Aus Umwegen wird Zukunft – geförderte Ausbildung führt direkt in den Job

von | 21. Mai 2026 | Allgemein, Altmühlfranken, Treuchtlingen

Treucht­lin­gen — Ein holp­ri­ger Start muss kein End­punkt sein – manch­mal beginnt genau dort der Weg in den Beruf. Das zeigt das Bei­spiel von Luis Eit­zen­ber­ger beim Bau­markt-Dis­coun­ter Bau­di in Treucht­lin­gen. Der 18-Jäh­ri­ge aus Wei­ßen­burg hat sei­ne Aus­bil­dung zum Ver­käu­fer im Rah­men einer außer­be­trieb­li­chen Berufs­aus­bil­dung erfolg­reich abge­schlos­sen und arbei­tet heu­te fest im Unter­neh­men.

Die­se Aus­bil­dungs­form – voll­stän­dig „koope­ra­ti­ve Berufs­aus­bil­dung in außer­be­trieb­li­chen Ein­rich­tun­gen (BaE)“ – bie­tet jun­gen Men­schen einen ver­läss­li­chen Ein­stieg, wenn der direk­te Weg in eine betrieb­li­che Aus­bil­dung noch nicht gelingt oder im ers­ten Anlauf nicht funk­tio­niert hat. Beglei­tet von Bil­dungs­trä­gern erhal­ten die Teil­neh­men­den indi­vi­du­el­le Unter­stüt­zung, För­der­un­ter­richt und sozi­al­päd­ago­gi­sche Beglei­tung. Gleich­zei­tig sam­meln sie in Koope­ra­ti­ons­be­trie­ben prak­ti­sche Erfah­run­gen im rea­len Arbeits­all­tag. Die Agen­tur für Arbeit finan­ziert und über­nimmt damit auch die Aus­bil­dungs­ver­gü­tung. Sie schafft damit sta­bi­le Rah­men­be­din­gun­gen – auch für den Betrieb. Ziel ist ein aner­kann­ter Berufs­ab­schluss und mög­lichst der Über­gang in eine regu­lä­re betrieb­li­che Aus­bil­dung oder direk­te Beschäf­ti­gung.

Bei Luis Eit­zen­ber­ger hat genau das funk­tio­niert. Nach einer zuvor abge­bro­che­nen Aus­bil­dung fühl­te er sich zunächst stark ver­un­si­chert. Der Wech­sel zu Bau­di und die Beglei­tung durch den Bil­dungs­trä­ger bfz im Rah­men der außer­be­trieb­li­chen Berufs­aus­bil­dung brach­ten für ihn die Wen­de. „Ich habe hier schnell gemerkt, dass es wie­der auf­wärts geht und es bes­ser wer­den kann“, sagt der 18-Jäh­ri­ge. Aus einem schwie­ri­gen Ver­lauf wur­de so Schritt für Schritt eine ech­te Per­spek­ti­ve.

Auch im Betrieb fiel früh auf, was Luis inter­es­siert und wo er sich gut ent­wi­ckeln kann. Markt­lei­ter Domi­nik Brei­ten­stein beschreibt den jun­gen Mit­ar­bei­ter als zuver­läs­sig, pünkt­lich und offen für neue Auf­ga­ben. Anfangs sei Luis noch eher schüch­tern gewe­sen. Das Team habe des­halb bewusst an sei­ne Inter­es­sen ange­knüpft. Weil er sich schon immer für Tech­nik inter­es­siert habe, habe Bau­di ihn gezielt in tech­ni­sche Abläu­fe und das IT-Sys­tem ein­ge­ar­bei­tet. Dar­aus ent­wi­ckel­ten sich spä­ter kon­kre­te Auf­ga­ben, etwa im Bereich der Kas­se.

Für Bau­di war die­ser Weg so eben­falls ein Gewinn. Geschäfts­füh­rer Hans Rie­del betont, dass gera­de klei­ne­re Betrie­be von der För­de­rung pro­fi­tie­ren. Sie neh­me Unter­neh­men einen Groß­teil des Kos­ten­drucks und min­de­re das Risi­ko, das mit Aus­bil­dung ver­bun­den sei. Erst durch die Unter­stüt­zung der Agen­tur für Arbeit habe Bau­di die Aus­bil­dung in die­ser Form stem­men kön­nen. Heu­te pro­fi­tie­re der Betrieb dop­pelt: Er habe aus­ge­bil­det und zugleich eine Fach­kraft gewon­nen, die bereits im Unter­neh­men zu Hau­se ist.

Beglei­tet wur­de die Aus­bil­dung vom Bil­dungs­trä­ger bfz (Beruf­li­che Fort­bil­dungs­zen­tren der Baye­ri­schen Wirt­schaft). Semi­nar­lei­te­rin Moni­ka Engel­hardt ver­weist auf die enge Unter­stüt­zung wäh­rend der gesam­ten Zeit einer „BaE“. Dazu gehör­ten wöchent­li­che Nach­hil­fe, sozi­al­päd­ago­gi­sche Beglei­tung sowie Betreu­ung der Aus­zu­bil­den­den im Ein­zel- und Grup­pen­set­ting. Gera­de die­ses Zusam­men­spiel sei wich­tig, wenn jun­ge Men­schen nach einem Bruch schnell wie­der Anschluss fin­den sol­len. Bau­di habe damals noch ganz am Anfang gestan­den und zuvor kei­ne eige­nen Aus­zu­bil­den­den gehabt. Durch Bera­tung, Abstim­mung und Beglei­tung sei der Weg den­noch gelun­gen. Im Febru­ar hat Luis Eit­zen­ber­ger sei­ne Aus­bil­dung erfolg­reich abge­schlos­sen und wur­de direkt als fes­ter Mit­ar­bei­ter über­nom­men.

Micha­el Scheu­er­lein von der Agen­tur für Arbeit sieht dar­in ein star­kes Signal. „Wer sich ein­brin­gen will, kann Unter­stüt­zung bekom­men. Genau dafür ist die ‚BaE‘ da“, sagt er. Die För­de­rung eröff­ne jun­gen Men­schen eine rea­le Chan­ce auf einen Berufs­ab­schluss, wenn der direk­te Weg in die betrieb­li­che Aus­bil­dung zunächst nicht gelun­gen sei. Gleich­zei­tig ent­las­te sie Betrie­be und unter­stüt­ze dabei, Fach­kräf­te zu ent­wi­ckeln und zu bin­den.

Das Bei­spiel aus Treucht­lin­gen zeigt, was mög­lich ist, wenn För­de­rung, betrieb­li­che Offen­heit und per­sön­li­cher Ein­satz zusam­men­kom­men. Für Luis Eit­zen­ber­ger bedeu­tet das einen fes­ten Platz im Berufs­le­ben. Für Bau­di zeigt das Bei­spiel, wie Aus­bil­dung mit Unter­stüt­zung für jun­ge Men­schen und Betrie­be bei der her­aus­for­dern­den Fach­kräf­te­ge­win­nung glei­cher­ma­ßen zum Erfolg wer­den kann.

Bild­un­ter­schrift: Domi­nik Brei­ten­stein und Absol­vent Luis Eit­zen­ber­ger (bei­de Bau­di) hat­ten in Treucht­lin­gen Besuch von Moni­ka Engel­hardt (bfz) und Micha­el Scheu­er­lein (Arbeits­agen­tur). Foto: Agen­tur für Arbeit/Lukas Schliep­kor­te