Am Tag des Deutschen Brotes feiern Innungsbäcker die Deutsche Brotkultur.

von | 5. Mai 2024 | Altmühlfranken, Gunzenhausen, Treuchtlingen, Weißenburg

Ber­lin (red). Nir­gend­wo anders gibt es so vie­le Brot­spe­zia­li­tä­ten wie hier­zu­lan­de. Die­se ein­ma­li­ge Brot­kul­tur fei­ern Innungs­bä­cker am 5. Mai, dem Tag des Deut­schen Bro­tes. Wel­ches Brot am bes­ten zu wel­chen Auf­stri­chen passt, ver­rät Brot-Som­me­lier Fer­nan­do Pfa­ti­scher.

der Tag des Deut­schen Bro­tes, der jähr­lich am 5. Mai gefei­ert wird, will auf die Deut­sche Brot­kul­tur auf­merk­sam machen: Sie ist ein­ma­lig und steht nicht ohne Grund im Bun­des­wei­ten Ver­zeich­nis des imma­te­ri­el­len Kul­tur­er­bes der UNESCO. Über 3.000 Brot­spe­zia­li­tä­ten lis­tet das Deut­sche Bro­t­in­sti­tut aktu­ell.

Wie man unver­gess­li­che Geschmacks­er­leb­nis­se schafft und wel­ches Brot zu süßen oder herz­haf­ten Belä­gen passt, wis­sen die eigens aus­ge­bil­de­ten Brot­som­me­liers, die als Exper­ten über einen hohen Wis­sens­schatz rund um das The­ma Brot und über beson­de­re sen­so­ri­sche Fähig­kei­ten ver­fü­gen.

Zum Tag des Deut­schen Bro­tes ver­rät der welt­weit jüngs­te Brot­som­me­lier Fer­nan­do Pfa­ti­scher sei­ne bes­ten Genie­ßer­tipps:

Was bedeu­tet Food Pai­ring?

Pro­fis ver­su­chen beim Food Pai­ring, Lebens­mit­tel so zu kom­bi­nie­ren, dass har­mo­ni­sche Geschmacks­er­leb­nis­se kre­iert wer­den. Als Grund­re­gel gilt, dass meist Lebens­mit­tel mit vie­len ähn­li­chen Schlüs­sel­aro­men zusam­men­pas­sen. Regio­na­le Spe­zia­li­tä­ten kom­bi­nie­ren sich meist vor­züg­lich, doch auch kon­tras­tie­ren­de Aro­men erge­ben häu­fig sehr inter­es­san­te Genüs­se. Ein süßes Brio­che-Brot passt zum Bei­spiel sehr gut zu einem jun­gen, kräf­tig-wür­zi­gen Berg­kä­se. Zu einem knusp­ri­gen Baguette oder leich­tem Cia­batta wür­de ein leben­di­ger Weiß­wein wie Sau­vi­gnon Blanc pas­sen. Die­se Brot­sor­ten haben eine fei­ne, locke­re Kru­me und eine knusp­ri­ge Krus­te, die den Geschmack des Weins nicht über­de­cken. Wenn man dazu noch einen cre­mi­gen Zie­gen­kä­se reicht, ent­steht ein har­mo­ni­sches Trio. Der fri­sche, manch­mal leicht zitrus­ar­ti­ge Geschmack des Sau­vi­gnon Blanc ergänzt die mil­de Säu­re und die zar­te Tex­tur des Zie­gen­kä­ses. Die­se Kom­bi­na­ti­on bringt die bes­ten Eigen­schaf­ten jedes Ele­ments zur Gel­tung und schafft ein aus­ge­wo­ge­nes Geschmacks­er­leb­nis.

Wel­chen Auf­strich wäh­le ich am bes­ten zu hel­lem Brot, was passt am bes­ten zu dunk­lem?

Da ich aus Bay­ern stam­me, ist für mich natür­lich Obaz­da die per­fek­te Kom­bi für dunk­les Brot. Die kräf­ti­gen Aro­men und die sal­zi­ge Käse­spe­zia­li­tät bil­den ein Traum­paar. Für ein hel­les Brot könn­te ich mir einen leich­ten Frisch­kä­se mit fruch­tig-son­nen­ge­reif­ten Toma­ten vor­stel­len, mit einem Hauch von Fleur de Sel. Das unter­streicht die Leich­tig­keit des Bro­tes wun­der­bar.

Das Brot des Jah­res 2024 ist das Wei­zen­voll­korn­brot. Was macht es so beson­ders?

Wei­zen­voll­korn­brot zeich­net sich durch sei­nen fei­nen, nussi­gen, fast erdi­gen Geschmack aus. Die Voll­korn­be­stand­tei­le ver­lei­hen ihm eine ange­neh­me her­be Note. Durch das Voll­korn­mehl ent­ste­hen eine rus­ti­ka­le, aro­ma­ti­sche Tie­fe und eine leicht mal­zi­ge Note, die sich von Weiß­brot unter­schei­det. Das durch die Sau­er­teig­fer­men­ta­ti­on gebil­de­te Uma­mi – ein herz­haf­ter Geschmack — run­det das kom­ple­xe Genuss­erleb­nis ab.

Was passt am bes­ten zum Brot des Jah­res?

Da ich ein Fan von Käse und Kon­fi­tü­re bin, wäre für mich eine Kom­bi­na­ti­on von Wei­zen­voll­korn­brot mit einem jun­gen Berg­kä­se aus dem Alpen­vor­land und einer Kon­fi­tü­re aus Johan­nis­bee­ren eine gewag­te, aber genia­le Kom­bi­na­ti­on. Als Getränk wür­de ich dazu einen fruch­ti­gen Rooi­bos­tee mit Kara­mell­no­ten emp­feh­len.

Wel­che Kom­bi­na­ti­on wäre ein No-Go?

Beim Food Pai­ring gibt es grund­sätz­lich kein No-Go. Alles ist eigent­lich erlaubt, was schmeckt, und es darf nach Lust und Lau­ne her­um­pro­biert wer­den. Mein per­sön­li­ches No-Go wäre eine Ver­bin­dung eines sehr stark gewürz­ten Brot­auf­stri­ches mit einem sehr süßen Wein. Die­se Kom­bi­na­ti­on kann dazu füh­ren, dass die Aro­men mit­ein­an­der kon­kur­rie­ren, statt sich zu ergän­zen, was das Geschmacks­er­leb­nis schluss­end­lich beein­träch­tigt.

Der 22-jäh­ri­ge Brot­som­me­lier Fer­nan­do Pfa­ti­scher hat Ende 2023 sei­ne Prü­fung an der Bun­des­aka­de­mie in Wein­heim bestan­den. Der Bäcker­meis­ter aus Ober­bay­ern ist damit der welt­weit jüngs­te Brot­som­me­lier. Mitt­ler­wei­le tra­gen 232 Bäcke­rin­nen und Bäcker aus sie­ben Län­dern den Titel und fun­gie­ren damit als Genuss­bot­schaf­ter der Brot­kul­tur. Die staat­lich aner­kann­te Prü­fung ver­langt sowohl her­vor­ra­gen­de sen­so­ri­sche Fähig­kei­ten als auch umfang­rei­ches Wis­sen über Brot. Die­ses Wis­sen tra­gen Brot­som­me­liers bei­spiels­wei­se beim Food Pai­ring oder durch neue Brot- und Bröt­chen­krea­tio­nen in die Welt.

Ger­ne ver­mit­teln wir Ihnen einen Brot­som­me­lier auch aus Ihrer Gegend!

  Wei­te­re Inspi­ra­tio­nen rund um die Deut­sche Brot­kul­tur 

Bild­un­ter­schrift:  Brot des Jah­res 2024 ist das Wei­zen­voll­korn­brot. Foto: BÄKO-ZENTRALE eG