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Leichter Straftatenanstieg in unserem Ries

NÖRDLINGEN (RED). Am Montag wurden die bayerischen Kriminalitätszahlen bekannt gegeben. Sowohl in Bayern als auch im nordschwäbischen Bereich werden leicht steigende Zahlen registriert.

Die Nördlinger Polizei meldet für das zurückliegende Jahr 2018 zwar einen deutlicheren Anstieg der Straftaten, aber angesichts des massiven Rückgangs im Vorjahr auf 1343 Straftaten (damals niedrigster Stand seit Führung der Aufzeichnungen), kann der Anstieg um sieben Prozent verkraftet werden.

Die Aufklärungsquote liegt mit knapp 65 Prozent allerdings ebenfalls über dem Vorjahresergebnis (60 Prozent) und damit auf Landesniveau (64,5 Prozent).

Polizeichef Walter Beck: „Die Kriminalitätsbelastung (begangene Straftaten auf 100.000 Einwohner umgerechnet) liegt im Ries bei knapp 2900 und damit mehr als deutlich unter dem Landesschnitt (der liegt bei 4571). Dies wiederum bedeutet, dass wir in unserer Region sehr sicher leben, wenn wir uns die Belastungszahlen insbesondere in den norddeutschen Großstädten mit 15.000 ansehen. Und Sicherheit bedeutet gleichermaßen auch Lebensqualität.“

Zugenommen haben im Ries unter anderem die Körperverletzungsdelikte (von 192 auf 222). Hier fällt auf, dass insbesondere die gefährlichen Körperverletzungen (z. B. mit Gegenstand zugeschlagen oder mehrere gemeinsam haben attackiert) angestiegen sind (61 im Vergleich zu 33 im Vorjahr).

Wie in Gesamt-Bayern liegt auch im Ries weiterhin das Gros der Straftaten mit knapp einem Drittel bei den Diebstählen. Insgesamt 415 Diebstähle wurden angezeigt (Anstieg um über 11 Prozent). Auffällig ist hierbei der deutliche Anstieg bei den angezeigten Ladendiebstählen (Anstieg von 61 auf 81) und bei den Fahrraddiebstählen (von 69 auf 87).
Erfreulich ist der anhaltende Rückgang im Bereich des Wohnungseinbruchs von 16 auf 12 Einbrüche.

Ebenso positiv ist auf den ersten Blick die Entwicklung bei den Betrugsdelikten, wenngleich heutzutage durch Betrügereien der größte Schaden angerichtet wird.

Beck: „Waren vor 20 Jahren noch Überfälle auf Banken, Tankstellen und auch Privatleute an der Tagesordnung, so haben sich die Ganoven von heute umorientiert. Durch nichts ist es leichter an Geld zu kommen, als durch Betrug und hier insbesondere durch den Betrug in der virtuellen Welt.“

Auch wenn die Nördlinger Polizei im Gesamtbereich des Betrugs einen Rückgang vermeldet (von 130 auf 100 Straftaten), so muss man darauf hinweisen, dass die Kriminalstatistik hier eine „kleine“ Schwäche aufweist. Denn bis ins Jahr 2018 werden in dieser Auflistung nur Straftaten erfasst, in denen der Tatort eindeutig in der Region liegt.

Beck: „Im letzten Jahr waren bestimmt die Hälfte der in Nördlingen bearbeiteten Fälle, Taten mit ungeklärtem Tatort bzw. Tatort im Ausland. Das heißt, das Opfer sitzt bei uns, der Schaden ist bei uns eingetreten und die Arbeit ist bei uns angefallen, aber das Delikt wird nicht in unserer Statistik erfasst, weil der Täter irgendwo im Ausland sitzt. Diesem Defizit wird wohl Ende 2019 Rechnung getragen. Ab dann erscheinen diese Straftaten in der Statistik, sofern im Inland ein Schaden eingetreten ist.“

Leicht abgenommen haben auch die sogenannten Vandalismusstraftaten (Rückgang auf insgesamt 115 Sachbeschädigungen in Parkanlagen, Schmierereien an Hausfassaden und Beschädigungen von Kraftfahrzeugen/Vorjahr 121).

Besorgt zeigt sich die Nördlinger Polizei, was die Zunahme bei den Rauschgiftstraftaten anbelangt.

Beck: „Wenn man berücksichtigt, dass es sich bei der Rauschgiftkriminalität um ein reines Kontrolldelikt handelt und wir hier relativ wenig Personal einsetzen können, so ist die Zahl der bekannt gewordenen 111 Straftaten schon besorgniserregend. Das Dunkelfeld wird hier ungleich größer sein.“

Zur Aufteilung der Straftaten im Bereich der Polizeiinspektion Nördlingen: Die Straftaten im Ries konzentrieren sich weiterhin zum Großteil auf die beiden Städte Nördlingen und – mit Abstrichen – Oettingen. Erwähnenswert ist hierbei, dass die Straftatenentwicklung in Nördlingen rückläufig ist, während die Polizei in Oettingen erneut mehr Straftaten als im Vorjahr zu bearbeiten hatte.

Stadtgebiet Nördlingen

Von den insgesamt 1437 Straftaten wurden 923 im Stadtgebiet Nördlingen registriert (das heißt über 60 Prozent der Fälle entfallen weiterhin auf das Stadtgebiet Nördlingen). Von diesen Straftaten konnten 64,7 Prozent geklärt werden.

Folgende Schwerpunkte stellt die Polizei fest:

307 (260) Diebstähle (vorwiegend einfache Diebstähle)
106 (110) Körperverletzungen
118 (106) Sachbeschädigungen
82 (64) Betrugsdelikte
70 (68) Rauschgiftstraftaten

Stadtgebiet Oettingen

Auf das Stadtgebiet Oettingen entfielen 200 Straftaten (Vorjahr 149). Hiervon konnten 66 Prozent aufgeklärt werden.

40 (36) Diebstähle
4 (11) Betrugsstraftaten
25 (26) Körperverletzungsdelikte
32 (25) Sachbeschädigungen
25 (15) Rauschgiftstraftaten

Weder in Oettingen noch in Nördlingen haben sich Kriminalitätsschwerpunkte herauskristallisiert.

 

 

Bildunterschrift:      Die Polizei ermittelt mit viel Engagement, aber beim Kampf gegen Kriminelle hat sie immer noch hohe rechtliche Hürden zu überwinden.      FOTO:     Pixabay

 

 

 

 

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