Anlaufstelle des Diakonischen Werkes für Geflüchtete und Migranten nun auch in Gunzenhausen

von | 9. April 2023 | Altmühlfranken, Gunzenhausen

Gun­zen­hau­sen (red). Welt­weit flie­hen Men­schen vor Hun­ger, Krieg und Ver­fol­gung. Schutz­su­chen­de ver­las­sen ihre Hei­mat und ver­tei­len sich auf vie­le Län­der, eine hohe Zahl sucht in Deutsch­land Hil­fe. Eine Her­aus­for­de­rung, nicht nur für die Geflüch­te­ten selbst, son­dern auch für uns als Gesell­schaft. Eine bal­di­ge Rück­kehr ins Hei­mat­land ist nicht immer mög­lich, manch­mal gar aus­ge­schlos­sen. Daher ist zunächst Schutz und Erst­ver­sor­gung, aber auch Inte­gra­ti­on und eine akti­ve Teil­nah­me am Leben des Auf­nah­me­lan­des umso wich­ti­ger. Ein­mal ange­kom­men, gibt es Hür­den genug, bei­spiels­wei­se feh­len­de Sprach­kennt­nis­se oder der Man­gel an bezahl­ba­rem Wohn­raum. Doch nicht jedes Pro­blem ist unlös­bar, oft fehlt es nur an der nöti­gen Fach­kennt­nis. An die­ser Stel­le möch­te die Flücht­lings­in­te­gra­ti­ons­be­ra­tung (FIB) des Dia­ko­ni­schen Wer­kes Wei­ßen­burg-Gun­zen­hau­sen e.V. sei­ne Hil­fe anbie­ten.

Das Dia­ko­ni­sche Werk leis­tet seit mehr als 50 Jah­ren Flücht­lings- und Migra­ti­ons­ar­beit. Seit kur­zem wird das Team von einer haupt­amt­li­chen Inte­gra­ti­ons­be­ra­te­rin ver­stärkt. Nata­lie Jus­tus-Zerbs ist aus­ge­bil­de­te Fach­wir­tin im Gesund­heits- und Sozi­al­we­sen, exami­nier­te Pfle­ge­fach­kraft und geprüf­ter Psy­cho­lo­gisch Sys­te­mi­scher Indi­vi­dual­coach. Die letz­ten Jah­re war sie zudem als Job­coach im sozi­al­päd­ago­gi­schen Bereich für Men­schen mit Migra­ti­ons­hin­ter­grund tätig. Nun ist sie als Inte­gra­ti­ons­be­ra­te­rin der Dia­ko­nie Wei­ßen­burg-Gun­zen­hau­sen aktiv und möch­te mög­lichst vie­len Hilfs­be­dürf­ti­gen im Rah­men einer Schnitt­stel­len­funk­ti­on Ori­en­tie­rung geben. Ihr Mot­to: „Hil­fe zur Selbst­hil­fe“ — sie berät und lei­tet an, und zeigt dabei Wege und Lösungs­mög­lich­kei­ten auf. Gleich­zei­tig for­dert sie eine akti­ve Mit­wir­kung der Betrof­fe­nen ein, wel­che letzt­lich auch erfor­der­lich ist, um sich in Deutsch­land zu inte­grie­ren. Wich­ti­ge Auf­ga­ben der FIB sind u.a. die Ver­mitt­lung im Asyl­ver­fah­ren, Hil­fe bei der Suche nach Sprach­kur­sen, Bera­tung bei Inte­gra­ti­ons­an­ge­bo­ten oder das Auf­spü­ren sinn­erfüll­ter Tätig­kei­ten.

Zur Lösung von Pro­ble­men ist eine gemein­sa­me Ver­stän­di­gung unab­ding­bar. Ein Glück, dass Nata­lie Jus­tus-Zerbs meh­re­re Spra­chen spricht, dar­un­ter Rus­sisch. Aktu­ell kann sie dadurch zahl­rei­chen ukrai­ni­schen Flücht­lin­gen mit Rat und Tat zur Sei­te ste­hen. Dane­ben konn­te sie inner­halb kür­zes­ter Zeit zahl­rei­che ehren­amt­li­che Über­set­zer ande­rer Spra­chen gewin­nen.

„Mein Dank gilt der Dia­ko­nie, denn ich bin froh, dass wir in der Stadt Gun­zen­hau­sen ein solch wert­vol­les Inte­gra­ti­ons­an­ge­bot haben“, betont Ers­ter Bür­ger­meis­ter Karl-Heinz Fitz. „In der Stadt Gun­zen­hau­sen gibt es eine Rei­he von Ehren­amt­li­chen, die sich hoch enga­giert um die Betreu­ung von Flücht­lin­gen küm­mern. Aller­dings ist auch haupt­amt­li­che Unter­stüt­zung sehr wich­tig, wel­che nun das Dia­ko­ni­sche Werk anbie­tet. Wir möch­ten für die Men­schen da sein und ihnen Per­spek­ti­ven zei­gen. Dazu gehört ein Inte­gra­ti­ons­wil­le, denn Inte­gra­ti­on ist der Schlüs­sel für Tole­ranz und Ver­ständ­nis.“

„Flucht und Migra­ti­on gibt es schon seit es Men­schen gibt. Es ist ein Werk der Barm­her­zig­keit Frem­de zu beher­ber­gen und auf­zu­neh­men“, so der Dia­ko­nie-Geschäfts­füh­rer Mar­tin Ruf­ferts­hö­fer. „Das Dia­ko­ni­sche Werk tut dies im Namen der Nächs­ten­lie­be und unter Ein­satz von Eigen­mit­teln, auch im Auf­trag des Frei­staats Bay­ern nach der Baye­ri­schen Inte­gra­ti­ons­richt­li­nie.“

Im Rah­men der bis­lang guten und bewähr­ten Zusam­men­ar­beit ver­si­chert Ers­ter Bür­ger­meis­ter Karl-Heinz Fitz dem Dia­ko­ni­schen Werk und ins­be­son­de­re Nata­lie Jus­tus-Zerbs, dass es bei der Stadt Gun­zen­hau­sen stets eine offe­ne Tür für Fra­gen und Abklä­run­gen geben wird.

Das Büro der Flücht­lings­in­te­gra­ti­ons­be­ra­tung des Dia­ko­ni­schen Wer­kes Wei­ßen­burg-Gun­zen­hau­sen e.V. befin­det sich in der Hen­solts­stra­ße 27 in 91710 Gun­zen­hau­sen und steht Men­schen im Asyl­ver­fah­ren, aber auch Aner­kann­ten und Gedul­de­ten kos­ten­los offen. Tele­fo­nisch ist Nata­lie Jus­tus-Zerbs unter 0175/6264936 bzw. per E‑Mail an natalie.justus-zerbs@diakonie-wug.de zu errei­chen. Sprech­zei­ten sind Mon­tag von 9.00 bis 11.00 Uhr (nur mit Ter­min), Diens­tag von 8.30 bis 12.00 Uhr (ohne Ter­min), Mitt­woch von 13.00 bis 15.00 Uhr (nur mit Ter­min) und Don­ners­tag von 11.00 bis 13.00 Uhr (nur mit Ter­min).

Bild­un­ter­schrift: (v.l.) Dia­ko­nie-Geschäfts­füh­rer Mar­tin Ruf­ferts­hö­fer, Inte­gra­ti­ons­be­ra­te­rin Nata­lie Jus­tus-Zerbs, Ers­ter Bür­ger­meis­ter Karl-Heinz Fitz. Foto: Stadt Gun­zen­hau­sen