Artenreiche Wiesen erhalten im Naturpark Altmühltal

von | 22. November 2024 | Altmühlfranken, Gunzenhausen, Treuchtlingen, Weißenburg

Eich­stätt (red). Arten- und blü­ten­rei­ches Dau­er­grün­land ist lan­des­weit, aber auch im Natur­park Alt­mühl­tal stark vom Rück­gang bedroht. Wie arten­rei­che Glatt­ha­fer­wie­sen erhal­ten oder auch neu ange­legt wer­den kön­nen, dazu gibt es bereits vie­le gute Bei­spie­le. Ein Fach­ge­spräch zum The­ma „(Wieder-)herstellung arten­rei­cher Wie­sen unter Ver­wen­dung von Natur­raum­saat­gut“ in der Geschäfts­stel­le des Natur­park Alt­mühl­tal (Südl. Fran­ken­alb) e.V. in Eich­stätt, griff die­se Bei­spie­le auf und bot die Mög­lich­keit, sich zur The­ma­tik zu infor­mie­ren und aus­zu­tau­schen. Wel­che Metho­den zur Neu­an­la­ge oder Auf­wer­tung arten­rei­cher Flä­chen gibt es? Wel­che För­der­mög­lich­kei­ten sind denk­bar? Wie kön­nen Pro­jek­te gestal­tet und orga­ni­siert wer­den? Die­se und wei­te­re wich­ti­ge Fra­gen wur­den dar­ge­stellt und dis­ku­tiert. Die Ver­an­stal­tung fand im Rah­men des Pro­jek­tes „Spen­der­flä­chen­kar­tie­rung im Natur­park Alt­mühl­tal“ statt und wur­de vom Baye­ri­schen Staats­mi­nis­te­ri­um für Umwelt und Ver­brau­cher­schutz über die Land­schafts­pfle­ge- und Natur­park­richt­li­ni­en (LNPR) geför­dert.

Neben Ver­tre­te­rin­nen und Ver­tre­ter der Regie­run­gen von Mit­tel­fran­ken, Ober­bay­ern und der Ober­pfalz waren nahe­zu alle im Natur­park lie­gen­den Land­krei­se bei der Ver­an­stal­tung ver­tre­ten — Mit­ar­bei­ten­de der unte­ren Natur­schutz­be­hör­den (uNBs) und Land­schafts­pfle­ge­ver­bän­de (LPVs) der Land­krei­se Eich­stätt, Wei­ßen­burg-Gun­zen­hau­sen, Roth, Neu­markt, Regens­burg und Donau-Ries und der kreis­frei­en Stadt Ingol­stadt.

Dr. Frank Mol­der und Lea Münch vom Fach­bü­ro Baa­der Kon­zept in Gun­zen­hau­sen hat­ten im Auf­trag des Natur­park Alt­mühl­tal e. V. über drei Jah­re Flä­chen in sechs Land­krei­sen inner­halb des Natur­park Alt­mühl­tal begut­ach­tet, die als Spen­der­flä­chen für den Über­trag von Mäh- und Drusch­gut geeig­net sind. Die­ses, im Natur­raum gewon­ne­ne, Saat­gut ist natur­schutz­fach­lich beson­ders wich­tig, da damit regio­na­le Anpas­sun­gen oder Klein­ar­ten von Pflan­zen mit gerin­ger Ver­brei­tung berück­sich­tigt wer­den kön­nen. Mit die­sem „Natur­raum-Saat­gut“ kön­nen bestehen­de arten­ar­me Wie­sen auf­ge­wer­tet, oder neue Flä­chen ange­legt wer­den. Dabei müs­sen jedoch diver­se recht­li­che Rah­men­be­din­gun­gen berück­sich­tigt wer­den, wie der Refe­rent Dr. Frank Mol­der aus­führ­te.

Aus der Pra­xis der Anla­ge arten­rei­chen Grün­lands mit Über­trag von lokal gewon­ne­nem Mäh- und Drusch­gut konn­ten diver­se Teil­neh­mer und Teil­neh­me­rin­nen berich­ten, so Andre­as Schmut­te­rer vom LPV Donau-Ries mit dem Pro­jekt „Wie­sen­in­itia­ti­ve im Land­kreis. Donau-Ries“, Tina Dünz­ko­fer vom LPV Neu­markt und Caro­lin Rosen­ber­ger von der uNB Regens­burg. Auch Chris­ti­na Niegl vom – außer­halb des Natur­parks agie­ren­den – LPV Aich­ach-Fried­berg konn­te viel Pra­xis­er­fah­rung aus ihrem Pro­jekt „Arten­rei­ches Grün­land im Wit­tels­ba­cher Land“ wei­ter­ge­ben. „Es sind vie­le Fak­to­ren, die berück­sich­tigt wer­den müs­sen: Wie nähr­stoff­reich ist die Emp­fän­ger­flä­che? Gibt es pro­ble­ma­ti­sche Arten? Wel­che Metho­de der Begrü­nung ist die sinn­volls­te? Pas­sen Spen­der- und Emp­fän­ger­flä­che zusam­men?“, so die Exper­tin. Mit zahl­rei­chen Auf­nah­men illus­trier­te sie anschau­lich die Arbeits­schrit­te, die für die Ent­wick­lung von arten­rei­chem Grün­land not­wen­dig sind: ein sau­ber her­ge­rich­te­ter offe­ner Boden – das kön­nen auch Strei­fen in einer Wie­se sein — auf wel­chen das Mäh­gut einer mög­lichst nahe gele­ge­nen, arten­rei­chen Wie­se auf­ge­bracht wird. Dann ist mit­un­ter Geduld gefragt, aber die­se lohnt sich – wenn wie­der eine arten­rei­che Wie­se­ent­steht, die die Lebens­grund­la­gen für eine Viel­zahl von Insek­ten bil­det.

Bild­un­ter­schrift: Arten­rei­che Glatt­ha­fer­wie­se im Mai. Foto: Frank Molder/ Natur­park Alt­mühl­tal

( 3. v. l.)  Geschäfts­füh­rer des Natur­park Alt­mühl­tal e. V., Chris­toph Würf­lein mit Fach­bü­ro Dr. Frank Mol­der und Pro­jekt­lei­te­rin Chris­ta Boretz­ki (nach links) mit Ver­tre­te­rin­nen und Ver­tre­tern höhe­ren Natur­schutz­be­hör­den Mit­tel­fran­ken, Ober­bay­ern und Schwa­ben, der unte­ren Natur­schutz­be­hör­den und Land­schafts­pfle­ge­ver­bän­de fast aller im Natur­park Alt­mühl­tal lie­gen­den Land­krei­se und kreis­frei­en Städ­te. Foto: Natur­park Alt­mühl­tal