Sportpreis Mittelfranken Ansbach

Mittelfränkischer Sportpreis trifft erstmals ins Schwarze

ANSBACH (LUH). Wohl kaum ein Verein in Mittelfranken steht so für das L, also Leistungssport, in BLSV wie der 1. FC Nürnberg. „An manchen Tagen steht er sogar für das S, also Spitzensport“, merkte der scheidende Finanzvorstand Michael Meeske scherzhaft an. BFV-Vizepräsident Johannes Pfau freute sich sehr, dass sich nun wieder ein mittelfränkischer Verein in der höchsten Spielklasse befinde.

Es gehe nun darum, sich in der Beletage des deutschen Fußballs zu etablieren. Für den zweiten Preisträger Günther Reizhammer gab sich Innenminister und somit auch „Schützenminister“ Joachim Herrmann die Ehre. Persönlich habe er als „Schwarzer“ das letzte Mal auf dem Oktoberfest ins Schwarze getroffen. Schützensport ist seiner Meinung nach sowohl Brauchtumspflege als auch Leistungssport. Toll sei es, dass der mittelfränkische Sportpreis und das Schützenwesen nun gemeinsame Weg gehen. Reizhammer erhielt die Auszeichnung besondere Verdienste um das Schützenwesen für 32 Jahre engagierte Jugendarbeit, in der er zahlreiche ambitionierte Schützen herausbrachte, und seine Trainertätigkeit bei den Bundesliga-Schützen des SV Petersaurach. Dem Nürnberger Bürgermeister Dr. Clemens Gsell war es vorbehalten, den Kinder- und Jugendarbeitspreisträger zu küren. Geehrt wurde der TuSpo Nürnberg oder doch eher der TuSpo Heroldsberg, wie er landläufig heißt und wie auch Gsell ihn kannte.

Mit ihren Sommercamps wollen die Initiatoren die Kinder zum Bewegen animieren. Ihren Preis nicht persönlich entgegennehmen konnte Vanessa Beckstein. Die Nachwuchs-Judoka hatte aber wohl eine der besten Ausreden überhaupt. Sie verweilte nämlich zur Zeit der Preisverleihung in Rio de Janeiro, um dort an den Youth Olympics teilzunehmen.

Verdient hatte sie sich ihre Teilnahme und ihren Preis durch einen Europameistertitel 2017 und einen Podestplatz bei der Weltmeisterschaft 2018. Um die gleiche Sportart, jedoch einen verschiedenen Ansatz geht es beim Generationenpreisträger, der Judo Abteilung des TV 1848 Erlangen.

Beim Familientraining stehen bis zu drei Generationen gleichzeitig auf der Matte und leben ihre Freude an Bewegung aus. Das Gesicht des karnevalistischen Tanzsportes in Mittelfranken ist seit Jahrzehnten Ruth Angermeyer.

Unzählige Erfolge als aktive Tänzerin, aber vor allem als Trainerin zieren die Vita Angermeyers. Einzelstars mit Allüren habe sie dabei aber niemals heran-
gezogen, so Laudator Bernhard Schlereth. Ein Ende sei auch noch nicht in Sicht. „Es hält mich jung und fit.“

Dass man sich auch im gestiegenen Alter noch sportlich, sozial engagieren kann, beweist die Preisträgerin der Kategorie Bereich 60 plus, Magda Täubert. Sie hält seit Jahren Schwimmkurse für Menschen mit geistiger und körperlicher Beeinträchtigung. In den Jahren konnte sie so eine besondere Bindung zu ihren Kursteilnehmern aufbauen.

Innovativ geht es beim größten Verein Mittefrankens mit KiSS zu. KiSS steht dabei für Kinder – Sport – Schule und für ein qualitativ hochwertiges, sportartübergreifendes Bewegungsangebot, das zielgerichtet auf die Bedürfnisse der Kinder zugeschnitten ist. Beim Post SV gilt es als Grundlage für KiSS für Erwachsene. Denn wieso kann man im fortgeschrittenen Alter nicht auch Sportarten neu ausprobieren?

Der zweite Preis rund um den Schießsport beweist, dass auch besonders Frauen gut schießen können. Verena Schmid legte nämlich gar herausragende Leistungen in den olympischen Schießdisziplinen an den Tag, die sie bis in die Bundesliga und Nationalmannschaft geführt haben und mit zwei Gold- und einer Bronzemedaille gekrönt wurden. Eine echte Weltmeisterin ist auch Milena Slupina und zwar im Kunsteinradfahren. 2017 gewann sie erstmals den Titel, der das höchste der Gefühle in dieser sehr anspruchsvollen Sportart ist. Im November wird die 23-Jährige versuchen diesen Titel in Belgien zu verteidigen.

Ohne Widerrede verdient hat sich den Preis Sponsoren und Personen, die Sportvereine fördern, Peter Dinzl. Sein Herz schlägt dabei seit über 40 Jahren für den Motorsport. Als Schatzmeister und Förderer des MSC Schillingsfürst hat er in über vier Jahrzehnten einige Projekte begleitet. Seine große Liebe gilt dabei den Oldtimern.

Novuss klingt nach neu und ist auch eine zumindest in Deutschland noch recht junge Sportart, die ursprünglich aus Lettland kommt. Es gehört zur Billardfamilie, wird jedoch an einem viel kleineren Tisch gespielt. Dadurch dass auch die Tischhöhe sehr gering ist, hat der Verein Novuss – Sport ohne Barrieren Erlangen es sich zur Aufgabe gemacht das Spiel in Deutschland bekannter zu machen und trägt mit der Integration aller Gesellschaftsgruppen seinem sozialen Auftrag Rechnung. Ein verdienter Inklusions/Intekrationssportpreisträger also.

Die Veranstaltung wurde musikalisch umrahmt und durch einige Tanzauftritte, wie etwa Zumba für Kinder, und ein Funkenmariechen aufgelockert.

Foto: Bezirkstagspräsident Richard Bartsch begrüßte als Hausherr die zahlreichen Gäste. Fotos: Luca Herrmann

 

 

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