Mit Hochdruck an den Online-Anträgen – Handwerkskammer Ulm berät, prüft und gibt frei

Ostalbkreis (wz). Handwerksbetriebe laden die Anträge auf Soforthilfe online auf der Seite des Wirtschaftsministeriums hoch. Von dort werden Sie an die zuständige Kammer weitergeleitet. Die Zahl der Anträge nimmt stetig zu um ca. 1.000 pro Tag. Das eigens dafür gebildete Team in der Handwerkskammer arbeitet von Montag bis Samstag von 7 bis 19.30 Uhr mit rund 40 Mitarbeitern die Antragsflut ab. „Wir arbeiten mit Hochdruck, schnell und ohne viel Formularkram bei Beantragung und Auszahlung. Eine außergewöhnliche Situation erfordert außergewöhnliche Maßnahmen. Für altbekannte und vielfach bewährte Muster fehlt den Betroffenen Betrieben die Zeit“, sagt Dr. Tobias Mehlich, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Ulm. Er betont aber auch: „Datensysteme und Infrastruktur sind eine riesige Herausforderung und machen Schwierigkeiten in Zeiten, in denen plötzlich überall alle alles online bewegen wollen.“ Die Handwerkskammer Ulm unterstützt über eine Hotline von Montag bis Samstag (7 bis 19.30 Uhr) mit ihren Beratern, damit möglichst wenige unvollständige oder falsch ausgefüllte Antragsbogen eingehen. Wichtig ist, dass der Antrag beim Wirtschaftsministerium hochgeladen wird. Mehlich: „Die ersten sind schon von uns zur Zahlung freigegeben. Es gibt aber kein Zeitlimit für die Anträge. Auch derjenige, der in der kommenden Woche noch beantragt, fällt nicht raus und wird von uns schnell und unbürokratisch bearbeitet. Entscheidend für eine unkomplizierte Prüfung und damit einen schnellen Bescheid ist, dass die Voraussetzungen für die Soforthilfe im Antrag ersichtlich und auch erfüllt sind. Ein weiteres Hilfsangebot für krisengebeutelte Betriebe ist die Stundung der Sozialversicherungsbeiträge zunächst für zwei Monate. „Wir sind froh, dass eine weitere zentrale Forderung von uns so rasch umgesetzt wurde „, sagt Mehlich. Es genügt dazu ein unbürokratisches, formloses Schreiben, in dem die Stundung und Aussetzung der Vollziehung der Beiträge für März und April 2020 bis auf weiteres beantragt und Aussetzung fälliger Zahlungen ebenso wie die Erhebung von Zinsen und Säumniszuschlägen erbeten wird. Eine Umfrage unter Handwerksbetrieben zu den Auswirkungen von Corona hat ergeben, dass 77 Prozent der Handwerker derzeit Umsatzrückgänge zu verkraften haben. 55 Prozent sind von Auftragsstornierungen betroffen. 36 Prozent haben mit Personalausfall zu kämpfen, mit fehlendem Material 31 Prozent. Behördliche Betriebsschließungen hingegen nennen 16 Prozent als Auswirkung. 10 Prozent der Handwerksbetriebe spüren die Corona-Krise bislang nicht in ihrem Betriebsalltag. „Die Ergebnisse der Umfrage zeigen die Vielschichtigkeit und den Spagat, den wir momentan zu organisieren haben. Von nahezu zahlungsunfähigen Betrieben bis florierendes Geschäft ist alles dabei. Die Gründe sind aber nicht ‚schlechtes Wirtschaften‘ bei den einen. Die Branchen im Handwerk sind zu unterschiedlich. Umso besser, dass die Politik die Betriebe mit Soforthilfe unterstützt, die unverschuldet in Schieflage geraten sind. Das ist vorausschauend – und echte Wirtschaftspolitik“, betont Mehlich.

Foto: pixabay

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