriffe auf die Städte Eger, Bamberg, Bayreuth, Plauen und Zwickau. Als Ausweichziele waren Eisenbahnanlagen in Deutschland vorgesehen.

Eine geschlossene Wolkendecke über den vorgesehenen Zielen war jedoch der Grund, dass sich die amerikanischen Bomberverbände nicht zum Angriff auf die vorgesehenen Ziele entschlossen, sondern Ausweichziele suchten.

Um 12.26 Uhr brach an diesem Freitag, es war ein sonniger und klarer Wintertag, die Katastrophe über die kleine Stadt Oettingen herein. Von insgesamt 47 B-17 Bombern wurden auf die Stadt 500 Bomben abgeworfen. Der verheerende Angriff forderte rund 200 Menschenleben, 100 Personen waren verwundet, etwa 700 obdachlos geworden. Die Eisenbahn- und die Straßenbrücke erhielten Treffer, die Bahnanlagen wurden vernichtet und rund 300 Gebäude ganz oder teilweise zerstört.

Anlässlich des 74. Jahrestages des Bombenangriffs auf Oettingen erinnerten Stadtpfarrer Dr. Ulrich Manz und Dekan Armin Diener mit einer Andacht in der St. Leonhardskapelle gemeinsam an die Opfer dieses schrecklichen Ereignisses, das die Bewohner unserer Stadt damals völlig unerwartet getroffen hatte. Im Anschluss an die Andacht versammelten sich etliche Bürger der Stadt, zusammen mit zehn Fahnenabordnungen der örtlichen Vereine an der von der Reservistenkameradschaft neu errichteten Gedenkstätte an der Wörnitzbrücke. In ihrer Rede erinnerte Bürgermeisterin Petra Wagner ebenfalls an den Angriff durch alliierte Bomber. Mit einem Lied gespielt von den Musikern aus Lehmingen endete die würdige Gedenkfeier.

 

 

 

Bildunterschrift:      Die Fahnenabordnungen der örtlichen Vereine bildeten einen würdigen Rahmen für die Gedenkfeier an der von der Reservistenkameradschaft errichteten Gedenkstätte.      FOTO:     privat

 

 

 

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