100 Jahre Christuskirche Ellingen

von | 26. November 2025 | Allgemein, Altmühlfranken, Gunzenhausen, Treuchtlingen, Weißenburg

Ellin­gen — Am 1. Advent jährt sich die Ein­wei­hung der Chris­tus­kir­che zum 100. Mal. Die­ses beson­de­re Jubi­lä­um fei­ern wir mit einem Fest­got­tes­dienst um 10.00 Uhr in der Chris­tus­kir­che und anschlie­ßen­dem Emp­fang im Gemein­de­haus.

Im Got­tes­dienst über­neh­men das Chör­le unter der Lei­tung von Ulri­ke Haag und der Posau­nen­chor die musi­ka­li­sche Gestal­tung. Den Emp­fang wer­den die Holz­per­len mit ihrer Musik berei­chern.

Für die Kin­der gibt es wäh­rend des Got­tes­diens­tes eine Betreu­ung im Gemein­de­haus und beim Emp­fang Bas­te­l­an­ge­bo­te.

Es wer­den Kir­chen- und Dach­bo­den­füh­run­gen ange­bo­ten und es kann eine Aus­stel­lung mit Fotos aus 100 Jah­ren Kon­fir­ma­tii­on in der Chris­tus­kir­che besucht wer­den.

„Macht hoch die Tür, die Tor macht weit“ – die­se Lied­zei­le bekam am 1. Advent 1925 in Ellin­gen eine beson­de­re Bedeu­tung: An die­sem Tag wur­de die neue evan­ge­li­sche Kir­che fei­er­lich ein­ge­weiht. Nicht nur die evan­ge­li­sche Gemein­de, son­dern die gan­ze Stadt fei­er­te mit. Die Häu­ser waren beflaggt und geschmückt – auch die katho­li­schen. Das gute Mit­ein­an­der der Kon­fes­sio­nen, das man sich damals wünsch­te, hat sich bis heu­te zu einem wert­schät­zen­den und ver­trau­ens­vol­len Zusam­men­wir­ken ent­wi­ckelt.

Schon um 1900 wuchs die Zahl der Evan­ge­li­schen in Ellin­gen auf rund 250. Da sie zum Got­tes­dienst nach Wei­ßen­burg oder Höt­tin­gen muss­ten, grün­de­ten enga­gier­te Bür­ger 1909 einen Kir­chen­bau­ver­ein. Vor­sit­zen­de waren Schmie­de­meis­ter Fried­rich Lang und spä­ter Baum­schu­len­be­sit­zer Paul König. Der Ver­ein sam­mel­te im gan­zen süd­li­chen Mit­tel­fran­ken Spen­den und konn­te bald ein Grund­stück erwer­ben. Der Ers­te Welt­krieg stopp­te jedoch alle Plä­ne.

Nach dem Krieg küm­mer­te sich Pfar­rer Fried­rich Veit aus Wei­ßen­burg um die Evan­ge­li­schen im Rez­at­tal. Ein Saal im Kin­der­gar­ten durf­te für Got­tes­diens­te genutzt wer­den, wur­de aber bald zu klein. Trotz Infla­ti­on und Geld­ver­lust wag­te man 1923 einen neu­en Anlauf zum Bau einer Kir­che – „eigent­lich ohne Geld, aber durch Zusam­men­fas­sung aller Kräf­te“. Vie­le hal­fen mit: Es wur­den Stei­ne aus Äckern gegra­ben, mit Och­sen­kar­ren gefah­ren und Dach­zie­gel mit Getrei­de­spen­den bezahlt. Auch katho­li­sche Bau­ern unter­stütz­ten das Vor­ha­ben.

Der renom­mier­te Archi­tekt Prof. Ger­man Bestel­mey­er ent­warf einen acht­ecki­gen Zen­tral­kir­chen­bau mit Zelt­dach und zwie­bel­be­krön­tem Turm, der sich har­mo­nisch ins Stadt­bild ein­fügt. Am 24. August 1924 erfolg­te die Grund­stein­le­gung. Doch am 4. Okto­ber stürz­te der bereits 13,5 m hohe Turm ein – Gott sei Dank wäh­rend der Mit­tags­pau­se, sodass nie­mand ver­letzt wur­de. Nach sta­ti­schen Ver­bes­se­run­gen konn­te der Bau fort­ge­setzt wer­den.

Die­ses Unglück stei­ger­te noch ein­mal die Unter­stüt­zung durch die Men­schen in Ellin­gen und den Nach­bar­ge­mein­den, so dass die Kir­che am 29. Dezem­ber 1925 ein­ge­weiht wer­den konn­te — ein Tag gro­ßer Dank­bar­keit nach vie­len Mühen und Rück­schlä­gen.

Die Innen­ein­rich­tung konn­te aller­dings erst nach und nach beschafft wer­den: 1930 die zwei­te Glo­cke, 1935 die Stein­mey­er-Orgel, 1952 das gro­ße Kru­zi­fix im Altar­raum – eine Arbeit von Aka­de­mie­pro­fes­sor Schorer. Anläss­lich des 50jährigen Jubi­lä­ums wur­de der pro­vi­so­ri­sche Altar durch einen Stein­al­tar des Bild­hau­ers Rein­hard Fuchs ersetzt. Der glei­che Künst­ler fer­tig­te auch eine neue Rück­wand für das Kru­zi­fix.

Seit 1990 trägt die Kir­che den Namen „Chris­tus­kir­che“. Die­se Wahl unter­streicht, dass Chris­tus das Zen­trum der Kir­che und der gan­zen Gemein­de bil­det.

Bei der Reno­vie­rung 2013 und 2014 wur­den sta­ti­sche Pro­ble­me im Dach­stuhl besei­tigt und der Innen­raum mit neu­er Tech­nik und neu­em Anstrich ver­se­hen, so dass die Chris­tus­kir­che ihre Besu­cher nicht nur zum 100. Geburts­tag mit einer wun­der­bar ein­la­den­den Atmo­sphä­re emp­fängt. (Pfar­re­rin Sibyl­le Bloch)

Bild­un­ter­schrift: Die Chris­tus­kir­che im Stadt­gar­ten – damals noch grü­ne Wie­se. Foto: unbe­kannt