Rügland Pressegespräch

Polizei fassungslos: „Ein völlig irrationales Verbrechen“

Rügland (LUH). Am Samstagvormittag wurde in einem Feld in Rügland ein 49-jähriger unweit von dessem beschädigten Auto durch einen Polizeihubschrauber gefunden. Der herbeigerufene Notarzt konnte nur noch den Tod feststellen. Die Obduktion ergab eine Todesursache durch Ersticken. Vorausgegangen war der Tat wohl ein Streit bei dem ein 30-jähriger das Auto des Opfers beschädigte. Als der 49-jährige den Täter auf frischer Tat ertappte und auch fotografierte, kam es wohl zur Eskalation. Durch Handyfotos auf dem Mobiltelefon des Opfers konnte der 30-jährige identifiziert werden. Nachdem er jedoch stundenlang trotz intensiver Suchmaßnamen nicht auffindbar war, kam es am Sonntagabend zu einer dramatischen Wende als Angehörige den 30-jährigen tot in seiner Wohnung auffanden. Der mutmaßliche Täter hatte Suizid begangen

Am Morgen des 6. Juli war der 49-jährige mit dem Auto und seinen zwei Hunden aufgebrochen, um Nahe des Rügländer Waldes zu parken und im Anschluss dort Gassi zu gehen. Als er zu seinem Auto zurückkehrte, machte sich ein ihm unbekannter Mann an dem Fahrzeug zu schaffen. Wie die Polizei mitteilte, handelte der Mann nicht aus der Absicht heraus das Auto zu entwenden, sondern in vandalenhafter Art und Weise.

Unter anderem entfernte er Scheibenwischer, Antenne und Kennzeichen. Das Opfer ertappte den 30-jährigen, fotografierte und stellte ihn und gab anschließend einen Notruf bei der Polizei ab. Als die Streifenbesatzung jedoch eintraf, fand sie das Auto beschädigt und verlassen vor. Etwa zur gleichen Zeit ging ein zweiter Notruf bei der Polizei ein.

Die Frau des 49-jährigen teilte mit, dass ihr Ehemann sie angerufen hätte und ihr dabei mitgeteilt hätte, dass er niedergeschlagen worden sei und nun verletzt auf dem Boden liege. Nun wurden weitere Polizeikräfte, die das Gebiet absuchen sollten hinzugezogen, darunter war auch ein Diensthundeführer und ein Polizeihubschrauber.

Die Hubschrauberbesatzung entdeckte um 10:30 den leblosen Körper des 49-jährigen mehrere Hundert Meter weit weg von dessen Fahrzeug. Bei ihm waren seine beiden Hunde, die ihrem Herrchen nicht von der Seite wichen. Ein vor Ort anwesender Notarzt konnte nur noch den Tod feststellen. Bei der durch die Rechtsmedizin Erlangen durchgeführten Obduktion wurde als Todesursache Ersticken in Folge von Gewalt gegen den Hals festgestellt. Am Samstagnachmittag übernahm die 25 Personen starke „Soko Rosenberg“ die Ermittlungen.

Der Durchbruch erfolgte Sonntagnachmittag durch eine Auswertung des Mobiltelefons des Opfers. Dort konnten Bilder, die aufgrund des Zeitstempels eindeutig mit der Tat zusammenhängen, sichergestellt werden. Die Bilder auf denen der Täter erkennbar ist, wurden Behördenvertretern der Gemeinde Rügland vorgelegt, welche den 30-jährigen identifizierten. Ab dem Sonntagnachmittag war der Polizei also Name und Anschrift eines 30-jährigen aus dem östlichen Landkreis Ansbach bekannt.

Dennoch war trotz intensiver Fahndungsmaßnamen der Aufenthalt des Gesuchten unklar. Eine dramatische Wende nahm der Fall, als um etwa 23 Uhr am Sonntagabend ein weiterer Notruf einging. Angehörige des 30-jährigen meldeten, dass sie den dringend Tatverdächtigen tot in seiner Wohnung aufgefunden haben.

Er habe Suizid begangen, ein Abschiedsbrief liege laut der Polizei vor. Der abschließende DNA-Beweis stehe zwar noch aus, trotzdem könne man mit absoluter Sicherheit sagen, dass der tote 30-jährige der Täter sei. Völlig ungeklärt bleibt allerdings das Motiv des 30-jährigen und wieso er sich am Auto zu schaffen machte. Dieter Hegwein, Leiter Kriminalpolizei Ansbach sprach von einer „völlig irrationalen Tat“.

Auch die Ermittlungen seien noch nicht abgeschlossen. So müsse nun geklärt werden, was der Mann vor und nach der Tat machte und auf welchem Wege er sich vom Tatort entfernte. Auf Nachfrage wie der nicht vorbestrafe 30-jährige sich in seiner Wohnung mehrere Stunden nach Identifizierung umbringen konnte, erklärten die Polizeivertreter, dass man zwar nicht aktiv die Wohnung des 30-jährigen aufsuchte, jedoch die Wohnsituation jederzeit unter Kontrolle gehabt hätte. Erfreut waren alle Beteiligten über die gute polizeiliche Zusammenarbeit und den Umstand, dass durch die Aufklärung nun den Bewohnern Rüglands wieder ein subjektives Sicherheitsgefühl vermittelt werden könne.

Foto: Vertreter aus Justiz und Polizei gaben auf einer Pressekonferenz Auskunft über den Ermittlungsstand Foto: Luca Herrmann

 

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