Wolframs-Eschenbach Preis

Preis einer lebendigen Kunst- und Kulturszene

WOLFRAMS-ESCHENBACH (LUH).Seit nun mehr als 39 Jahren wird der vom Bezirk vergebene Wolfram-von-Eschenbach-Preis an Künstler aus der Region verliehen. Für Bezirkstagspräsident Richard Bartsch sei der Bezirk auf einem guten Weg diese Szene weiter zu stärken. Beitragen würden hierbei auch Kulturpreise. Sie sollen auch den Reichtum und die Vielfalt von Kunst und Kultur aufzeigen. Der mit 15.000 Euro dotierte Wolfram-von-Eschenbach-Preis erhält der Kinderliedermacher, Sänger und Gitarrist Gerd Grashaußer, genannt Geraldino. Die drei Förderpreise, die jeweils mit 5000 Euro ausgelobt wurden, erhalten die bildende Künstlerin Stefanie Pöllot, die Sängerin Yara Linss sowie der Musikproduzent Stefan Grasser.

Wenn Geraldino „zum zweiten Mal in seinem Leben in einen Anzug“ schlüpft, muss etwas Besonderes passieren. „Ich bin wohl am Zenit meines Schaffens“, merkte der stets für einen Spaß zu habende Kinderliedermacher noch an. Der Anlass war aber in der Tat ein sehr erfreulicher. Der Schwabacher ist „nach eingehenden Diskussionen“ der diesjährige Wolfram-von-Eschenbach-Preisträger. Vielseitig ist wohl das Wort, das den Schwabacher am besten beschreibt. Seit 30 Jahren steht er bereits auf der Bühne, den Fokus immer auf Musik für Kinder. Er ist dabei Sänger, Gitarrist, Texter und Komponist. Dem nicht genug ist Grashaußer, so sein bürgerlicher Name, auch noch als Workshop-Leiter, Seminar-Anbieter, Musikclip-Produzent, Festival-Organisator, Moderator, Hörbuch-Sprecher, Schauspieler, bildender Künstler und seit zwei Jahren auch als Autor tätig. Wichtig war ihm dabei immer, Musik für Kinder eine größere Beachtung zu verschaffen, sei doch der Stellenwert von dieser sehr gering.

Stefanie Pöllot lebt und arbeitet in Nürnberg. Ihre Werke sind der Film&Video-Branche zuzuordnen. Sehen und Warnehmung werden in ein anderes spezielles, bildnerisches Medium übersetzt. Die Arbeiten selbst sind dabei alle komplett händisch produziert, wie die Künstlerin betonte.

Die zweite Frau im Bunde der Förderpreisträger ist Yara Linss. Die gebürtige Brasilianerin (Sao Paulo) kam mit vier Jahren nach Deutschland. In Maastricht studierte sie Jazzgesang, in Nürnberg Musik an der ortsansässigen Hochschule. Heute steht sie selbst in ganz Deutschland auf der Bühne, wo sie ihre Musik, in der sie Jazz und verschiedene Stile der brasilianischen Musik mixt, präsentiert. Zudem unterrichtet sie seit 2011 an der Musikschule Schwabach Jazz- und Popgesang. 2018 war für die Nürnbergerin ein Jahr der Rückbesinnung auf ihre Wurzeln, verbrachte sie doch das erste Halbjahr in ihrer brasilianischen Heimat. Zudem übernahm sie die Chorleitung des Gewerkschaftschores.

Stefan Grasser ist zwar schon in seinen Fünfzigern, hat sich aber doch vor drei Jahren seinen beruflichen Lebenstraum erfüllt. Seit nunmehr drei Jahren ist er nur noch freischaffender Künstler. Er lebt also allein vom Musizieren und Konzertieren. Dem vorgegangen war ein Studium der klassischen Gitarre – „ja das kann man wirklich studieren“. Sein neuestes Projekt bringt Grasser mit einer klassischen Gitarre in eine Höhle, wo er mithilfe des Echos experimentieren und neue Klangerlebnisse einfangen will. Zu seiner nun dreijährigen Zeit als freischaffender Künstler merkte er an: „Langsam geht’s, man hat nicht mehr nur Sorgen“.

Foto: Von links: Geraldino, Stefanie Pöllot, Bezirkstagspräsident Richard Bartsch, Yara Linss, Stefan Grasser Foto: Luca Herrmann

 

 

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