Keim-Expertinnen aus 50 Arztpraxen im Landkreis ausgebildet

Ende des vergangenen Jahres sind fast  180 medizinische Fachangestellte aus den Arztpraxen sowie Pflegemitarbeiterinnen des Klinikums an zwei Terminen für ihren zukünftigen Einsatz als sogenannte Link Nurses geschult worden. In dieser Funktion sollen sie über einen Zeitraum von 24 Monaten rund 12.000 Patienten in die Prävention von Wundinfektionen einführen und dabei auch über konkrete Dekontaminationsmaßnahmen zur Beseitigung von STaphylococcus AUreus-Keimen, die Wundinfektionen auslösen können, auf der Hautoberfläche aufklären.

(pm). Infektionsexperten aus dem Klinikum sowie dem Gesundheitsamt informierten dabei über Staphylococcus aureus und den multiresistenten Staphylococcus aureus, Keimsanierung, Hände- und Flächendesinfektion sowie den vorgesehen Behandlungspfad in der Studie vom Arzt-Patientengespräch in der Praxissprechstunde, über die Maßnahmen zur Keimreduzierung, bis zur abschließenden Kontrolluntersuchung mehrere Monate nach einer Operation. Zum Schulungsprogramm im Kommunikationszentrum der Firma Hartmann AG, die die Räumlichkeit dankenswerterweise dafür zur Verfügung gestellt hat, gehörten auch die Themen Antibiotikatherapie sowie andere Infektionsformen. Auch die beteiligten Ärzte werden in Kürze eine Qualifizierungsmaßnahme mit anschließender Zertifizierung durchlaufen. Im Oktober 2018 ist die konkrete Projektvorbereitungsphase des Heidenheimer STAUfreiProjektes gestartet worden. Am 1. April 2019 wird der zweijährige, aktive Studienphase beginnen. 50 Arztpraxen aus der Kreisärzteschaft Heidenheim beteiligen sich daran. STAUfrei steht für Prästationäre Detektion und Sanierung zur Vermeidung von STaphylococcus AUreus-Infektionen bei geplanten Eingriffen im Klinikum Heidenheim. Bei Patienten, denen ein geplanter operativer Eingriff bevorsteht, kann durch eine gezielte Maßnahme die Keimlast bereits vorab reduziert, im Optimalfall eliminiert werden, was wiederum die Sicherheit aller Krankenhaus-Patienten erhöht. Im Rahmen des STAUfrei-Projektes sollen daher nicht nur Risiko-Patienten, sondern alle Patienten, die zu einem Eingriff ins Klinikum Heidenheim kommen, auf das Vorhandensein des Bakterienstamms Staphylococcus aureus getestet werden. Wenn sich ein Patient als Keimträger herausstellt, wird er dazu angeleitet, sich vor der Krankenhausaufnahme mit Hilfe eines Desinfektionssets von dem Keim zu Hause zu sanieren. Wundinfektionen können seltene, aber problematische Komplikation bei operativen Eingriffen darstellen. Staphylokokkus aureus ist ein sehr häufig vorkommender „normaler“ Hautkeim, der allerdings bei Eindringen ins Körperinnere schwere Infektionen auslösen kann. Viele der Wundinfektionen werden von diesem Keim verursacht, der in seiner sensitiven Form bei bis zu 30 % der Bevölkerung vorhanden ist. Der gegen Methicillin (ein Antibiotikum) resistente Staphylococcus aureus (MRSA) tritt zwar deutlich seltener auf, ist jedoch schwerer behandelbar. Die meisten dieser Keime werden von Menschen von außen in Krankenhäuser eingebracht. Deshalb ist es sinnvoll, Patienten bereits vor einem stationären Aufenthalt darauf zu testen und bei einem Keimnachweis außerhalb des sensiblen Krankenhausbereichs, zu behandeln.

Beteiligte Partner
STAUfrei ist ein intersektorales Projekt. Das bedeutet, dass alle an der Patientenversorgung beteiligten Sektoren am Projekt beteiligt sind. Da es sich um ein Forschungsprojekt handelt, sind auch universitäre Einrichtungen beteiligt, die den Erfolg der Maßnahmen wissenschaftlich messen und auswerten. Zudem unterstützen Krankenkassen das Projekt. Die Kliniken Landkreis Heidenheim gGmbH ist Konsortialführer und koordiniert das gesamte Projekt.

Die Teilnehmerinnen mit einigen Referenten der zweitägigen STAUfrei-Schulungsmaßnahme Foto: pm

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