Deutsche Stiftung Denkmalschutz überreichte Förderbescheid
Pappenheim — Die stark beschädigte Fassade des Neuen Schlosses in Pappenheim erhält finanzielle Unterstützung von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. Am vergangenen Freitag überreichte Alexander Ruthardt von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz einen Fördervertrag in Höhe von 150.000 Euro. Die symbolische Übergabe an die Grafenfamilie von und zu Egloffstein fand an der bereits renovierten Nordfassade statt.
Das Neue Schloss, das zwischen 1819 und 1822 nach den Entwürfen des bayerischen Hofarchitekten erbaut wurde, ist eines der Schmuckstücke Pappenheims. Bei dem Gebäude handelt es sich um einen Dreiflügelbau mit einer schlichten im klassizistischen Stil gehaltenen Frontseite. Doch der Zahn der Zeit hat deutliche und unübersehbare Spuren an der Fassade hinterlassen. Auch die Gesimse, die der Fassade das schöne Erscheinungsbild verleihen, lösen sich förmlich auf. Um das Denkmal zu sichern, wurde vor Jahren die Sanierung der Nordfassade vorgezogen, was der Grafenfamilie Ärger einbrachte. „Diese war durch die Feuchtigkeit von der Altmühl am stärksten zerstört“, begründete Graf Abrecht von und zu Egloffstein die vorgezogene Maßnahme. Denn eigentlich hätte die vom Marktplatz zu sehende Südfassade zuerst renoviert werden sollen. Jetzt ist der Westflügel eingerüstet und die Arbeiten sind in vollem Gange. Nach der Westseite soll der in der Substanz stark bedrohte Ostflügel und die Ostfassade und zum Schluss die Südfassade Richtung Marktplatz saniert werden.

Die Gesimse sind stark beschädigt. Foto: Brigitte Dorr
„Die Förderung durch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz ist ein wichtiger Baustein zur Erhaltung dieses bedeutenden Kulturdenkmals in unserer Region“, betonte der Graf. „Wir sind sehr dankbar für diese Unterstützung.“ Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz fördert jedes Jahr bis zu 600 Restaurierungsprojekte in ganz Deutschland, vor allem dank der aktiven Mithilfe und Spenden von über 200 000 Förderern – mit jährlich rund 20 Millionen Euro. Neben dem Neuen Schloss wurden in den vergangenen Jahren unter anderem auch das ehemalige Syndikats- und Zinsmeisterhaus sowie das Verwaltungsgebäude des Gemeindezentrums in Pappenheim mit Fördergeldern der Deutschen Stiftung Denkmalschutz bedacht. „Die Stiftung war schon sehr oft der letzte Schlussstein, dass Projekte angefangen werden konnten.“ Deshalb sei der Geldbetrag als Anerkennung für den Erhalt historischer Gebäude zu sehen, betonte König.
Lobende Worte gab es auch von Bezirkstagspräsident Peter Daniel Forster und dem ehrenamtlichen Vorsitzenden der Stiftung, Alexander König. Die Grafenfamilie sei sich ihrer Verantwortung bewusst, das Denkmal nicht nur für sich, sondern auch für die Allgemeinheit zu erhalten. Dies sei keine Selbstverständlichkeit, zeigten sie sich einig. Mit Sohn Johannes hat schon die nächste Generation Verantwortung übernommen. Das kulturelle Erbe zu erhalten sei ein stetiger Prozess. Deshalb werde es ein wichtiger Teil seiner Aufgabe sein, das zu erhalten, versprach er.
Bildunterschrift: Symbolische Scheckübergabe an Graf Albrecht von und zu Egloffstein. (3. v. r.) und seinen Sohn Johannes (4. v. r.). Foto: Brigitte Dorr


