Von Sporttalenten und Rückwärtsläufern

ANSBACH (luh). 2011 hat der Bezirk Mittelfranken das Jahr der Freiwilligkeit zum Anlass genommen um den mittelfränkischen Sportpreis ins Leben zu rufen.
Im zweiten Jahr begeht man diesen nun zusammen mit dem mittelfränkischen Schützenbund. Das Jahr 2019 stellte für die Jury ein besonders kniffliges dar. Statt der bisherigen 20 bis 25 Bewerbungen waren es heuer auf einmal circa 70.
Dennoch einigten sich die Experten letztendlich auf zehn Preisträger, die sich um den Sport besonders verdient gemacht haben.
Der Abend der Preisverleihung im Ansbacher Bezirksrathaus sollte ganz den Geehrten gehören. Und so beließ es Schirmherr und Bezirkstagspräsident bei kurzen Worten: „In Mittelfranken funktioniert das Ehrenamt prächtig. Danke für dieses umfangreiche Engagement“, so Kroder.
Die ersten Preisträger in der Kategorie „Sportliche Leistung/Erwachsene“ stechen dabei sofort besonders ins Auge. Carmen Fuhrmann und Reinhard Joas sind zwar in unterschiedlichen Vereinen aktiv. Beide aber vornehmlich zu Fuß, und in der Läuferszene kennt man sich eben. Wobei bei Fuhrmann neben ihren hunderten Medaillen vor allem das Rückwärtslaufen auffällt. Einig sind sich aber beide warum sie das machen: „Laufen ist große Liebe.“
Der erste Preisträger, der dem Schützensport angehört, ist Rudolf Gebert von der SG Wendelstein. Das Augenmerk des Inklusionspreisträgers gilt dabei vor allem dem Auflageschießen. Einer Schützenart, die es auch gehandicapten Sportlern ermöglicht weiter ihren Sport auszuüben.
Silvio Holzapfels sportliche Vita dreht sich ganz um den Volleyball. Der TC Höchstadt hat es vor allem ihm zu verdanken, dass der Jugend-Mädchen Volleyball im Erlanger Stadtteil eine Blütephase erlebt. Dafür wurde er nun in der Kategorie Kinder und Jugendliche bedacht.
Nürnberger Sporttalent des Monats Mai 2019 und des Jahres 2018, 25 Gold, 13 Silber, und elf Bronzemedaillen, all das ist und beschreibt die erst zwölfjährige Aurelia Wulandoko. Sie gilt als eines der größten Badmintontalente in der Bundesrepublik. Dafür opfert die Nachwuchsathletin viel Freizeit, was ihr nun zumindest einmal den Sportpreis für Sportliche Leistung Kinder/ Jugendliche einbrachte.
Einige Lenzen mehr hat der 60plus Preisträger Georg Wittmann. Doch noch immer brennt er für Osternohe und seinen Skisport. Mit Fug und Recht kann behauptet werden, dass es das größte mittelfränkische Skigebiet ohne Wittman nicht geben würde.
Wie keine zweiten stehen die Gebrüder Schwager in Ansbach für den Breitenradsport. Da es in Ansbach keinen Radsportverein gab, der den Sport in den Mittelpunkt stellte, gründeten die Brüder kurzerhand selbst die Radsportgemeinschaft Ansbach. Der Verein ist bis heute die Anlaufstelle für Radsportler in der Region Zudem machten sich beide Brüder in zahlreichen Ämtern um den Sport auf zwei Rädern verdient. Dies würdigte der Bezirk mit der Auszeichnung für herausragende Verdienste rund um den Sport.
Ein wahres Urgestein im Turnsport ist auch Fanny Seitz. Sie ist seit 1967 Übungsleiterin beim TV Hilpoltstein. Auch 2019 leitet die Generationen-Preisträgerin ihre Kurse noch mit großem Eifer.
Einer der es wissen muss, hielt die Laudatio für „back to competition“, den Preisträger in der Kategorie Innovationsprojekt. Dieter Frey, ehemaliger FC Nürnberg Spieler, war in seiner Karriere mehr als einmal verletzt und hätte sich solche Angebote wie „back to competion“ damals gewünscht. Sportler die auf dem Weg in den Profisport sind, haben an der Bertolt Brecht Schule ihre Heimat. An der Schule wurde mit dem ausgezeichneten Projekt eine Vorsorgelücke geschlossen, das verletzte Schüler schnellstmöglich auf den Platz zurückbringen soll. Der letzte Preisträger der Schützen ist Spätzünder Roland Juranek. Erst mit 36 Jahren begann er mit dem Schießport. Dennoch kann er mittlerweile über 100 Podestplätze bei nationalen und internationalen Meisterschaften vorweisen.

 

Foto: Die jungen Ballakrobaten der Bertolt Brecht Schule präsentierten ihr Können. Foto: Luca Herrmann

 

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