Appell an die Chef-Etagen im Kreis Weißenburg-Gunzenhausen: „Bei Fieber fair bleiben“

von | 4. März 2025 | Altmühlfranken, Gunzenhausen, Treuchtlingen, Weißenburg

2.540 Betrie­be im Kreis Wei­ßen­burg-Gun­zen­hau­sen – NGG: „Auch 1‑Ta­ges-Krank­mel­dung ernst neh­men“

Land­kreis Wei­ßen­burg-Gun­zen­hau­sen (red). Büro, Bäcke­rei, Bis­tro – oder doch das Bett: Wer krank ist, soll sich nicht zur Arbeit schlep­pen, rät die Gewerk­schaft Nah­rung-Genuss-Gast­stät­ten. Die NGG Nürn­berg-Fürth for­dert quer durch alle Bran­chen die rund 2.540 Betrie­be im Land­kreis Wei­ßen­burg-Gun­zen­hau­sen zu mehr Ver­ständ­nis bei Krank­mel­dun­gen auf: „Zu oft und viel zu schnell wer­den Beschäf­tig­te, die sich krank­mel­den, in die ‚Blau­ma­cher-Schub­la­de‘ gepackt“, kri­ti­siert Regi­na Schle­ser. Die Geschäfts­füh­re­rin der NGG Nürn­berg-Fürth appel­liert daher an die Chef-Eta­gen im Kreis Wei­ßen­burg-Gun­zen­hau­sen: „Bei Fie­ber fair blei­ben.“

Alles ande­re kön­ne schnell zum Bume­rang für den eige­nen Betrieb wer­den: „Wer sich lie­ber krank zur Arbeit schleppt, statt zum Arzt zu gehen und sich zu Hau­se aus­zu­ku­rie­ren, tut sich selbst kei­nen Gefal­len damit“, so Schle­ser. Außer­dem brin­ge es auch nichts, ande­re am Arbeits­platz mit Erkäl­tung oder Grip­pe anzu­ste­cken.

„Wenn Beschäf­tig­te aller­dings Angst davor haben müs­sen, sich krank zu mel­den, dann stimmt etwas nicht. Denn Gesund­heit am Arbeits­platz ist kein ‚Nice-to-have-Fak­tor‘. Gesund­blei­ben ist ein Muss für den Job. Vor allem darf die Arbeit selbst nicht krank machen: Zu vie­le Über­stun­den, enor­mer Zeit- und Arbeits­druck, Mob­bing, Schi­ka­nen, psy­chi­scher Druck – das alles kann schnell auf die Gesund­heit gehen“, warnt Schle­ser.

Es sei wich­tig, ins­be­son­de­re auch auf Stress zu reagie­ren. Der ent­ste­he oft schon durch feh­len­de Pau­sen und durch Arbeits­zei­ten, die – gera­de bei Nacht- und Schicht­ar­beit – zur Belas­tung wür­den. „Aber auch schlecht aus­ge­stat­te­te Arbeits­plät­ze sind ein wich­ti­ger Punkt: vom bil­li­gen Büro­stuhl bis zum per­ma­nent schwe­ren Heben“, sagt Regi­na Schle­ser. Um die Arbeit zu erleich­tern, müss­ten Betrie­be inves­tie­ren. „Wer an Din­gen spart, die den Job ein­fa­cher machen und die Gesund­heit scho­nen, spart am fal­schen Ende“, ist die Geschäfts­füh­re­rin der NGG Nürn­berg-Fürth über­zeugt. Kri­tisch sei­en auch unfai­re Abläu­fe: „Es kann nicht sein, dass immer die Glei­chen die Arbei­ten machen müs­sen, die sonst kei­ner machen will“, sagt Schle­ser.

Auch „Ein-Tages-Krank­mel­dun­gen“ soll­ten ernst genom­men wer­den. „Von Migrä­ne über Magen­pro­ble­me bis hin zu Mens­trua­ti­ons­be­schwer­den: Es gibt Tage, da geht es ein­fach nicht. Wich­tig ist, dass es dafür Ver­ständ­nis gibt – bei der Betriebs­lei­tung genau­so wie beim Rest der Beleg­schaft“, macht Regi­na Schle­ser deut­lich. Hier spie­le vor allem auch der Betriebs­rat eine wich­ti­ge Rol­le. Er ver­mitt­le bei Kon­flik­ten zwi­schen Chef-Eta­ge und Beschäf­tig­ten – auch im Krank­heits­fall.

Ent­schei­dend sei, dass der Lohn vom ers­ten Krank­heits­tag an fort­ge­zahlt wer­de. Dar­über lässt Regi­na Schle­ser nicht mit sich reden: Die­sen Punkt dür­fe man bei Koali­ti­ons­ver­hand­lun­gen gar nicht erst anrüh­ren.

Bild­un­ter­schrift: Wer krank ist, soll sich nicht zur Arbeit schlep­pen, rät die Gewerk­schaft Nah­rung-Genuss Gast­stät­ten. Die NGG Nürn­berg-Fürth for­dert die rund 2.540 Betrie­be im Kreis Wei­ßen­burg Gun­zen­hau­sen zu mehr Ver­ständ­nis bei Krank­mel­dun­gen auf. „Vor allem darf die Arbeit selbst nicht krank machen: Arbeits­druck und Stress kön­nen einen schnell aus der Bahn wer­fen“, sagt Regi­na Schle­ser von der NGG. Foto NGG | Nils Hil­le­brand