Treuchtlingen — Ein holpriger Start muss kein Endpunkt sein – manchmal beginnt genau dort der Weg in den Beruf. Das zeigt das Beispiel von Luis Eitzenberger beim Baumarkt-Discounter Baudi in Treuchtlingen. Der 18-Jährige aus Weißenburg hat seine Ausbildung zum Verkäufer im Rahmen einer außerbetrieblichen Berufsausbildung erfolgreich abgeschlossen und arbeitet heute fest im Unternehmen.
Diese Ausbildungsform – vollständig „kooperative Berufsausbildung in außerbetrieblichen Einrichtungen (BaE)“ – bietet jungen Menschen einen verlässlichen Einstieg, wenn der direkte Weg in eine betriebliche Ausbildung noch nicht gelingt oder im ersten Anlauf nicht funktioniert hat. Begleitet von Bildungsträgern erhalten die Teilnehmenden individuelle Unterstützung, Förderunterricht und sozialpädagogische Begleitung. Gleichzeitig sammeln sie in Kooperationsbetrieben praktische Erfahrungen im realen Arbeitsalltag. Die Agentur für Arbeit finanziert und übernimmt damit auch die Ausbildungsvergütung. Sie schafft damit stabile Rahmenbedingungen – auch für den Betrieb. Ziel ist ein anerkannter Berufsabschluss und möglichst der Übergang in eine reguläre betriebliche Ausbildung oder direkte Beschäftigung.
Bei Luis Eitzenberger hat genau das funktioniert. Nach einer zuvor abgebrochenen Ausbildung fühlte er sich zunächst stark verunsichert. Der Wechsel zu Baudi und die Begleitung durch den Bildungsträger bfz im Rahmen der außerbetrieblichen Berufsausbildung brachten für ihn die Wende. „Ich habe hier schnell gemerkt, dass es wieder aufwärts geht und es besser werden kann“, sagt der 18-Jährige. Aus einem schwierigen Verlauf wurde so Schritt für Schritt eine echte Perspektive.
Auch im Betrieb fiel früh auf, was Luis interessiert und wo er sich gut entwickeln kann. Marktleiter Dominik Breitenstein beschreibt den jungen Mitarbeiter als zuverlässig, pünktlich und offen für neue Aufgaben. Anfangs sei Luis noch eher schüchtern gewesen. Das Team habe deshalb bewusst an seine Interessen angeknüpft. Weil er sich schon immer für Technik interessiert habe, habe Baudi ihn gezielt in technische Abläufe und das IT-System eingearbeitet. Daraus entwickelten sich später konkrete Aufgaben, etwa im Bereich der Kasse.
Für Baudi war dieser Weg so ebenfalls ein Gewinn. Geschäftsführer Hans Riedel betont, dass gerade kleinere Betriebe von der Förderung profitieren. Sie nehme Unternehmen einen Großteil des Kostendrucks und mindere das Risiko, das mit Ausbildung verbunden sei. Erst durch die Unterstützung der Agentur für Arbeit habe Baudi die Ausbildung in dieser Form stemmen können. Heute profitiere der Betrieb doppelt: Er habe ausgebildet und zugleich eine Fachkraft gewonnen, die bereits im Unternehmen zu Hause ist.
Begleitet wurde die Ausbildung vom Bildungsträger bfz (Berufliche Fortbildungszentren der Bayerischen Wirtschaft). Seminarleiterin Monika Engelhardt verweist auf die enge Unterstützung während der gesamten Zeit einer „BaE“. Dazu gehörten wöchentliche Nachhilfe, sozialpädagogische Begleitung sowie Betreuung der Auszubildenden im Einzel- und Gruppensetting. Gerade dieses Zusammenspiel sei wichtig, wenn junge Menschen nach einem Bruch schnell wieder Anschluss finden sollen. Baudi habe damals noch ganz am Anfang gestanden und zuvor keine eigenen Auszubildenden gehabt. Durch Beratung, Abstimmung und Begleitung sei der Weg dennoch gelungen. Im Februar hat Luis Eitzenberger seine Ausbildung erfolgreich abgeschlossen und wurde direkt als fester Mitarbeiter übernommen.
Michael Scheuerlein von der Agentur für Arbeit sieht darin ein starkes Signal. „Wer sich einbringen will, kann Unterstützung bekommen. Genau dafür ist die ‚BaE‘ da“, sagt er. Die Förderung eröffne jungen Menschen eine reale Chance auf einen Berufsabschluss, wenn der direkte Weg in die betriebliche Ausbildung zunächst nicht gelungen sei. Gleichzeitig entlaste sie Betriebe und unterstütze dabei, Fachkräfte zu entwickeln und zu binden.
Das Beispiel aus Treuchtlingen zeigt, was möglich ist, wenn Förderung, betriebliche Offenheit und persönlicher Einsatz zusammenkommen. Für Luis Eitzenberger bedeutet das einen festen Platz im Berufsleben. Für Baudi zeigt das Beispiel, wie Ausbildung mit Unterstützung für junge Menschen und Betriebe bei der herausfordernden Fachkräftegewinnung gleichermaßen zum Erfolg werden kann.
Bildunterschrift: Dominik Breitenstein und Absolvent Luis Eitzenberger (beide Baudi) hatten in Treuchtlingen Besuch von Monika Engelhardt (bfz) und Michael Scheuerlein (Arbeitsagentur). Foto: Agentur für Arbeit/Lukas Schliepkorte


