Goldmünze gelingt Schlag

Ansbach (LUH). Seit 2017 ermittelt die Ansbacher Kriminalpolizei mit ihrer eigens eingerichteten Sonderkommision „EKo Goldmünze“ in einem äußerst perfiden Fall von Trickbetrug. Nun gelang die Festnahme einer 56-Jährigen, die auf frischer Tat gefasst wurde.

Über 200.000 Euro hat die verdächtige Oberfränkin in circa einem Jahr gesichert eingenommen. Die Dunkelziffer dürfte weit höher liegen. Viele Opfer melden aus Scham ihren Schaden nicht bei der Polizei. Die Vorgehensweise der international vernetzten Bande ist so perfide wie erfolgsversprechend. Im Telefonbuch suchen die Verbrecher nach altertümlich klingenden Namen, welche sie mit Hilfe einer getricksten Telefonnummer kontaktieren. Im Gespräch berichten die Gauner ihren Opfern dann von einem hohen Bargeldbetrag, welche die Opfer gewonnen haben. Vor der Auszahlung müsse jedoch eine Gebühr entrichtet werden. Diese Gebühr, meistens Bargeld, werde von einem „Notar“ persönlich in Empfang genommen. Durch geschickte Gesprächsführung und Aufbau einer persönlichen Beziehung werden die Opfer dann so weit überzeugt, ihr Erspartes abzugeben, obwohl sie teilweise niemals bei einem Gewinnspiel mitgemacht haben. In dem konkreten Fall wird eine 56-Jährige Frau aus Oberfranken verdächtigt ,als Geldabholerin in mindestens zehn Fällen fungiert zu haben.

Zur Tatbegehung erhielt sie Information aus einem Callcenter, das wohl im europäischen Ausland beheimatet ist. Nach Erhalt der Beute transferierte die Frau das Geld auf ausländische Bankkonten und das Prozedere begann von neuem. Zwei der Fälle führten die Frau auch in die nähere Umgebung, im Landkreis Neustadt-Aisch und im Landkreis Ansbach wurden ein 77- und ein 90-Jähriger Opfer des Betruges. Aus diesem Grund übernahm die Kriminalpolizei in Ansbach die Ermittlungen. Sie konnte nun durch ermittlungstaktische Maßnahmen die Frau bei einer Geldabholung in Nordrhein-Westfalen überführen. Die Tatverdächtige ist in zehn Fällen vollumfänglich geständig und sitzt in Untersuchungshaft. Die weiteren Ermittlungen zur Ergreifung der Hintermänner läuft. Der Leiter der KPI Ansbach, Dieter Hegwein, beschrieb, dass die Betrugskriminalität eines der wenigen wachsenden Kriminalfelder sei. Die Aussicht durch wenig Arbeit, einen sehr hohen Ertrag zu erzielen, sei dabei sehr verlockend. Es gebe zahlreiche Variationsmöglichkeiten und so steige die Opferzahl beharrlich. Hegwein appellierte an die Bevölkerung, niemals Geldsummen an Fremde zu verteilen, immer die Familie mit ins Boot zu holen sowie bei verdächtigen Anrufen stets die Polizei zu verständigen.

Foto: Von links: Der Leiter der Kriminalpolizei Dieter Hegwein, Oberstaatsanwalt Michael Schrotberger und Polizeihauptkommissar Michael Petzold konnten über Ermittlungserfolge berichten. Foto: Luca Herrmann

 

 

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