Besuch der CSU Gunzenhausen im Bezzelhaus Gunzenhausen

von | 8. September 2023 | Altmühlfranken, Gunzenhausen

Gun­zen­hau­sen (red). „Die Jugend­hil­fe hat der­zeit kei­ne Lob­by in der Poli­tik“ so das Cre­do von Kers­tin Becher-Schrö­der, der Lei­te­rin der Kin­der- und Jugend­hil­fe Bez­zel­haus in Gun­zen­hau­sen. Es wird viel über feh­len­de Kita-Plät­ze und den Man­gel an Leh­rern in Schu­len gespro­chen, aber die Unter­stüt­zung und Betreu­ung für Kin­der- und Jugend­li­che mit sozia­len und/oder fami­liä­ren Pro­ble­men wird kaum wahr­ge­nom­men.

Die CSU Gun­zen­hau­sen orga­ni­sier­te des­halb ein Tref­fen der Ver­ant­wort­li­chen und Ver­tre­tern ver­schie­de­ner poli­ti­scher Ebe­nen. Neben dem Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ten Artur Auern­ham­mer, dem Bezirks­rat Hans Popp sowie dem Ers­ten Bür­ger­meis­ter Karl-Heinz Fitz nahm auch der Direkt­kan­di­dat für die anste­hen­de Land­tags­wahl Hel­mut Schnotz und CSU Orts­ver­bands­vor­sit­zen­der Manu­el Blenk an dem Tref­fen teil.
Zu Beginn konn­ten die Besu­cher einen kur­zen Rund­gang durch die der­zei­ti­ge Bau­stel­le machen. Hier inves­tiert das Bez­zel­haus mehr als drei Mio. Euro in neue Wohn­grup­pen für die betreu­ten Kin­der und Jugend­li­chen. Ohne die groß­ar­ti­ge Unter­stüt­zung mit För­der­mit­teln
von gro­ßen Wohl­tä­tig­keits­or­ga­ni­sa­tio­nen wäre, trotz der Eigen­mit­tel des Trä­gers und zwei­er Kre­di­te, ein sol­ches Vor­ha­ben über­haupt nicht mach­bar, erläu­ter­te Becher-Schrö­der. Die mitt­ler­wei­le durch Infla­ti­on, aber auch auf­grund des Krie­ges in der Ukrai­ne auf 3,7 Mio. Euro gestie­ge­nen Bau­kos­ten sind für einen so klei­nen Trä­ger aktu­ell und auf die nächs­ten Jahr­zehn­te eine ech­te Her­aus­for­de­rung. Daher ist es den Lei­tungs­ver­ant­wort­li­chen auch so wich­tig mit poli­tisch und gesell­schaft­li­chen Verantwortungsträger*innen zu ihrer Arbeit und dem gesell­schaft­li­chen Auf­trag der dahin­ter­steht in´s Gespräch zu kom­men.

Im Anschluss nutz­ten dann die Ver­tre­te­rin­nen des Bez­zel­hau­ses, neben Kers­tin Becher­Schrö­der saßen noch die Bereichs­lei­te­rin­nen Bar­ba­ra Hering, Chris­ti­ne Lan­gosch und Hel­ga
Guth am Tisch die Gele­gen­heit, den poli­ti­schen Man­dats­trä­ger ihre Pro­ble­me zu erläu­tern.
Das Bez­zel­haus betreut 24 Kin­der und Jugend­li­che zwi­schen 11 und 17 Jah­ren im sta­tio­nä­ren Wohn­grup­pen­be­reich, zusätz­lich kön­nen noch zwei jun­gen Men­schen in Not- und Kri­sen­si­tua­tio­nen spon­tan im Rah­men von Inob­hut­nah­me auf­ge­nom­men wer­den. Hin­zu
kom­men 32 Plät­ze für Kin­der ab sechs bis 13 Jah­ren im teil­sta­tio­nä­ren Bereich der Heil­päd­ago­gi­schen Tages­stät­ten an den Stand­or­ten Gun­zen­hau­sen, Treucht­lin­gen und Wei­ßen­burg. Wei­ter wer­den 24 Schü­ler mit Lern­de­fi­zi­ten im Rah­men der „offe­nen Ganz­ta­ges­be­treu­ung“ betreut. Als wei­te­re Dienst­leis­tung wird eine sog. „ambu­lan­te Hil­fe“ im Land­kreis aber auch in angren­zen­den Land­krei­sen ange­bo­ten. Dafür ste­hen Frau Becher-Schrö­der und ihren Kol­le­gin­nen ca. 70 Mit­ar­bei­ten­de zur Sei­te.

Ziel sei es den Kin­dern und Jugend­li­chen Struk­tur im All­tag zu ver­mit­teln und eine Ent­wick­lung zur Aus­bil­dung zu errei­chen, erläu­ter­te Bar­ba­ra Hering. Sie kom­men oft aus schwie­ri­gen fami­liä­ren Ver­hält­nis­sen. Hier ist oft auch see­li­sche und kör­per­lich Gewalt an der Tages­ord­nung, ergänz­te Hel­ga Guth. „Wir sehen es als Erfolg, wenn unse­re Jugend­li­chen ein Schul­jahr bestan­den haben oder die Leh­re durch­ge­hal­ten. Auch vor Schwie­rig­kei­ten nicht weg­zu­lau­fen ist ein lan­ger Lern­pro­zess“, weiß Chris­ti­ne Lan­gosch.

Gegen­über den anwe­sen­den CSU-Ver­tre­tern mahn­te die Kers­tin Becher-Schrö­der an, das nach dem Grund­satz­pro­gramm der Par­tei gleich­be­rech­ti­ge Bil­dungs- und Ent­wick­lungs­chan­cen für alle Kin­der und Jugend­li­chen in Bay­ern die Ziel­set­zung sei­en. Für die Arbeit
der Kin­der- und Jugend­hil­fe sieht sie hier noch erheb­li­chen Hand­lungs­be­darf. Gera­de bei der finan­zi­el­len Aus­stat­tung und Plan­bar­keit der Bele­gung gebe es für die Trä­ger eine laten­te Unsi­cher­heit. „Hil­fe­maß­nah­men müs­sen im ange­mes­se­nen Umfang, zum rich­ti­gen
Zeit­punkt und vor allem mit der erfor­der­li­chen Dau­er bewil­ligt und auch finan­ziert wer­den“ kon­sta­tiert Kers­tin Becher-Schrö­der. Vor allem der anwe­sen­de Kan­di­dat für den Land­tag, Hel­mut Schnotz, nahm die­se Aus­füh­run­gen sehr ernst und sicher­te den Ver­tre­te­rin­nen des Bez­zel­hau­ses zu, den heu­ti­gen Besuch und vor allem das Gespräch in sei­ne mög­li­che Arbeit nach Mün­chen mit­zu­neh­men.

Auch Artur Auern­ham­mer will die­ses Gespräch zum Anlass neh­men, um auf die jewei­li­gen Fach­kol­le­gin­nen und ‑kol­le­gen zuzu­ge­hen. „Damit wird nicht mor­gen alles bes­ser“, gestand er ein, „aber nur wenn es Gesprä­che wie die­se gibt, haben wir die Mög­lich­keit die Pro­ble­me
aus der Per­spek­ti­ve der Betrof­fe­nen zu sehen“. Dafür kann auch die aus­ge­spro­che­ne herz­li­che Ein­la­dung zu einem soge­nann­ten „Sei­ten-Wech­sel“ nütz­lich sein. Wir wür­den uns auf jeden Fall sehr freu­en und ste­hen wei­te­ren Gesprä­chen und einem Aus­tausch offen gegen­über!

Foto: CSU Gun­zen­hau­sen