Artikel zum „Fund/Objekt des Monats“ August der Museen Weißenburg

von | 7. August 2026 | Allgemein, Altmühlfranken, Gunzenhausen, Treuchtlingen, Weißenburg


Wei­ßen­burg — Im August prä­sen­tie­ren die Muse­en Wei­ßen­burg Fun­de, die für den Unter­gang des Kas­tells Biri­cia­na im Jahr 254 n. Chr. ste­hen: Koh­le und ver­brann­te Getrei­de­kör­ner.

Auf den ers­ten Blick mögen sol­che Stü­cke wenig spek­ta­ku­lär erschei­nen. Vor allem, wenn man sie mit Mün­zen, Archi­tek­tur­tei­len oder Kera­mik­fun­den ver­gleicht oder gar den Wei­ßen­bur­ger Schatz­fund sieht. Den­noch erlau­ben sie einen tie­fen Blick in den Moment, als Biri­cia­na zer­stört wur­de. Die ver­kohl­ten Getrei­de­kör­ner und die ver­brann­ten Dach­bal­ken des Spei­cher­ge­bäu­des sind prak­tisch eine Moment­auf­nah­me die­ser unru­hi­gen Zeit.

Im Jahr 253 n. Chr. resul­tier­te der ste­ti­ge Trup­pen­ab­zug im Lau­fe des 3. Jahr­hun­derts n. Chr. zu einer Schwä­chung des Limes. Dies führ­te zu einem Ger­ma­nen­ein­fall, wel­cher die Zer­stö­rung des römi­schen Wei­ßen­burgs, son­dern auch vie­ler ande­rer Orte am Limes und des­sen Hin­ter­land zur Fol­ge hat­te. Die Römer gaben die Orte am Limes in Rae­ti­en auf und zogen sich wei­ter süd­lich an die Donau zurück.

Die Tat­sa­che, dass die Getrei­de­spei­cher noch gefüllt waren, als die Zer­stö­rung über Biri­cia­na kam zeigt, dass die Kata­stro­phe uner­war­tet und ohne Vor­war­nung über die Pro­vinz Rae­ti­en her­ein­brach. Zumin­dest die Bewoh­ner des Kas­tell­dorfs schei­nen sich noch geret­tet zu haben – bis­lang wur­den kei­ne gro­ße Zahl an Opfern der Über­fäl­le bei Aus­gra­bun­gen ent­deckt.
Bild: Muse­en Wei­ßen­burg

Bild­un­ter­schrift: Frag­men­te ver­kohl­ter Dach­bal­ken und ver­kohl­te Getrei­de­kör­ner. Foto: Muse­en Wei­ßen­burg