Wilhelma bereitet sich auf Gepardenzucht vor

Stuttgart (wz). Der rasante Gepard droht den Wettlauf mit der Ausrottung zu verlieren. Im Konflikt zwischen Mensch und Raubkatze um gemeinsame Lebensräume zieht er den Kürzeren. Seit Beginn des 20. Jahrhunderts ist sein Bestand um mehr als 85 Prozent auf schätzungsweise 6700 Tiere gesunken und beträgt somit nur etwa ein Drittel der Zahl der ebenfalls gefährdeten Eisbären. Deshalb stellt die Wilhelma in Stuttgart die Weichen, um die anspruchsvolle Zucht der eleganten Raubkatzen aufnehmen zu können. Zwei Kater sind zum Jahresende eingetroffen. Nach der Quarantänezeit darf das Brüderpaar aus Frankreich jetzt ins Außengehege und ist damit erstmals für das Publikum zu sehen. Zudem ist die Wilhelma im Gespräch mit dem Europäischen Erhaltungszuchtprogramm (EEP) der Zoos, um ein passendes Weibchen zu finden, das nach Umbauarbeiten noch in diesem Jahr hinzustoßen soll. Geparden hält der Zoologisch-Botanische Garten fast auf den Tag genau seit 40 Jahren, als Kater „Marco“ aus Pretoria in Südafrika im Februar 1980 den Anfang machte. Doch zu Nachwuchs war es trotz wechselnder Besetzung nie gekommen. Geparden galten in Zoos generell lange Zeit als unzüchtbar. „Heute weiß man, dass die Katze und der Kater getrennt zu halten sind, damit sie sich nicht verschwistern und das Interesse aneinander nicht verlieren“, sagt Wilhelma-Direktor Dr. Thomas Kölpin. „Deshalb nutzen wir unsere aktuellen Möglichkeiten, um uns dafür neu aufzustellen.“ 2019 waren mit einem halben Jahr Abstand die beiden alten Wilhelma-Geparden Twist und Tana mit 14 beziehungsweise 16,5 Jahren gestorben. „Dass die Anlage damit leer stand, hat uns gestattet, ihr Gehege neben dem Aussichtspavillon Belvedere aufzumöbeln“, erklärt die Raubtier-Kuratorin Dr. Ulrike Rademacher. Der Boden wurde ausgetauscht, neuer Rasen gelegt sowie mit Felsbrocken und Stämmen die Gestaltung aufgefrischt.

Foto: Wilhelma Stuttgart

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