Weißenburg — Im August präsentieren die Museen Weißenburg Funde, die für den Untergang des Kastells Biriciana im Jahr 254 n. Chr. stehen: Kohle und verbrannte Getreidekörner.
Auf den ersten Blick mögen solche Stücke wenig spektakulär erscheinen. Vor allem, wenn man sie mit Münzen, Architekturteilen oder Keramikfunden vergleicht oder gar den Weißenburger Schatzfund sieht. Dennoch erlauben sie einen tiefen Blick in den Moment, als Biriciana zerstört wurde. Die verkohlten Getreidekörner und die verbrannten Dachbalken des Speichergebäudes sind praktisch eine Momentaufnahme dieser unruhigen Zeit.
Im Jahr 253 n. Chr. resultierte der stetige Truppenabzug im Laufe des 3. Jahrhunderts n. Chr. zu einer Schwächung des Limes. Dies führte zu einem Germaneneinfall, welcher die Zerstörung des römischen Weißenburgs, sondern auch vieler anderer Orte am Limes und dessen Hinterland zur Folge hatte. Die Römer gaben die Orte am Limes in Raetien auf und zogen sich weiter südlich an die Donau zurück.
Die Tatsache, dass die Getreidespeicher noch gefüllt waren, als die Zerstörung über Biriciana kam zeigt, dass die Katastrophe unerwartet und ohne Vorwarnung über die Provinz Raetien hereinbrach. Zumindest die Bewohner des Kastelldorfs scheinen sich noch gerettet zu haben – bislang wurden keine große Zahl an Opfern der Überfälle bei Ausgrabungen entdeckt.
Bild: Museen Weißenburg
Bildunterschrift: Fragmente verkohlter Dachbalken und verkohlte Getreidekörner. Foto: Museen Weißenburg


