Ansbach Vortrag VR-Bank Michael Stich

Mit Werten Werte gestalten

ANSBACH (LUH). Michael Stich ist ein Allrounder. Das war er schon auf dem Tennisplatz. Gewann er doch als einziger Deutscher jedes Tennisturnier im Inland. 1991 und 1993 gewann er zudem auf allen vier Belägen im Jahresverlauf ein Turnier, auch im heutigen Tennis eine Seltenheit. Ein Allrounder ist Michael Stich auch nach dem Tennis geblieben. Als Vorstand der Michael-Stich-Stiftung, Gründer einer Rückentagesklinik sowie als Referent und Berater in Sachen Mitarbeiterführung hat er, anders als viele andere ehemalige Weltklasse-Athleten, seinen Weg nach dem Sport gemacht. In Ansbach sprach er nun im Veranstaltungssaal der Hauptgeschäftsstelle der VR Bank Mittelfranken West eG als langjähriger Partner der DZ-Privatbank.

„Ich wollte nie Tennisprofi werden“. Sicherlich kein Satz den man von einem Wimbledon Gewinner erwarten würde. Stich wollte nach seinem Abitur und der Bundeswehr viel eher Medizin studieren. Es haperte jedoch, wie bei so vielen, am NC. Und so nahm die Tennislaufbahn doch noch Fahrt auf. Just wurde Michael Stich 1986 Jugendmeister. „Davor habe ich auf Bundesebene nichts gewonnen und bin immer in der ersten Runde ausgeschieden“, beschreibt Stich seine sportliche Jugend, in der er nur in seinem Bundesland Schleswig-Holstein erfolgreich war. „Schleswig-Holstein war in Tennis-Deutschland immer der schlechteste Verband“. Bis eben zu jenem Jugendmeistertitel, dem Stich einen Wechsel nach München in die Bundesliga folgen lies. „Mir Ziele zu setzen und diese zu erreichen, war der Grundsatz, der mir bis heute im Leben sehr geholfen hat.“ Vom Erreichen der Top 100, bis zum ersten Turniersieg, über den Grand Slam Sieg und den Erfolg im Davis Cup hat der Pinneberger beinahe alle in sich gesetzten Ziele in seiner 20 Jahre andauernden Profikarriere erreicht. „Es gibt keine Grenzen dessen was man kann“, so Stich. Gleichzeitig mahnt er an, nie die Freude an dem zu verlieren, was man tut. „Ein Spiel muss gespielt und nicht gearbeitet werden“. Viel gespielt hat Stich und vor allem erfolgreich. Früh kam dann die Frage auf, wofür engagiert man sich außerhalb des Sports? „Ich habe dann lange gesucht und sehr unbedacht mit 24 Jahren meine Stiftung gegründet.“ Diese widmet sich dem Schicksal von HIV-Infizierten, von HIV-Betroffenen und an Aids erkrankten Kindern in Deutschland. „Eine Stimme geben und ein Lächeln schenken“, darum gehe es noch heute hauptsächlich. Zu Beginn der Stiftungszeit sei die Medizin noch nicht so weit gewesen und kaum ein Kind wurde älter als 18, was für Michael Stich emotional nicht leicht war, wie er beschreibt. Heute sei die Medizin deutlich weiter. Infizierte können lange selbstbestimmt leben und auch eine Familie gründen. Was sich noch nicht entscheidend gebessert habe, seien Akzeptanz und Vorurteile. Michael Stich teilt sein Leben in drei Bereiche. Neben Tennis und der Stiftungsarbeit zählt er als dritten Bereich die Gründung einer Rückentagesklinik im Jahr 2000 auf. Ein Grundpfeiler sei hier der innovative Finanzierungsweg bei dem die Klinik den Krankenkassen verspricht, über 70 Prozent der Patienten zurück in den Beruf zu führen. Seit 2012 fungiert Stich nicht mehr operativ, sondern nur noch als Mitglied des Aufsichtsrates. Blicke Michael Stich heute auf sein bisheriges Leben zurück, blieben nicht die Erfolge hängen sondern die Begegnungen, so der Ex-Profi, bevor er sich den Fragen der Besucher widmete.

Foto: Umrahmt vom Vorstandsvorsitzenden der VR Bank Mittelfranken West eG, Dr. Gerhard Walther (links) und seinem Vorstandskollegen Erwin Einzinger (rechts) nahm Michael Stich einen 500 Euro Scheck für seine Stiftung entgegen. Foto: Luca Herrmann

 

 

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