Rückenwind, Blockbuster und große Vorfreude in Muhr a. See
Muhr a. See (JF) – Rückenwind aus dem Gemeinderat, Begeisterung auf dem Podium und ein Programm, das Lust auf mehr macht: Bei der Pressekonferenz im Dezember im AIZ stellten Erster Bürgermeister Stephan Hoyer, Intendant Harald Molocher sowie der Vorstand des Freundeskreises e.V. mit Heiko Schreiner und Renate Peiffer die Altmühlsee Festspiele 2026 vor.
Bürgermeister Stephan Hoyer eröffnete die Pressekonferenz mit einem offenen Wort: Die Programmvorstellung habe sich in diesem Jahr aufgrund der Neuwahlen Anfang November und der anschließenden Gemeinderatswahl etwas verzögert. Umso stärker sei nun das politische Signal: 13 von 14 Gemeinderatsstimmen sprechen sich für die Fortführung der Festspiele 2026 aus. Ein Rückenwind, der deutlich mache, welchen Stellenwert die Festspiele inzwischen für Muhr haben.
Intendant Harald Molocher knüpfte daran an und machte klar: Die Altmühlsee Festspiele werden für das Muhrer Publikum gemacht – und mit ihm weiterentwickelt. Nicht Gegensätze wie „leicht“ oder „anspruchsvoll“ stünden im Vordergrund, sondern lebendiges Theater, das berührt, unterhält und im besten Fall lange nachwirkt. Das Publikum in Muhr sei neugierig, offen und qualitätsbewusst – genau das habe die positive Entwicklung der letzten Jahre möglich gemacht. Den starken Rückhalt aus Gemeinde, Publikum und Politik spüre er bereits seit zwei Spielzeiten sehr deutlich.
Diese Entwicklung zeige sich auch in den Besucherzahlen. Zum 20-jährigen Jubiläum 2024 sowie in der Saison 2025 konnten die Altmühlsee Festspiele eine außergewöhnlich hohe Auslastung verzeichnen. Erfolgreiche Produktionen sorgten für volle Ränge und lebendige Abende. Theater, so Molocher, bleibe dabei immer ein Abenteuer: nicht alles sei planbar, gerade darin liege jedoch die besondere Kraft des Live-Moments. Auch herausfordernde Situationen seien durch die Professionalität der Schauspieler zu intensiven und überraschenden Theatererlebnissen geworden.
Ein zentraler Baustein dieses Erfolgs sei der Freundeskreis der Altmühlsee Festspiele. Mit großem Engagement trage er zu Atmosphäre, Organisation und Bewirtung bei. Auch die nahezu lautlose Logistik im Hintergrund, insbesondere durch Melanie Proske und Steffi Schmidt, wurde ausdrücklich gewürdigt. Die besondere Mischung aus Professionalität und persönlicher Nähe mache Muhr zu einem Ort, an den Künstlerinnen und Künstler gerne zurückkehren. Oder, wie es Molocher formulierte: „An unsere Qualität soll Dinkelsbühl oder Feuchtwangen erst einmal rankommen.“
Für die Saison 2026 sind rund 20 Veranstaltungen geplant – mit einem klaren Herzstück: „Ziemlich beste Freunde“. Die bekannte Geschichte kommt als Blockbuster der Spielzeit nach Muhr. In den Hauptrollen stehen Younes Tissinte, bekannt aus der Fernsehserie Die Rosenheim-Cops, sowie Harald Molocher selbst, Tina Münch ist als Betreuerin zu sehen. Regie führt Klaudia Schmidt. Die Premiere findet am 12. Juni 2026 statt. Auch wirtschaftlich setzt die Produktion hohe Maßstäbe: Die Tantiemen liegen auf einem Niveau, das den besonderen Rang dieses Stücks unterstreicht. Für Harald Molocher war jedoch klar, dass „Ziemlich beste Freunde“ genau die Art von Theater ist, für die die Altmühlsee Festspiele stehen – und deshalb unbedingt nach Muhr gehört.
Ebenfalls im Programm stehen drei Episoden des „Tatortreinigers“ mit Malte Buhr in der Hauptrolle (Premiere: 18. Juni 2026). Ergänzt wird das Festspielprogramm durch das Leonard-Cohen-Tribute „Sincerely a Friend“ am 14. Juni 2026, ein Klassik-Abschlusskonzert sowie den traditionellen Festspieleinstieg mit Vernissage und den Blacksmiths am 11. Juni 2026.
Inhaltlich versprechen die Festspiele 2026 eine große Bandbreite: humorvoll und berührend, leicht und tiefgründig, gesellschaftlich relevant – mit Themen wie Inklusion und Ausländerproblematik, aber immer mit einem klaren Blick auf das Publikum vor Ort. Trotz des späten Starts in die Planung sei man so weit wie noch nie zuvor: Stücke und Besetzungen stehen bereits fest.
Zum Abschluss blickte Harald Molocher persönlich zurück. Eigentlich habe er 2024 aufhören wollen – „immer dann, wenn es am schönsten ist“. Doch: „Die Festspiele lassen einen einfach nicht los – und so erfolgreich wie die Muhrer schon gar nicht.“
Bildunterschrift: Die Verantwortlichen freuen sich auf die neue Saison. Foto: Jessica Frank


