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Positive Bilanz: Aktionswoche zum Thema Essstörungen

AlLTMÜHLFRANKEN (RED). Die Arbeitsgruppe „Gesundheitsförderung und Prävention“ der Gesundheitsregionplus zieht ein positives Fazit der Aktionswoche zum Thema Essstörungen in Gunzenhausen.

260 Schülerinnen und Schüler aus unterschiedlichen Schulen der Region und die interessierte Öffentlichkeit besuchten in der Zeit von 24.09. bis 04.10.2018 die Ausstellung „Klang meines Körpers“ in Gunzenhausen. Die Ausstellung klärte über die verschiedenen Krankheitsbilder auf, sensibilisierte für mögliche Anzeichen und zeigte Auswege aus der Erkrankung. Durch die Ausstellung führten erfahrene und speziell geschulte Sozialpädagoginnen und –pädagogen der Diakonie WeißenburgGunzenhausen, der Kiss Weißenburg, des Gesundheitsamtes, des Deutschen Vereins für Gesundheitspflege e. V. und des Therapienetzes Essstörungen.

Den Abschluss der Essstörungswoche machte das Theaterstück „Food Diaries“. Die Schauspielerin Heidy de Blum schlüpfte in die Rollen fünf verschiedener Personen und ließ die Zuschauer an der Gedankenwelt der betroffenen Personen teilhaben. Durch die herausragende Bühnenpräsenz konnten sich auch nicht betroffene Zuschauer leicht in die Gedanken und Gefühle der einzelnen Charaktere hineinversetzen. Das Theaterstück wurde deutschlandweit bereits in vielen Orten aufgeführt.

Im Anschluss an das Theaterstück beantwortete die Schauspielerin, die selbst einmal an einer Essstörung litt, Fragen. Erfahrungen wurden ausgetauscht und es entstanden interessante und hilfreiche Gespräche. Heidy de Blum hat ihre Essstörung erfolgreich überwunden und führt nun ein Leben, das nicht permanent von Gedanken über das Essen kontrolliert wird. „Man kann es schaffen, es gibt Auswege aus der Krankheit. Aber es ist oftmals ein langer und anstrengender Weg“, appellierte Heidy de Blum an die Betroffenen. Der Abend endete mit einer hoffnungsvollen Stimmung. Alle Besucherinnen und Besucher waren sich einig, dass das Theaterstück mehr Betroffene erreichen muss. „Das muss man gesehen haben“, lautete das Fazit der Besucher und Organisatoren.

Im nächsten Jahr wird die Aktionswoche mit der Ausstellung und dem Theaterstück in Weißenburg angeboten. Die Aktionswoche wird von der Arbeitsgruppe „Gesundheitsförderung und Prävention“ der Gesundheitsregionplus organisiert.

Zum Krankheitsbild Essstörungen Der Anteil essgestörter Frauen an der Gesamtbevölkerung liegt zwischen fünf und zehn Prozent. Nicht nur die Zahl der betroffenen Frauen steigt tendenziell, auch immer mehr Männer sind betroffen. Essstörungen, wie Bulimie, Magersucht, Esssucht oder Muskeldysmorphie sind seelische und psychische Erkrankungen, die auch dem Körper schaden. Eine bestimmte Ursache lässt sich nicht definieren. Vielmehr ist es ein Zusammenwirken verschiedener Faktoren, wie die eigene Persönlichkeit oder Einflüsse aus dem sozialen Umfeld, was zu einer Essstörung führen kann. In den meisten Fällen ist das Essen oder Nichtessen ein Mittel, um psychische und soziale Probleme auszugleichen. Da ein frühes Erkennen und ein fachgerechtes Handeln sehr wichtig sind, sollten Eltern, Lehrkräfte und Vertrauenspersonen von Kindern und Jugendlichen wachsam sein. Wenn die Auswahl an Lebensmitteln insgesamt stark eingeschränkt wird und die Mahlzeiten unregelmäßig, sehr langsam oder gar nicht gegessen werden, sollte man aufmerksam werden. Sollte sich ein Dauerzustand dieser Verhaltensweisen einstellen und dies mit Gewichtsabnahme und Wesensveränderung einhergehen, muss gehandelt werden. Gleiches gilt bei stetiger Gewichtszunahme über einen längeren Zeitraum, gekoppelt mit sozialem Rückzug.

Bildunterschrift: Schauspielerin Heidy de Blum inszeniert einen Essanfall. Foto: Gesundheitsregionplus Altmühlfranken

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