Alamannenmuseum Ellwangen zeigt neue Sonderausstellung:

von | 8. März 2026 | Allgemein, Altmühlfranken, Gunzenhausen, Treuchtlingen, Weißenburg

„Lei­den­schaft und For­schung – Die archäo­lo­gi­sche Samm­lung Hohen­zol­lern“ wird ab 19. März 2026 prä­sen­tiert

Ell­wan­gen — Vom 19. März 2026 bis 10. Janu­ar 2027 ist im Ell­wan­ger Ala­man­nen­mu­se­um die Son­der­aus­stel­lung „Lei­den­schaft und For­schung – Die archäo­lo­gi­sche Samm­lung Hohen­zol­lern“ zu sehen. Mit der vom Lan­des­mu­se­um Würt­tem­berg in Stutt­gart kon­zi­pier­ten Aus­stel­lung gelan­gen lan­ge nicht mehr gezeig­te archäo­lo­gi­sche Schät­ze ins Licht der Öffent­lich­keit. Die Son­der­schau ist ein Bei­trag zum 25-jäh­ri­gen Jubi­lä­um des Ala­man­nen­mu­se­ums, das im Sep­tem­ber 2001 eröff­net wur­de.

Das Lan­des­mu­se­um Würt­tem­berg konn­te 2021 mit Unter­stüt­zung der Kul­tur­stif­tung der Län­der die fürst­lich-archäo­lo­gi­sche Samm­lung Hohen­zol­lern-Sig­ma­rin­gen, die seit lan­gem nicht mehr öffent­lich zugäng­lich war, über­neh­men. Die­se Samm­lung, eine der bedeu­ten­den Pri­vat­samm­lun­gen Süd­deutsch­lands, schließt eine wich­ti­ge Lücke im Bestand der Alt­fun­de zwi­schen Baden und Würt­tem­berg.

Ihre Ent­ste­hung im 19. Jahr­hun­dert fällt in eine Zeit, als die hei­mi­sche Archäo­lo­gie sich gegen­über der Klas­si­schen Archäo­lo­gie als eigen­stän­di­ge Wis­sen­schaft eta­blier­te. Die Aus­stel­lung prä­sen­tiert aus­ge­hend vom Grün­der Fürst Karl Anton das Netz­werk unter­schied­li­cher Per­sön­lich­kei­ten, wel­che die Samm­lung maß­geb­lich präg­ten. Zudem zeigt sie anhand der ver­schie­de­nen Cha­rak­te­re die Viel­falt der archäo­lo­gi­schen Samm­lung auf. Sie zeigt fas­zi­nie­ren­de Fund­stü­cke – von kunst­vol­len römi­schen Sil­ber­schei­ben bis zu apu­li­schen Vasen.

Bei­spiel­haft wer­den in der Aus­stel­lung fünf Per­sön­lich­kei­ten vor­ge­stellt, die maß­geb­lich zur archäo­lo­gi­schen Samm­lung Hohen­zol­lern bei­getra­gen haben. Allen vor­an das Fürs­ten­paar Karl Anton von Hohen­zol­lern-Sig­ma­rin­gen und Jose­phi­ne von Baden, die den Grund­stein für die Samm­lung leg­ten. Ihnen sind zwei Vitri­nen gewid­met: zum einen eine Samm­lung „Nor­di­sche Stein­zeit“ mit neo­li­thi­schen Objek­ten aus Däne­mark, die von Kauf­leu­ten an das Fürs­ten­haus ver­schenkt wor­den war. Im Gegen­zug wur­den die Schen­ker mit Orden deko­riert. Die zwei­te Vitri­ne zeigt eine Samm­lung apu­li­scher Vasen.

Mit Baron Karl von May­en­fisch tritt ein adli­ger Samm­ler auf, wel­cher dem Fürs­ten­haus eng ver­bun­den war und selbst zahl­rei­che Gra­bun­gen in den hohen­zol­le­ri­schen Gebie­ten durch­führ­te. Sei­ne Samm­lungs­tä­tig­keit illus­trie­ren die pro­vin­zi­al­rö­mi­schen Fun­de aus Hohen­zol­lern, allen vor­an die berühm­ten Het­tin­ger Sil­ber­schei­ben. Zudem ist dem Baron eine zwei­te Vitri­ne mit Fun­den der vor­rö­mi­schen Metall­zei­ten aus Hohen­zol­lern zuge­teilt, dar­un­ter Fibeln, ein Dolch und ein Bron­ze­hort.

Den adli­gen Samm­lern gegen­über ste­hen zwei bür­ger­li­che Alter­tums­for­scher: einer­seits der Land­wirt Johan­nes Dorn, der mit sei­nen Dampf­dresch­ma­schi­nen durch das Land reis­te, vie­le regio­na­le Aus­gra­bun­gen durch­führ­te und die Fun­de unter ande­rem auch an die fürst­li­che Samm­lung ver­kauf­te, ande­rer­seits der Archi­tekt Wil­helm Fried­rich Laur, der als ers­ter Lan­des­kon­ser­va­tor Hohen­zol­lerns zu einer Insti­tu­tio­na­li­sie­rung und Pro­fes­sio­na­li­sie­rung der Archäo­lo­gie im Land bei­trug. Ihre Gra­bungs­tä­tig­keit wird haupt­säch­lich durch früh­mit­tel­al­ter­li­che Objek­te des Gam­mer­tin­ger Grä­ber­felds, etwa kunst­voll gefer­tig­te Schmuck­stü­cke, illus­triert.

Die letz­te Vitri­ne ver­an­schau­licht das Nach­le­ben der Samm­lung: Auch nach dem Ende der eigent­li­chen Sam­mel­tä­tig­keit gelang­ten Fun­de in die archäo­lo­gi­sche Samm­lung Hohen­zol­lern, die noch immer eine wich­ti­ge Bedeu­tung für die heu­ti­ge For­schung haben.

Ein eige­ner Bereich der Aus­stel­lung lädt inter­es­sier­te Besu­cher ein, sich mit der Wis­sen­schafts­ge­schich­te im 19. Jahr­hun­dert aus­ein­an­der­zu­set­zen, die sprich­wört­lich das Welt­bild der dama­li­gen Men­schen ins Wan­ken brach­te. Vor­ge­stellt wer­den inter­na­tio­na­le Grö­ßen wie Charles Dar­win und sei­ne Evo­lu­ti­ons­theo­rie sowie regio­na­le For­scher­per­sön­lich­kei­ten wie Lud­wig Lin­den­sch­mit der Älte­re. Die­ser lehn­te das „Drei­pe­ri­oden­sys­tem“ – die Ein­tei­lung in Stein‑, Bron­ze- und Eisen­zeit – ab und ver­fass­te den ers­ten Kata­log der archäo­lo­gi­schen Samm­lung Hohen­zol­lern. So wird der Mikro­kos­mos der archäo­lo­gi­schen Samm­lung Hohen­zol­lern und ihre Gene­se in die For­schungs­ge­schich­te der Epo­che ein­ge­ord­net.

For­schung und Sam­mel­lei­den­schaft im 19. Jahr­hun­dert wer­den heu­te durch­aus auch dif­fe­ren­ziert beur­teilt. Wer sam­mel­te? War­um? Und wie bli­cken wir heu­te auf die­se Prak­ti­ken? In einer Lese­ecke wer­den die Besu­cher dazu ange­regt, Fra­gen des Sam­melns kri­tisch zu reflek­tie­ren.

Die Aus­stel­lung wird am Don­ners­tag, 19. März 2026, um 19.00 Uhr eröff­net, es spre­chen Ober­bür­ger­meis­ter Micha­el Dam­ba­cher, Klaus Georg Kok­ko­ti­dis vom Lan­des­mu­se­um Würt­tem­berg in Stutt­gart – er über­nimmt auch die Ein­füh­rung in die Aus­stel­lung – sowie Muse­ums­lei­ter Andre­as Gut.

Im Begleit­pro­gramm wer­den zahl­rei­che Füh­run­gen in der Son­der­aus­stel­lung ange­bo­ten. Von 24. April bis 4. Okto­ber fin­det in Ell­wan­gen die Lan­des­gar­ten­schau 2026 unter dem Mot­to „Ell­wan­gen an die Jagst“ statt. In die­ser Zeit fin­det an jedem Sonn­tag um 14.30 Uhr eine öffent­li­che Füh­rung im Ala­man­nen­mu­se­um statt, zu der kei­ne Anmel­dung erfor­der­lich ist, an den Akti­ons­wo­chen­en­den mit der Früh­mit­tel­al­ter­grup­pe „Ala­man­ni“ am 13. und 14. Juni., 11. und 12. Juli sowie 22. und 23. August zusätz­lich auch am Sams­tag um 14.30 Uhr. Inha­ber der Dau­er­kar­te der Lan­des­gar­ten­schau erhal­ten mit dem Kauf ein Gut­schein­heft, das zum ein­ma­li­gen kos­ten­frei­en Ein­tritt ins Ala­man­nen­mu­se­um berech­tigt.

Die Füh­run­gen fin­den an fol­gen­den Ter­mi­nen um 14.30 Uhr statt: 22. März, 5. April, 26. April, 3. Mai, 10. Mai, 17. Mai, 24. Mai, 31. Mai, 7. Juni, 13. Juni, 14. Juni, 21. Juni, 28. Juni, 5. Juli, 11. Juli, 12. Juli, 19. Juli, 26. Juli, 2. August, 9. August, 16. August, 22. August, 23. August, 30. August, 6. Sep­tem­ber, 13. Sep­tem­ber, 20. Sep­tem­ber, 27. Sep­tem­ber, 3. Okto­ber, 4. Okto­ber, 1. Novem­ber, 22. Novem­ber, 6. Dezem­ber und 20. Dezem­ber 2026 sowie 3. Janu­ar und 10. Janu­ar 2027.

Nähe­re Infor­ma­tio­nen sind beim Muse­um unter Tel. 07961/969747 sowie im Inter­net unter www.alamannenmuseum-ellwangen.de erhält­lich.

Son­der­aus­stel­lung ” Lei­den­schaft und For­schung – Die archäo­lo­gi­sche Samm­lung Hohen­zol­lern ” vom 19. März 2026 bis 10. Janu­ar 2027.

Öff­nungs­zei­ten:

Diens­tag bis Frei­tag 14–17 Uhr

Sams­tag, Sonn­tag, Fei­er­ta­ge 13–17 Uhr

sowie nach Ver­ein­ba­rung

24., 25. und 31. Dezem­ber 2026 geschlos­sen

Ein­tritt: 4,00 €, ermä­ßigt 3,00 €, Fami­lie 9,50 €

Bild­un­ter­schrift: Ver­zier­tes Gold­blatt­kreuz des 7. Jahr­hun­derts aus Grab 21/1904 des ala­man­ni­schen Grä­ber­felds von Gam­mer­tin­gen, Kreis Sig­ma­rin­gen, aus der archäo­lo­gi­schen Samm­lung Hohen­zol­lern. Das ein­tei­li­ge Foli­en­kreuz zeigt den Abdruck eines bär­ti­gen Män­ner­ge­sichts in der Mit­te sowie gepräg­te Tier­stil­ver­zie­run­gen an den Kreuz­ar­men. Foto: Lan­des­mu­se­um Würt­tem­berg, Hen­drik Zwie­tasch