Tor oder Tempel Neue Forschungen am Limestor Dalkingen

ELLWANGEN (PM) Im Eingangsbereich des Ellwanger Alamannenmuseums ist bis 28. April 2019 die Sonderpräsentation „Tor oder Tempel Neue Forschungen am Limestor Dalkingen“ des Landesamtes für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart zu sehen. Auf drei Bannern werden neue Erkenntnisse und Überlegungen präsentiert.

Vor über 40 Jahren wurde am Limes bei Rainau-Dalkingen (Ostalbkreis) ein rätselhafter Baukomplex ausgegraben. Spuren von Türmen, Sperranlagen und Gebäuden mehrerer Bauphasen wurden gefunden, sogar die Ruine eines monumentalen Bogens, dessen Entstehung mit dem Germanenfeldzug des Kaisers Caracalla (213 n. Chr.) in Verbindung gebracht wird. Seit diesen Forschungen ist der Fundplatz als „Limestor Dalkingen“ bekannt. Das 2010 errichtete Schutzhaus aus Glas und Stahl hat dem Ort zusätzlich Attraktivität beschert.

Wie aktuelle Forschungen zeigen, steckt aber vor Ort noch mehr im Boden. Geophysikalische Prospektionen führten zum Nachweis eines 20 m x 20 m großen Steingebäudes südöstlich des Schutzhauses. Und der Verdacht erhärtet sich, dass im 3. Jahrhundert kein Limestor, sondern ein Heiligtum die Höhe zwischen Röhlinger Sechta und Auerbach beherrschte. Außerdem scheint es Hinweise auf einen Eremiten zu geben, der sich im frühen Mittelalter in der Ruinenstätte zurückgezogen haben könnte.

Diese Einsiedelei schlägt in besonderer Weise den Bogen zu Ellwangen und zum Alamannenmuseum, denn es ist kaum bekannt, dass bei den Ausgrabungen südlich des „Limestores“ in der Achse des Eingangs ein Grab aufgedeckt wurde. Man entdeckte das Skelett eines Mannes, das abgesehen von einem Geweihfragment keine Beigaben enthielt und in Ost-West-Richtung angelegt wurde. Der Kopf war eingerahmt durch drei Steine, die Füße lehnten an einer Steinplatte. Die C14-Datierung ergab eine Lebenszeit irgendwann zwischen 689 und 868 n. Chr. Es liegt nahe, an die Bestattung eines Einsiedlers zu denken. Der Mönch könnte das Kloster Ellwangen verlassen haben, jagstaufwärts gewandert sein und sich hier in der römischen Ruine zurückgezogen haben. In der Ausstellung ist ein Foto des Grabbefundes zu sehen.

 FOTO: Limes- Informationszentrum Baden-Württemberg

 

 

 

 

 

 

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