Klinik Dinkelsbühl, ANregiomed Jubiläum

Vom Pflänzchen zum stabilen Baum

DINKELSBÜHL (RED). „Wir können eigentlich gar nichts, haben aber Erfahrung“, so beschrieb Akademiedirektor Hans-Peter Mattausch locker und mit einer Prise Humor seine Erfahrungen aus den Anfängen der Pflegeausbildung. Mattausch selbst ist ein Grundpfeiler der vom Dinkelsbühler Bürgermeister Paul Beitzner gelobten Kontinuität. Seit 1994 ist er Akdemiedirektor, an der Pflegefachschule ist er freilich schon länger.

„Wie menschlich eine Gesellschaft ist, erkennt man daran, wie es um die Schwachen bestellt ist.“ Dies formulierte die damalige Kultus-Staatssekretärin Carolina Trautner.

In Zeiten des demografischen Wandels werde es immer schwieriger die gesundheitliche Versorgung sicherzustellen, die Anforderungen werden immer größer, so die zukünftige Staatssekretärin für Soziales, Familie und Arbeit. Am Pflegezentrum in Dinkelsbühl werde eine qualitativ hochwertige Ausbildung für anspruchsvolle sowie ausfüllende Berufe geboten. „Sie werden gebraucht“, wandte sich Trautner noch abschließend an die Schüler. Landrat Dr. Jürgen Ludwig sprach von der wachsenden Bedeutung der Pflege. Für den Patienten sei der Pflegende oftmals der erste Ansprechpartner. Der wirtschaftlichen Druck und der Fachkräftemangel seien längst auch im Gesundheitswesen angekommen. In den Debatten rund um die Digitalisierung sowie die Akademisierung der Pflege sei es vonnöten ein klares Profil zu haben. Gerade empathische Fähigkeiten seien hier nicht zu vernachlässigen.

Laut Dr. Ludwig lohne es sich junge Menschen in der Region zu halten, denn der Dienst am Menschen habe immer Konjunktur. „Durch die menschliche Nähe und Wärme sowie die Vertrautheit in Dinkelsbühl fühlt man sich viel sicherer“, stellte Bürgermeister Paul Beitzner fest. Im gleichen Atemzug richtete er auch einen Appell an seine Mitbürger: „Wenn ihr ein regionales Krankenhaus wollt, dann müsst ihr auch hingehen.“

Zwölf Schüler in einer frei definierbaren Pflegeausbildung, das waren die Anfänge in Dinkelsbühl. Übrig ist davon freilich heute wenig. Weder das Gebäude steht, noch sind die Inhalte vergleichbar. Im Gegenteil deutlich mehr Stunden für die Ausbildung und genau definierte Ausbildungsinhalte sind der Status quo seit der letzten Anpassung 2003. Doch die nächste Zeitenwende steht schon bevor. Das Pflegestärkungsgesetz löst bei Hans-Peter Mattausch nicht unbedingt nur Begeisterung aus.

Wenn man das Gesetz genau lese, stehe in diesem, dass es Prämien für Kliniken gibt, die Betten schließen. „Wenn das die Denkweise ist, dann bleibe ich noch“, so Mattausch. Er warb für Durchhaltervermögen. Die Überversorgung im Ballungsraum löse die Landproblematik jedoch nicht.

Foto: Hans-Peter Mattausch, Akademiedirektor seit 1994, ließ in seiner launigen Ansprache Vergangenes Revue passieren und wagte einen Blick in die Zukunft. Foto: Luca Herrmann

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