Besuchersteinbruch auf dem Blumenberg startet mit neuer Pächterin in die Saison 2023

von | 22. Mai 2023 | Altmühlfranken, Gunzenhausen, Treuchtlingen, Weißenburg

Eich­stätt (red). Der Blu­men­berg zwi­schen Eich­stätt und Schern­feld gehört zu den bedeu­tends­ten Fos­si­li­en­la­ger­stät­ten im Natur­park Alt­mühl­tal. Über 800 ver­schie­de­ne Fos­si­li­en­ar­ten wur­den hier in den Soln­ho­fe­ner Plat­ten­kal­ken bis­her gefun­den.

Beson­de­re Berühmt­heit erlang­te im 19. Jahr­hun­dert ein Ori­gi­nal des sel­te­nen Urvo­gels Archaeo­pte­ryx, der heu­te als „Ber­li­ner Exem­plar“ im Natur­kun­de­mu­se­um Ber­lin zu bewun­dern ist.  Auch außer­ge­wöhn­li­che Libel­len und ein Fisch, der mit­samt sei­ner Beu­te im Maul ver­stei­nert wur­de, wur­den aus den Kalk­schich­ten gebor­gen. Zu sehen sind die­se Fun­de im nahen Muse­um Ber­gér auf dem Harthof und im Jura-Muse­um auf der Wil­li­balds­burg.

Um allen die Fos­si­li­en­su­che zu ermög­li­chen, hat der Land­kreis Eich­stätt bereits vor über 40 Jah­ren den Besu­cher­stein­bruch Blu­men­berg erschlos­sen. Ins­be­son­de­re Schul­klas­sen und Fami­li­en mit Kin­dern gehen hier seit­dem auf eine span­nen­de Schatz­su­che. Zwar haben die Hob­by­samm­ler seit­her noch kei­nen Archaeo­pte­ryx gefun­den — Ammo­ni­ten in ihrer unver­wech­sel­ba­ren Schne­cken­form oder Haar­ster­ne — hüb­sche Ver­wand­te heu­ti­ger See­sli­li­en fin­det nahe­zu jeder.

Der Besu­cher­stein­bruch Blu­men­berg ist ein zen­tra­ler Bestand­teil im geo­tou­ris­ti­schen Netz­werk des Natur­park Alt­mühl­tal, unver­zicht­bar für den Geo-Stand­ort Eichstätt/Schernfeld mit dem Jura-Muse­um, dem Muse­um Ber­gér und dem Umwelt­stu­di­en­platz der Jugend­her­ber­ge Eich­stätt.

Seit die­ser Sai­son küm­mert sich die neue Päch­te­rin, Oli­via Schön­ho­fer, enga­giert um die Stein­bruch­be­su­cher. Am Kiosk erhält der Gast not­wen­di­ge Uten­si­li­en für die Fos­si­li­en­su­che wie Ham­mer und Mei­ßel, sach­kun­di­gen Rat, wie Plat­ten rich­tig gebor­gen und gespal­ten wer­den, und anschlie­ßend eine ers­te Ein­schät­zung, was man gefun­den hat. Beson­ders an hei­ßen Tagen schät­zen die Besu­cher zudem das Ange­bot küh­ler Geträn­ke und das Bau­ern­hof-Eis aus der Regi­on.

Der Stein­bruch öff­net bis 5. Novem­ber Diens­tag bis Sonn­tag sowie fei­er­tags von 10:00 bis 16:00 Uhr. Bei sehr schlech­tem Wet­ter kann der Stein­bruch aller­dings geschlos­sen blei­ben. Aktu­el­le Infos dazu gibt es unter der Tele­fon­num­mer 0176 53005882.

Neu in die­ser Sai­son ist eine Fos­si­li­en-WEB-App, basie­rend auf der tech­ni­schen Basis des Inter­net­auf­trit­tes des Natur­parks, mit der die Fun­de der Besu­che­rin­nen und Besu­cher erst­mals schon im Stein­bruch digi­tal erfasst wer­den kön­nen.

So kann erst­mals ein umfas­sen­de­rer Über­blick über die Fun­de im Besu­cher­stein­bruch gewon­nen wer­den. Durch die digi­ta­le Fun­der­fas­sung erhofft man sich neue Erkennt­nis­se über die dor­ti­ge jura­zeit­li­che Lebens­welt und einen ver­bes­ser­ten Fund­nach­weis.

In Auf­trag gege­ben und finan­ziert hat die Fos­si­li­en-WEB-App der Land­kreis Eich­stätt.  Kon­zept und Umset­zung lagen in den Hän­den des Infor­ma­ti­ons­zen­trums Natur­park Alt­mühl­tal Eich­stätt. Wis­sen­schaft­lich beglei­tet und bera­ten wur­de das Ent­wick­ler­team von Frau Dr. Chris­ti­na Ifrim vom Jura-Muse­um.

Die Erfas­sung star­tet vor­aus­sicht­lich am 1. Juni. Soll­te sich die App in der Pra­xis bewäh­ren, kann sie auch in ande­ren Besu­cher­stein­brü­chen im Natur­park genutzt wer­den.

Bild­un­ter­schrift: Freu­en sich auf die Zusam­men­ar­beit mit der neu­en Päch­te­rin des Besu­cher­stein­bruchs Blu­men­berg (von links): Chris­toph Würf­lein (Natur­park Alt­mühl­tal), Oli­via Schön­ho­fer (Stein­bruch Blu­men­berg), Dr. Chris­ti­na Ifrim (Jura­mu­se­um), Georg Ber­gér (Muse­um Ber­gér).  Foto: Natur­park Alt­mühl­tal