Herrieder Stadtschloss

Herriedens Herzensprojekt

HERRIEDEN (ASC). Soll man die Geschichte des Herrieder Stadtschlosses mit einem Wort beschreiben, so würde dieses „Neuanfang“ lauten. In ihrer bewegten Geschichte fiel die im späten 14. Jahrhundert entstandene Burg mehrmals den Flammen zum Opfer, doch immer wieder folgte ein Wiederaufbau. So auch jetzt, denn nachdem das Gebäude inmitten der historischen Altstadt, viele Jahre lang brachlag, wird ihm heute zu altem Glanz verholfen. Der erste Bauabschnitt des Millionenprojekts „Herrieder Stadtschloss“ wurde fertiggestellt. Mit der Eröffnung des Schlosses vergangene Woche, eröffnet sich auch ein neues Kapitel in der Stadtgeschichte Herriedens.

Im November 2015 erhielt die Stadt Herrieden den Bescheid für die Bundesförderung „Nationale Projekte des Städtebaus“ mit einer Gesamtfördersumme im ersten Bauabschnitt von 6,75 Millionen Euro. Damit stand dem Beginn der Sanierungsarbeiten im April 2017 nichts mehr im Weg. Seitdem hat sich viel getan: Im Laufe des ersten Bauabschnittes wurde der ehemalige Ochsenstall in einen modernen Multifunktionssaal umgewandelt. Bei Bestuhlung finden darin rund 150 Personen Platz. Er soll für Sitzungen des Stadtrats sowie Feierlichkeiten verwendet werden. Ebenso konnten in den letzten Jahren zwei Tagungsräume und eine Galerie im Obergeschoss geschaffen werden.

Romantische Parkanlage nach historischem Vorbild

Auch die Gartenanlage wurde liebevoll hergerichtet und historischen Anlagen nachempfunden. Bei den Grabungsarbeiten traten Funde auf, die die Bauzeit um mehrere Wochen nach hinten verschoben. So fand man unter Erdhaufen zugeschüttete Reste des früheren Verteidigungsrings. An dieser Burgmauer wurde nun eine Open-Air-Bühne errichtet, die Platz für verschiedenste kulturelle Events bieten wird. Ebenfalls geplant ist ein Biergarten mit rund 120 Plätzen. Dieser befindet sich in unmittelbarer Nähe zu einem Fledermauskeller, der auch nach der Sanierung den nachtaktiven Tieren dienen wird. Denn auf Nachhaltigkeit und Ökologie wurde bei der Schlossrenovierung Wert gelegt. Das sei auch ein ausschlaggebender Faktor für die Förderung durch den Bund gewesen, erklärte der ehemalige Bundestagsabgeordnete Josef Göppel bei der offiziellen Stadtschlosseröffnung vergangene Woche. Weitere Gründe waren die Zentralität inmitten des Ortskerns, sowie die Bürgerbeteiligung bei der Projektplanung. Auch, dass hier etwas für die Bürgerinnen und Bürger geschaffen werden sollte, war entscheidend, erläuterten Göppel und sein CSU-Parteigefährte, der Erste Bürgermeister von Herrieden, Alfons Brandl. Schließlich werden neben den buchbaren Räumen, dem Biergarten und der öffentlichen Parkanlage auch die alten Kellergewölbe saniert und eine Bühne für Kunst- und Kulturveranstaltungen installiert. Gerade für Hochzeiten wird das Stadtschloss eine perfekte Kulisse bieten. Geplant sind außerdem ein Gastronomiebetrieb und zwölf Hotelzimmer. Im Juni geht es mit dem zweiten Bauabschnitt auch schon weiter. Der erste Bürgermeister Alfons Brandl wünscht sich, wie er bei der Eröffnung verriet, dass sich das Schloss zu einer Stätte der Freude und Begegnung sowie des freundlichen Miteinanders von Jung und Alt in Herrieden entwickle.

Foto: Die Gesamtkosten belaufen sich für den ersten Bauabschnitt auf rund 7,56 Millionen Euro. Foto: Anika Schildbach

 

 

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