20 Jahre Städtepartnerschaft mit Ponsacco

von | 22. April 2024 | Altmühlfranken, Treuchtlingen

Treucht­lin­gen (red). Am Frei­tag, den 18. Juli 2003 unter­schrie­ben die dama­li­gen Bür­ger­meis­ter Sil­va­no Gran­chi und Wolf­gang Herr­mann die Part­ner­schafts­ur­kun­de in Treucht­lin­gen und am 14. Sep­tem­ber in Pons­ac­co. Dies war der offi­zi­el­le Beginn der bis heu­te wäh­ren­den Freund­schaft und
Ver­bun­den­heit der bei­den Städ­te. Es folg­ten zahl­rei­che Besu­che und Gegen­be­su­che zu ver­schie­de­nen Anläs­sen, wie das Volks­fest oder Burg­fest in Treucht­lin­gen und das Mit­tel­al­ter- und Renais­sance-Fest in Pons­ac­co. Oft­mals mit Musik- und Tanz­grup­pen oder Ver­eins­mit­glie­dern im Gepäck. Dabei sind per­sön­li­che Freund­schaft ent­stan­den, die bis heu­te andau­ern.

Aus­zug aus der Part­ner­schafts­ur­kun­de: „Auf der Grund­la­ge gegen­sei­ti­ger Beschlüs­se ihrer Stadt­rä­te begrün­den die Städ­te Pons­ac­co, in Ita­li­en, und Treucht­lin­gen, in Deutsch­land, hier­mit eine Part­ner­schaft. Die­se Part­ner­schaft soll dazu die­nen, die bei­den Kom­mu­nen und ihre Bür­ger in Freund­schaft
zu ver­bin­den. Im Geis­te die­ser Ver­bun­den­heit soll ein reger gegen­sei­ti­ger Aus­tausch auf Stadt Treucht­lin­gen jedem Gebiet, ins­be­son­de­re in kul­tu­rel­len, sport­li­chen, wirt­schaft­li­chen und per­sön­li­chen Berei­chen, ange­strebt und im Rah­men der jewei­li­gen Mög­lich­kei­ten geför­dert wer­den.

Bei­de Kom­mu­nen sind sich einig in ihrer Ver­pflich­tung um eine fort­wäh­ren­de Ver­tie­fung der freund­schaft­li­chen Bezie­hun­gen und wol­len in die­sem Sin­ne stets dazu bemüht sein, die Part­ner­schaft mit Leben zu erfül­len. Möge über die Gren­zen der Städ­te Pons­ac­co und Treucht­lin­gen hin­aus die­se Part­ner­schaft
im Zei­chen eines geein­ten Euro­pas ste­hen und dem Frie­den die­nen.“ 2023, also im eigent­li­chen Jubi­lä­ums­jahr, war eine 16-köp­fi­ge Dele­ga­ti­on aus Treucht­lin­gen in Pons­ac­co zu Gast, um sowohl das 20-jäh­ri­ge Jubi­lä­um zwi­schen Treucht­lin­gen und Pons­ac­co, also auch das zwi­schen Pons­ac­co und Bri­gnais (Frank­reich) zu fei­ern. Im März die­ses Jah­res kamen die Ita­lie­ner zum Gegen­be­such nach Treucht­lin­gen, um auch hier den Anlass gebüh­rend zu fei­ern. Julia Kraft-Eisen und Mari­na Stoll vom Bür­ger­meis­ter­bü­ro boten den Gäs­ten ein unter­halt­sa­mes Kul­tur­pro­gramm.

Die ita­lie­ni­sche Dele­ga­ti­on wur­de von der Ers­ten Bür­ger­meis­te­rin Dr. Dr. Kris­ti­na Becker, Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter der Stadt­ver­wal­tung, aktu­el­le und ehe­ma­li­ge Ver­tre­ter des Stadt­rats und wei­te­ren Weg­be­glei­tern auf dem Gelän­de der Braue­rei Strauß in Wet­tels­heim begrüßt. Es folg­te eine Braue­rei­füh­rung, bei der Brau­meis­ter Jochen Engel­hardt die Teil­neh­mer in die Geheim­nis­se des Bier­brau­ens ein­weih­te und sei­nen Betrieb zeig­te. Anschlie­ßend gab’s natür­lich eine Ver­kos­tung mit Brot­zeit von der ört­li­chen Land­metz­ge­rei Gei­ßel­mei­er, die sich alle gut schme­cken lie­ßen. Auf Wunsch der Pons­ac­ci­ner folg­te ein klei­ner Spa­zier­gang an der Stei­ner­nen Rin­ne in Wolfs­bronn.

Am nächs­ten Tag stand die offi­zi­el­le Fei­er im Kul­tur­zen­trum Forst­haus auf der Agen­da. Bür­ger­meis­te­rin Dr. Dr. Kris­ti­na Becker bedank­te sich bei den „alten Hasen“, wie Wolf­gang Herr­mann, Wer­ner Baum, Susan­na Hartl und Sabi­ne Rosak auf der Treucht­lin­ger Sei­te und Gera­di­no Zar­ra, Fabio Turi­ni und Pao­lo Fio­ren­ti­ni auf der Sei­te von Pons­ac­co, dass sie die Freund­schaft zwi­schen den bei­den Städ­ten seit so vie­len Jah­ren pfle­gen und mit Leben fül­len. „Doch das Jubi­lä­um soll nicht nur ein Rück­blick auf Ver­gan­ge­nes sein, son­dern auch ein Aus­blick auf die Zukunft. Es liegt in unse­rer Ver­ant­wor­tung, die nächs­te Gene­ra­ti­on in Stadt Treucht­lin­gen die­se Part­ner­schaft ein­zu­bin­den und ihnen die Bedeu­tung von Freund­schaft, Zusam­men­ar­beit und kul­tu­rel­lem Aus­tausch zu ver­mit­teln.“, so Becker wei­ter.

Dr. Ste­fa­nia Mac­chi, Kul­tur­stadt­rä­tin der Stadt Pons­ac­co ver­las in Abwe­sen­heit von Bür­ger­meis­te­rin Fran­ce­s­ca Bro­gi ihre Rede, die eben­falls am Fort­be­stehen der Städ­te­part­ner­schaft fest­hält: „In den letz­ten zwan­zig Jah­ren hat sich vie­les ver­än­dert, auch die Art des Rei­sens und der Kom­mu­ni­ka­ti­on, Revo­lu­tio­nen, die Men­schen aus weit ent­fern­ten Städ­ten ein­an­der näher gebracht haben. Mit Blick auf die Zukunft bin ich jedoch über­zeugt, dass die Part­ner­schaf­ten zwi­schen unse­ren Städ­ten in der Lage sein wer­den, sich dem Wan­del der Zeit anzu­pas­sen. Es erfüllt mich mit gro­ßem Stolz, dass der dies­jäh­ri­gen Dele­ga­ti­on aus Pons­ac­co auch eini­ge jun­ge Men­schen aus dem Ver­ein “Inter­na­tio­nal Twin­ning Pro­mo­ters” ange­hö­ren, der genau zu dem Zweck gegrün­det wur­de, die Ver­bin­dung zwi­schen Pons­ac­co und den Part­ner­städ­ten mit neu­em Leben zu erfül­len. Dies ist ein wich­ti­ges Ele­ment für die jün­ge­ren Gene­ra­tio­nen, um die­sen Aus­tausch fort­zu­füh­ren, indem sie ihre Alters­ge­nos­sen ein­be­zie­hen, die viel mehr an Rei­sen und Ver­glei­che gewöhnt sind als
die Gene­ra­tio­nen vor ihnen und den­noch davon über­zeugt sind, dass eine Städ­te­part­ner­schaft unwie­der­hol­ba­re Erfah­run­gen ermög­li­chen kann. Denn schließ­lich bedeu­tet eine Städ­te­part­ner­schaft, eini­ge der Grün­dungs­prin­zi­pi­en unse­res Euro­pas in die Pra­xis umzu­set­zen.“

Musi­ka­lisch umrahmt wur­de die Fei­er durch das Kla­vier­spiel von Rai­mund Schä­cher und der Tanz­auf­füh­rung der Show­tanz­grup­pe der Kar­ne­vals­ge­sell­schaft Treucht­lin­gen. Bei einer Fei­er dür­fen natür­lich auch Geschen­ke nicht feh­len. „Pons­ac­co ist ein Land der Hand­wer­ker, wes­halb wir Ihnen als Geschenk ein Werk von Remo Caro­ti über­rei­chen möch­ten, das unse­ren Glo­cken­turm dar­stellt. Ein Ele­ment, das unse­re Sky­line vom Ende des 19. Jahr­hun­derts bis heu­te sym­bo­li­siert. In Ita­li­en sind die Glo­cken­tür­me nicht nur ein reli­giö­ses Bau­werk, son­dern auch ein Wahr­zei­chen, um das sich die ver­schie­de­nen Gemein­den ent­wi­ckeln. Eine Stadt unter­schei­det sich von der ande­ren, so dass man die ver­schie­de­nen Städ­te schon von wei­tem an den unter­schied­li­chen Glo­cken­tür­men erken­nen kann. Wir schen­ken Ihnen ein Sym­bol unse­rer Stadt als Tri­but an die Freund­schaft, die uns ver­bin­det.”, lässt Fran­ce­s­ca Bro­gi aus­rich­ten.

Ein Gemäl­de aus Pons­ac­co bekam die Treucht­lin­ger Dele­ga­ti­on bereits beim Besuch im Okto­ber über­reicht. Bür­ger­meis­te­rin Dr. Dr. Kris­ti­na Becker über­gab in Anwe­sen­heit von Künst­ler Edu­ard Raab ein von ihm gemal­tes Bild, das den Part­ner­schafts­platz und die Sil­hou­et­ten wich­ti­ger Treucht­lin­ger Gebäu­de zeigt.
Von prunk­vol­len Gemäl­den ging es am Nach­mit­tag pas­send wei­ter zur Schloss­füh­rung nach Möh­ren. Schloss­her­rin San­dra de Gre­eff nahm die Grup­pe mit auf eine Zeit­rei­se in die Ver­gan­gen­heit. Span­nend war dabei, dass das ehe­ma­li­ge Jagd­schloss Sam­mel- und Aus­stel­lungs­stü­cke aus ver­schie­de­nen Epo­chen und Län­dern beinhal­tet. Infor­ma­tio­nen zum Schloss und zu Füh­run­gen gibt es hier: https://www.tourismus-reuchtlingen.de/sehenswertes/schloss_moehren-6046/

Am NachmDie Showtanzgruppe der Karnevalsgesellschaft sorgte für eine ausgelassen Stimmung. Foto: Stadt Treuchtlingen/ Marina Stollittag woll­te die Dele­ga­ti­on unbe­dingt die Alt­mühl­ther­me besu­chen, wor­über sich die Bür­ger­meis­te­rin und Stadt­rä­te natür­lich sehr freu­ten.
Im Juni fin­den in Pons­ac­co Kom­mu­nal­wah­len statt. Nach ita­lie­ni­schem Wahl­recht darf Fran­ce­s­ca Bro­gi nach zwei Amts­pe­ri­oden nicht mehr kan­di­die­ren. Somit wird ab die­sem Som­mer ein neu­er Bür­ger­meis­ter bzw. eine neue Bür­ger­meis­te­rin die Amts­füh­rung in Pons­ac­co über­neh­men.

Bild­un­ter­schrift: Die ita­lie­ni­sche Dele­ga­ti­on mit Treucht­lin­ger Stadt­rä­ten und lang­jäh­ri­gen Weg­be­glei­tern. Foto: Stadt Treuchtlingen/ Mari­na Stoll
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