Junges Weibchen bei den Kalifornischen Seelöwen

AALEN (PM) Ein vorsichtiger Blick, ein kurzes Zögern, dann setzt Seelöwin Heaven ganz mutig die Flossen auf die ihr ungewohnte Robbenanlage der Wilhelma. Nachdem sie sich zunächst im Innengehege an die Umgebung gewöhnen durfte, stand für den Neuzugang jetzt der erste Ausflug auf die Außenanlage an. In der vergangenen Woche war das einjährige Weibchen vom Tiergarten Nürnberg in den Zoologisch-Botanischen Garten in Stuttgart gezogen

Schritt für Schritt soll Heaven nun mit den Seelöwen der Wilhelma Bekanntschaft schließen. „Sie war nach ihrer Ankunft natürlich nervös, hat aber nach zwei Tagen schon Fisch gefressen“, erzählt Tierpfleger Stefan Deibert. „Als sie nach vier Tagen die anderen Seelöwen entdeckt hat, wirkte sie fast erleichtert. Mit ihnen hat sie dann am Sichtgitter auch schon Kontakt aufgenommen.“ Den Anfang in der Vorstellungsrunde machte erst einmal Fiete, der jüngste Spross der Stuttgarter Seelöwengruppe. Er hatte vor kurzem seinen ersten Geburtstag und ist damit ein passender, gleichaltriger Spielgefährte für Heaven. Der Jungbulle ist nun gemeinsam mit ihr im kleineren der beiden Becken zu sehen. Diese Vergesellschaftung ist für Fiete zudem ein wichtiger Schritt auf dem Weg in die Selbstständigkeit. Denn junge Männchen können nur eine begrenzte Zeit in ihren Familien bleiben. Dann werden sie von dem Bullen, der seinen Harem aus Seelöwinnen anführt, als Konkurrenten angesehen und vertrieben. Daher wird auch Fiete zukünftig im Rahmen des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms in einen anderen Zoo umziehen, bevor er mit seinem Vater Unesco aneinandergerät. Weibchen Evi hatte außerdem nach einer Fehlgeburt wieder starken Kontakt zu ihrem Sohn Fiete gesucht. Die erfahrene Mutter hatte am vergangenen Samstag ihren jüngsten Nachwuchs statt mit dem Kopf voran mit den Hinterflossen zuerst zur Welt gebracht. Der vorläufigen tierärztlichen Untersuchung zufolge hat das Kalb dabei Fruchtwasser eingeatmet, wodurch es keine Luft mehr bekam.

„So kurz nach der Geburt sind die Muttergefühle bei Evi noch sehr stark ausgeprägt“, berichtet Deibert. „Obwohl Fiete eigentlich schon entwöhnt ist, hat sie ihn wieder wie ein Baby behandelt. Die Trennung trägt jetzt dazu bei, dass es bei Evi wieder ruhiger wird und Fiete sich besser abnabelt.“ Bereits am ersten Tag schoss er gemeinsam mit Heaven ausgelassen gemeinsam durch das Wasser. Bleibt es so entspannt, wird als Nächstes die zweijährige Samantha dazukommen. Im Juli soll die Gruppe dann wieder komplett durch die Wellen gleiten.

Begleitend zu der Eingewöhnung wird Heaven außerdem behutsam in das tägliche Training einbezogen. „Das lassen wir ganz ruhig angehen“, sagt Deibert. „Sie ist ja gerade entwöhnt und lernt jetzt, Fisch aus der Hand zu fressen. Am wichtigsten ist, dass sie erst einmal richtig Vertrauen fasst.“ Und dafür bekommt sie in der Wilhelma wirklich alle Zeit der Welt. Das Training der Seelöwen ist jeden Tag um 11 und 15 Uhr zu beobachten.

Foto: Wilhelma Stuttgart

 

 

 

 

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