116,9 Millionen Überstunden in Bayern – Gewerkschaft NGG Nürnberg-Fürth warnt:

von | 12. Mai 2025 | Altmühlfranken, Gunzenhausen, Treuchtlingen, Weißenburg

Vom Kell­ner bis zum Lager­ar­bei­ter – Gum­mi­band-Arbeits­zeit bedeu­tet im Kreis Wei­ßen­burg-Gun­zen­hau­sen ein Schuf­ten bis ans Limit

(red). Die Tage im Job dürf­ten län­ger wer­den: „Das wird für vie­le ein Schuf­ten bis ans Limit“, sagt Regi­na Schle­ser von der Gewerk­schaft Nah­rung-Genuss-Gast­stät­ten (NGG) und warnt vor „XXL-Arbeits­ta­gen“. Wenn die neue Bun­des­re­gie­rung ihre Arbeits­zeit-Plä­ne in die Tat umset­ze, dann wer­de das in vie­len Betrie­ben im Land­kreis Wei­ßen­burg-Gun­zen­hau­sen „zu Stoß­ar­beits­zei­ten und Über­stun­den­ber­gen füh­ren“, so die Geschäfts­füh­re­rin der NGG Nürn­berg-Fürth. Vom Außen­dienst bis zur Büro­kraft und von der Köchin bis zum Fabrik­ar­bei­ter – davon wür­den „vie­le Jobs in vie­len Bran­chen“ betrof­fen sein, warnt die Gewerk­schaft.

Die Kri­tik der NGG Nürn­berg-Fürth rich­tet sich dabei gegen das Vor­ha­ben der schwarz-roten Bun­des­re­gie­rung, aus der Regel­ar­beits­zeit von acht Stun­den am Tag eine Höchst­ar­beits­zeit pro Woche zu machen. „Der 8‑Stun­den-Tag kippt – und der ‚10 plus X‘-Stunden-Tag kommt. Das ist nichts ande­res als Gum­mi­band-Arbeits­zeit. Dabei zie­hen die Beschäf­tig­ten ganz klar den Kür­ze­ren“, so Schle­ser.

Kei­ner kön­ne nach zehn Stun­den oder mehr im Job noch kon­zen­triert bei der Sache sein. „Die Fol­ge liegt auf der Hand: Die Unfall­ge­fahr steigt“, warnt die Geschäfts­füh­re­rin der NGG Nürn­berg-Fürth. Auch pri­vat habe die „aus­ge­dehn­te Tages­ar­beits­zeit“ enor­me Aus­wir­kun­gen. „Von Klein­kin­dern bis zu Ange­hö­ri­gen, die Pfle­ge brau­chen: Zeit in der Fami­lie ist dann nicht mehr plan­bar. Frei­zeit für Freun­de, Hob­bys oder ein Ehren­amt eben­so nicht“, sagt Regi­na Schle­ser.

Eine kla­re Absa­ge erteilt die Gewerk­schaft auch den Plä­nen der neu­en Bun­des­re­gie­rung, Zuschlä­ge auf Über­stun­den steu­er­frei zu machen. „Die Über­stun­den sol­len so lukra­tiv wer­den. Dadurch wird der Über­stun­den­berg aber nur noch wei­ter anwach­sen. Gleich­zei­tig machen die Unter­neh­men einen Bogen dar­um, neue Leu­te ein­zu­stel­len. Im Grun­de ist das ein Pro­jekt, das neue Jobs ver­hin­dert“, kri­ti­siert Regi­na Schle­ser. Bereits im Jahr 2023 haben nach Anga­ben der Gewerk­schaft Beschäf­tig­te quer durch alle Bran­chen in ganz Bay­ern 116,9 Mil­lio­nen Über­stun­den geleis­tet. Die Gewerk­schaft beruft sich dabei auf aktu­el­le Zah­len des sta­tis­ti­schen Bun­des­amts (Desta­tis).

„Ködert die schwarz-rote Bun­des­re­gie­rung Beschäf­tig­te mit einem Null-Steu­er-Anreiz, dann wird die Zahl der Über­stun­den im Kreis Wei­ßen­burg-Gun­zen­hau­sen durch die Decke gehen. Und von der Kell­ne­rin bis zum Lager­ar­bei­ter wer­den vie­le im Job die Grät­sche machen“, so Regi­na Schle­ser. Die Geschäfts­füh­re­rin der NGG Nürn­berg-Fürth appel­liert an die Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ten von CSU und SPD in der Regi­on, den Plä­nen zur Mehr­ar­beit der Bun­des­re­gie­rung einen Rie­gel vor­zu­schie­ben.

Bild­un­ter­schrift: Mehr (Über-)Stunden am Tag: „Der Arbeits­tag kommt gefähr­lich ins Rut­schen, wenn die schwarz-rote Bun­des­re­gie­rung vom 8‑Stun­den-Tag abrückt und zusätz­lich mit einem Steu­er-Köder lockt, damit mehr Über­stun­den gemacht wer­den“, warnt die NGG Nürn­berg-Fürth. Für die Beschäf­tig­ten bedeu­te das „deut­lich län­ge­re Arbeits­ta­ge“. Foto: NGG | Nils Hil­le­brand