30 Jahre Swinging Harmonists

von | 3. November 2025 | Allgemein, Altmühlfranken, Gunzenhausen

Gro­ßes Jubi­lä­ums­kon­zert in der Stadt­hal­le Gun­zen­hau­sen

Seit drei Jahr­zehn­ten singt sich Chris­toph Potz­ler in die Her­zen sei­ner Fans. Gemein­sam mit dem Pia­nis­ten Achim Lau­ter tritt er als das Duo „Swin­ging Har­mo­nists“ auf, gesun­gen und gespielt wer­den über­wie­gend Ever­greens und Schla­ger aus der gol­de­nen Ära der 1920- bis 1940er-Jah­re. Auf der Büh­ne wer­den die bei­den von Potz­lers Ehe­frau Lydia Mühl­bau­er unter­stützt, die kurz­wei­lig mit Witz und Charme durchs Pro­gramm mode­riert. Vor kur­zem fei­er­ten die drei Chris­toph Potz­lers 30-jäh­ri­ges Büh­nen­ju­bi­lä­um in der Gun­zen­häu­ser Stadt­hal­le mit einem nost­al­gi­schen Kon­zert. Ein „Best of“ wur­de zele­briert und den vie­len Fans als außer­ge­wöhn­li­che musi­ka­li­sche Deli­ka­tes­se ser­viert. Die Stadt­hal­le war prop­pen­voll und die Stim­mung fan­tas­tisch. Die Swin­ging Har­mo­nists sind wie guter Cognac, sie wer­den im Alter immer bes­ser und wol­len mit Stil genos­sen wer­den.

Allein das Büh­nen­bild war preis­ver­däch­tig. Hier­über ließ uns Lydia Mühl­bau­er wis­sen, dass es sich kei­nes­wegs um eine spe­zi­el­le Deko han­delt, viel­mehr um Ein­rich­tungs­ge­gen­stän­de aus Chris­toph Potz­lers Wohn­zim­mer. Augen­zwin­kernd und mit dem Schalk im Nacken ging es wei­ter, die Mode­ra­to­rin und der Sän­ger fun­gier­ten auf der Büh­ne als frot­zelnd-lie­bens­wür­di­ges Ehe­paar in sei­nen bes­ten Jah­ren. Das Publi­kum hat­ten sie mit ihren stän­di­gen Spä­ßen und Anek­do­ten schnell um den Fin­ger gewi­ckelt und für sich gewon­nen. Dass die Swin­ging Har­mo­nists auch ernst sein kön­nen, bewies eine klei­ne Geschich­te zum Lied „Irgend­wo auf der Welt“. Das Stück der Come­di­an Har­mo­nists wur­de durch den 1932 ver­öf­fent­li­chen Film „Ein blon­der Traum“ bekannt. Kurz dar­auf kamen die Natio­nal­so­zia­lis­ten an die Macht und die Fröh­lich­keit ver­schwand.

Das sprach­li­che und musi­ka­li­sche Niveau der Swin­ging Har­mo­nists ist hoch, es sitzt jedes Wort und jeder Ton. Mal wur­de es sen­ti­men­tal, mal ernst, mal kokett – die Lie­der drü­cken Gefüh­le aus und sind Wohl­ta­ten für See­le und Geist. Chris­toph Potz­ler zele­briert Stü­cke wie „Wenn die Son­ja rus­sisch tanzt“, „Was wich­tig ist“ oder „Zwei Mär­chen­au­gen“. Die Ges­tik und Mimik sind per­fekt auf die Tex­te abge­stimmt, hier agiert ein erfah­re­ner Büh­nen­pro­fi, der sich der Wir­kung der Musik immer bewusst ist. Doch nicht nur das, denn auch er ist eine Mar­ke: Im klas­si­schen Frack geklei­det, sucht er den Kon­takt zum Publi­kum, schrei­tet von der Büh­ne und ver­teilt mit einem ein­neh­men­den Lächeln im Gesicht Rosen an die Besu­che­rin­nen. Dass man­che Songs mitt­ler­wei­le aus der Zeit gefal­len schei­nen, so etwa „Ob blond, ob braun“ oder „Oh Mäd­chen, mein Mäd­chen“, es ist geschenkt.

Ein beglei­ten­der Pia­nist steht tra­di­tio­nell eher im Schat­ten der Sin­gen­den. Umso schö­ner die Jubi­lä­ums­kon­zert-Ges­te, Achim Lau­ter für meh­re­re Stü­cke als Solist glän­zen zu las­sen. Eine Rei­se durch 100 Jah­re Musik­ge­schich­te ist in die­sen Momen­ten greif­bar nahe. Beson­ders die Swing-Ein­la­gen über­zeu­gen und zei­gen, welch außer­ge­wöhn­li­cher Tas­ten­künst­ler der Münch­ner ist.

Die Zeit ver­flog förm­lich und die Fans woll­ten nicht von den Swin­ging Har­mo­nists las­sen. Zuga­ben folg­ten und das Kon­zert wur­de um 15 Minu­ten ver­län­gert. Für die jahr­zehn­te­lan­ge Begeis­te­rung ver­teil­ten die Musi­ker Rosen an das Publi­kum, es war der krö­nen­de Höhe­punkt eines begeis­tern­den Nach­mit­tags mit vie­len zeit­lo­sen Melo­dien und noch zeit­lo­se­ren Künst­lern.

Foto: Stadt Gunzenhausen/Manuel Gros­ser