Tipps für einen niedrigeren Blutzuckerspiegel

AALEN (PM) Mediziner unterscheiden zwei Formen von Diabetes: Typ 1 und Typ 2. Während bei einer Typ-1-Erkrankung die Zerstörung der insulinbildenden Zellen erfolgt, sprechen bei Typ 2 die Körperzellen schlechter auf Insulin an. Das Hormon sorgt für einen Transport der Glukose vom Blut in die Zellen. Doch bei Typ-2-Diabetikern verbleibt der Zucker aufgrund der verminderten Wirkung des Insulins im Blut und der Blutzuckerspiegel steigt. Langfristig kann ein dauerhaft erhöhter Wert Schäden an Nerven und Gefäßen zur Folge haben. Betroffene bekommen darum meist Medikamente zur Senkung verschrieben. Jedoch können sie auch selbst einiges dafür tun, damit ihre Werte sich verbessern. Prof. Dr. Stephan Schneider, Chefarzt der Inneren Medizin, Endokrinologie und Diabetologie im St. Vinzenz-Hospital Köln, verrät, wie Patienten mit einer Diabetes-Typ-2-Erkrankung bereits mit kleinen Umstellungen der Lebensgewohnheiten dazu beitragen, ihren Blutzuckerspiegel natürlich zu senken:
Ernährung umstellen
Grundsätzlich gilt, dass es keine ausdrücklichen Verbote für spezielle Nahrungsmittel gibt. Jedoch empfiehlt es sich, auf eine ausgewogene Ernährung zu achten. So sollten viel Obst, Gemüse, Olivenöl, Nüsse und Fisch auf dem Speiseplan stehen. Wer auf Fleisch nicht verzichten möchte, sollte weißes, also Geflügel, anstelle von rotem Fleisch, wie Schweinefleisch, essen. Zudem gehören viele Ballaststoffe, beispielsweise in Form von Vollkornprodukten, Erbsen oder Bohnen, auf den Teller – Diabetiker sollten täglich etwa 40 Gramm Ballaststoffe zu sich nehmen. Sie sorgen dafür, dass Kohlenhydrate langsamer ins Blut übergehen. Der Blutzuckerwert steigt nach dem Essen folglich langsamer an und sinkt dann ebenfalls in einem geringeren Tempo. Auch zuckerhaltige Getränke lassen den Wert nach oben schnellen. Darum sollten zuckerhaltige Fruchtsäfte sowie Limonaden durch Mineralwasser oder ungesüßten Tee ersetzt werden.
Gewicht reduzieren
Da Übergewicht zu den Hauptursachen einer Diabetes-Typ-2-Erkrankung zählt, müssen Betroffene das eigene Gewicht im Blick behalten und gegebenenfalls reduzieren. Was viele nicht wissen: Nicht nur das Gewicht, sondern auch der Fettanteil – insbesondere am Bauch – beeinflusst das Krankheitsrisiko. Wie hoch der Körperfettanteil eines Menschen ist, lässt sich nicht immer am Gewicht erkennen. Auch bei schlanken Menschen kann er zu hoch sein. Mit speziellen Untersuchungen können Mediziner diesen bestimmen. Prinzipiell gilt es die geplante Gewichtsreduktion mit dem Arzt abzustimmen. Statt auf spezielle Diäten zu setzen, hilft es, den Lebensstil zu ändern, um nachhaltig das Gewicht zu senken.
Stress aus dem Weg gehen
Bei Stress produziert der Körper Cortisol. Es zählt zu den Hormonen, die den Blutzuckerspiegel ansteigen lassen. In den Alltag integrierte Entspannungsübungen helfen Stress zu reduzieren – unabhängig davon, ob es sich hierbei um die wöchentliche Yogastunde oder die tägliche Morgenmeditation handelt. Auch ausreichend Schlaf spielt eine wichtige Rolle, denn zu wenig Schlaf erhöht die Produktion von Stresshormonen.
Sport hilft
Regelmäßige Bewegung hilft nicht nur dabei, das Gewicht zu reduzieren, sondern auch bei der Verbesserung des Zuckerstoffwechsels. Beim Sport sinkt der Blutzuckerspiegel, da durch den erhöhten Energieverbrauch mehr Glukose verbrannt wird. Folglich reduziert sich der Insulinbedarf des Körpers. Allerdings sollten insbesondere Menschen, die längere Zeit keinen Sport getrieben haben, das Sportprogramm mit dem Arzt abstimmen und langsam starten – sei es mit regelmäßigen Spaziergängen oder ausgedehnten Radtouren.

Weitere Informationen unter www.vinzenz-hospital.de

Foto: PM

 

 

 

 

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