Betretungsregelungen für landwirtschaftliche Flächen während der Vegetationsperiode

von | 29. April 2026 | Allgemein, Altmühlfranken, Gunzenhausen, Treuchtlingen, Weißenburg

Der Baye­ri­sche Bau­ern­ver­band, Kreis­ver­band Wei­ßen­burg-Gun­zen­hau­sen, weist dar­auf hin, dass für land­wirt­schaft­lich genutz­te Flä­chen wäh­rend der Vege­ta­ti­ons­zeit beson­de­re Betre­tungs­re­ge­lun­gen gel­ten. Grund­la­ge hier­für ist Arti­kel 30 des Baye­ri­schen Natur­schutz­ge­set­zes (Bay­NatSchG).

„Dem­nach ist es in der Zeit von Anfang April bis ein­schließ­lich Okto­ber nicht zuläs­sig, land­wirt­schaft­lich genutz­te Flä­chen außer­halb der vor­han­de­nen Wege zu betre­ten.“ erklärt BBV-Geschäfts­füh­rer Dani­el Mei­er. Dies gilt für Grün­land wäh­rend der Vege­ta­ti­ons­zeit, also von April bis Okto­ber, sowie für Acker­land zwi­schen Saat und Ern­te. Ziel ist es, die Nut­zung der Flä­chen sowie die Erzeu­gung gesun­der Lebens­mit­tel zu sichern.

Ein beson­de­res Augen­merk gilt dem Umgang mit Hun­den. Kreis­ob­mann Erwin Auern­ham­mer ver­deut­licht: „Frei­lau­fen­de Tie­re sowie nicht besei­tig­ter Hun­de­kot beein­träch­ti­gen die Qua­li­tät des Fut­ters indem sie Krank­heits­er­re­ger auf land­wirt­schaft­li­che Flä­chen ein­tra­gen.“ In der Pra­xis führt dies bei Nutz­tie­ren zu Infek­tio­nen, Fehl­ge­bur­ten oder auch zu schwe­ren Krank­heits­ver­läu­fen. Für die Betrie­be ent­ste­hen dadurch sowohl tier­schutz­re­le­van­te als auch wirt­schaft­li­che Belas­tun­gen.

Auch das Betre­ten der Flä­chen abseits der Wege kann Fol­gen haben: Pflan­zen­be­stän­de wer­den geschä­digt, Böden ver­dich­tet und Erträ­ge gemin­dert. Dies wirkt sich unmit­tel­bar auf die Fut­ter- und Lebens­mit­tel­pro­duk­ti­on aus.

Die­se Rege­lun­gen sind auch in Bezug auf den Arten­schutz von beson­de­rer Bedeu­tung.

Ins­be­son­de­re wäh­rend der Brut- und Setz­zeit von April bis Juli sind Wie­sen und Feld­flu­ren wich­ti­ge Lebens­räu­me für Wild­tie­re. Reh­kit­ze, Boden­brü­ter wie Kie­bitz, Feld­ler­che oder Reb­huhn sowie Jung­ha­sen sind in die­ser Zeit beson­ders gefähr­det. Durch Betre­ten, Frei­lau­fen­las­sen von Hun­den oder Stö­run­gen in den Flä­chen kann es zu erheb­li­chem Stress, zum Ver­las­sen der Gele­ge oder sogar zum Tod der Jung­tie­re kom­men.

Der Baye­ri­sche Bau­ern­ver­band Wei­ßen­burg-Gun­zen­hau­sen bit­tet daher alle Bür­ge­rin­nen und Bür­ger, die gesetz­li­chen Vor­ga­ben zu beach­ten, Hun­de mög­lichst auf den Wegen zu füh­ren und Hin­ter­las­sen­schaf­ten zu ent­fer­nen. Gleich­zei­tig wird um beson­de­re Rück­sicht­nah­me auf Wild­tie­re gebe­ten, indem Wie­sen und Fel­der nicht unnö­tig betre­ten wer­den. Mit gegen­sei­ti­ger Rück­sicht­nah­me lässt sich ein gutes Mit­ein­an­der zwi­schen Land­wirt­schaft, Erho­lungs­su­chen­den und dem Schutz der hei­mi­schen Tier­welt errei­chen.

Pla­kat: Baye­ri­scher Bau­ern­ver­band — Kreis­ver­band Wei­ßen­burg-Gun­zen­hau­sen