Gipfelstürmer Laurentius Gymnasium Neuendettelsau

Gipfelstürmer: Ein grenzüberschreitendes Projekt fordert Schüler

Neuendettelsau (RED). Nachdem wir, eine Gruppe Elftklässler des Laurentius-Gymnasium Neuendettelsau, uns ein Jahr lang auf die Alpenüberquerung vorbereitet haben, was Training, Planung und eine Eingehtour beinhaltete, machten wir uns Ende Juli um 5:30 vom Bahnhof Ansbach aus auf den Weg nach Oberstdorf. In Begleitung der Diplom-Sportlehrerin und Kursleiterin Kerstin Denninger, der Geographielehrerin Yvonne Graeff und Klaus Denninger (Trainer C Bergwandern vom DAV Ansbach) starteten wir um 10 Uhr, in Spielmannsau, die erste fünfstündige Etappe zur Kemptner Hütte. Schon am ersten Abend merkten wir, welche Anstrengungen uns erwarten würden, denn wir fielen alle totmüde ins Matratzenlager.

Am zweiten Tag ging es insgesamt 950 hm bergauf und 880 hm bergab, wobei wir das Mädelejoch und die längste und höchste Hängebrücke Österreichs, in Holzgau, überquerten. Dies stellte für einige eine große Überwindung dar. Für manche jedoch war die Busfahrt zur Materialseilbahn der Memminger Hütte eine weitaus nervenaufreibendere Situation, was an dem rasanten Fahrstil der Busfahrerin, den schmalen Straßen und den angsteinflößenden Abhängen lag.

Die dritte Etappe begann an der Memminger Hütte mit einem sehr anstrengenden Aufstieg über die Seescharte, wobei wir schon sehr bald feststellen mussten, dass Abstiege noch um einiges unangenehmer werden konnten. Denn für den Rest des Tages ging es 2000 hm bergab nach Zams. Nicht selten hörte man Kommentare, wie: „Meine Füße fühlen sich an, als würde ich auf Nägeln laufen“, oder „Ich würde mir jetzt lieber die Füße abhacken, als weiterzugehen“. Umso erleichterter waren wir, als wir auf der Zamser Schihütte ankamen, die sich als „Luxushotel“ herausstellte, und unsere Wanderschuhe ausziehen konnten. Außerdem waren die kostenlosen warmen Duschen und der Waschservice weitere Highlights dieser Hütte.

Der vierte Tag, an dem auch der Geburtstag eines Schülers unseres P-Seminars war, startete für einen Teil der Gruppe mit dem Aufstieg zu zwei Gipfeln. Für die andere Hälfte ging es über einen Panoramaweg zur Galflun Alm, wo wir uns alle wieder trafen. Nach einem sehr steilen Aufstieg durch Geröllfelder und mit tollem Ausblick erreichten wir um ca. 18:30 die Braunschweiger Hütte. Diese liegt auf 2759 m und war somit die höchste Hütte der Tour. Von hieraus hatte man einen atemberaubenden Ausblick auf die Gletscher der Ötztaler Alpen. Die fünfte und für uns physisch, als auch psychisch, anstrengendste Etappe begann um 7 Uhr, eine Stunde früher als sonst. Zwei Stunden später erreichten wir die höchste Stelle unserer Wanderung auf fast 3000 m, das Pitztaler Jöchl. Nach dem herrlichen Ausblick begann der Teil, der uns an unsere Grenzen brachte: Der Abstieg zur Schiarena Sölden führte über ein großes Schneefeld an einem steilen Hang. Hier sind drei Schülerinnen unserer Gruppe ins Rutschen geraten, konnten sich aber dank guter Einweisung, unseres Trainers, schnell wieder abfangen. Die nächste Herausforderung, die uns erwartete, war auf dem Panoramaweg nach Vent. Ein Geröllfeld mit erhöhter Steinschlaggefahr, steilem Abhang und lockeren Steinen, bei denen man sehr aufpassen musste wo man hintritt, forderte uns höchste Aufmerksamkeit und Konzentration ab. Zu guter Letzt erwartete uns auch noch ein Gewitter, während des Aufstiegs zum Hochjoch Hospitz. An keinem anderen Tag waren wir so glücklich, als endlich, nach elf Stunden Marsch, die Hütte in Sicht kam. Bei einem Gespräch mit der Hüttenwirtin erfuhren wir, dass Lebensmittel auf lange Zeit geplant werden müssen, da der Heli nur alle drei Wochen kommt und pro Flugminute 45 Euro kostet. Bevor wir in Meran in die Therme konnten, erwartete uns noch ein Aufstieg zur Bella Vista und ein Abstieg von 1000 hm. Unser großes Projekt Alpenüberquerung, ließen wir am Abend in einem italienischen Restaurant, mit Pizza und Wein, überglücklich, stolz und endlich wieder sauber, ausklingen. Während dieser Tage minimalistischen Lebens haben wir nicht nur die wichtigen und für uns selbstverständlichen Dinge, wie z.B. ein normales Bett und eine Dusche, wieder zu schätzen gelernt, sondern haben auch Erfahrungen gesammelt, die unser Leben prägen.

Foto: Erfolgreich hoch oben vor malerischer Kulisse: Schüler der Q11 des Neuendettelsauer Laurentius-Gymnasiums. Foto: Diakoneo

 

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