Woche der Brüderlichkeit Ansbach

Gemeinsam gegen Judenfeindschaft

ANSBACH (LZ). In diesem Jahr findet die Woche der Brüderlichkeit vom 11. bis 17. März statt. Sie ist von den Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit initiiert. Das Jahresthema lautet: „Mensch, wo bist Du? Gemeinsam gegen Judenfeindschaft“. Die feierliche Eröffnung der Woche der Brüderlichkeit wird am 10. März 2019 im Opernhaus in Nürnberg begangen. In Ansbach wird sie am 11. März um 19:30 Uhr in der Karlshalle feierlich eröffnet, wobei die Schirmherrschaft Oberbürgermeisterin Carda Seidel übernimmt. Es werde nur kurze Grußworte geben, denn die Musik des „Jewish Chamber Orchestra Munich“ solle im Vordergrund stehen.

Vorab findet am Freitag, den 8. März um 19:30 Uhr in der Gotischen Halle eine Lesung zu „Das Mädchen im Strom“ mit Sabine Bode statt, die vom Frauenring Ansbach und der Gleichstellungsstelle der Stadt Ansbach veranstaltet wird. „Da der Internationale Frauentag immer in die Woche der Brüderlichkeit fällt, wollen wir das thematisch in die Woche integrieren.“, erzählte Juliane Brumberg, Mitglied vom Teamvorstand des Frauenrings.

Am Mittwoch, 13. März werden im Gemeindezentrum Beringershof jüdische Märchen für Erwachsene aus dem alten und neuen Testament erzählt. Stadtführerin Gerlinde Albrecht gestaltet den Nachmittag mit musikalischer Unterstützung.

Die Referentin Dr. Juliane Wetzel vom Zentrum für Antisemitismusforschung an der TU Berlin informiert Interessierte zum Thema „Der schmale Grat – Antisemitismus und Kritik an der Politik Israels“ am Donnerstag, 14. März. Ziel ist es, die verschiedenen Facetten des aktuellen Antisemitismus zu beleuchten.

Am Tag darauf findet eine Studienfahrt in das jüdische Bechhofen statt. Der Synagogenplatz, die Erinnerungsmauer und der große jüdische Friedhof mit über 2.300 Grabsteinen bergen viele Spuren jüdischen Lebens in Bechhofen. Die Führung übernimmt Heimatpfleger Herbert Dommel.

Im Gesamtensemble mit Mikwe und Dienerhaus bietet sich den interessierten Besuchern am Samstag, 16. März in der Synagoge ein anschauliches Dokument ehemaligen jüdischen Lebens in Ansbach. Zusätzlich besteht für Schulklassen während der ganzen Woche die Möglichkeit, die Synagoge zu besichtigen. Die Führungen sind für die Klassen kostenlos.

Der letzte Tag startet um 11:15 Uhr mit einer Führung des Historikers und Stadtführers Alexander Biernoth durch den jüdischen Friedhof Ansbach. Neben Informationen zur Geschichte der Anlage referiert er auch über die Biographien der hier bestatteten Gemeindeglieder. „Wir wollen den Friedhof aus dem Dornröschen-Schlaf herausholen, denn er ist vielen Ansbachern unbekannt.“, erzählte Biernoth.

Zusätzlich wird im Zeitraum vom 8. bis 30. März eine Fotoausstellung des Fotoclubs Bechhofen zum Thema „Wenn Menschen schweigen, reden Steine“ im Stadthaus gezeigt, zu der auch Schulklassen herzlich eingeladen sind.

Foto: Die Mitwirkenden bei der Woche der Brüderlichkeit: Juliane Bromberg, Jens Porep, Alexander Biernoth, Renate Weinmann, Dr. Johannes Wachowski und Sebastian Zink (v.l.) Foto: Larissa Zimmer

 

 

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