Bezirkskliniken Mittelfranken setzen auf Nahwärmenetz der Stadtwerke Treuchtlingen

von | 22. Oktober 2023 | Allgemein, Altmühlfranken, Gunzenhausen, Treuchtlingen

Treucht­lin­gen (red9.  Schon lan­ge vor der geplan­ten Eröff­nung setzt die Psy­cho­so­ma­ti­sche Fach­kli­nik in Treucht­lin­gen ein Zei­chen in Sachen Umwelt­be­wusst­sein. Die Bezirks­kli­ni­ken Mit­tel­fran­ken ent­schei­den sich für eine nach­hal­ti­ge Wär­me­ver­sor­gung durch das Nah­wär­me­netz der Stadt­wer­ke Treucht­lin­gen. Heu­te unter­zeich­ne­ten Dr. Mat­thi­as Kei­len, Vor­stand der Bezirks­kli­ni­ken Mit­tel­fran­ken, und Max Fils­er, Vor­stand der Stadt­wer­ke Treucht­lin­gen, in Anwe­sen­heit von Dr. Dr. Kris­ti­na Becker, Ers­te Bür­ger­meis­te­rin von Treucht­lin­gen, den Lie­fer­ver­trag.

„Die Zusam­men­ar­beit mit den Stadt­wer­ken Treucht­lin­gen bie­tet uns eine wirt­schaft­lich effek­ti­ve und öko­lo­gisch ver­ant­wor­tungs­vol­le Wär­me­ver­sor­gung für unse­re neue Fach­kli­nik”, sagt Dr. Mat­thi­as Kei­len. „So leis­ten wir unse­ren Bei­trag zur Ener­gie­wen­de und hal­ten gleich­zei­tig unse­re Betriebs­kos­ten gering.“

Die kli­ma­freund­li­che Wär­me lie­fert größ­ten­teils ein Bio­mas­se­kraft­werk der Stadt­wer­ke, das nach­hal­tig mit regio­na­len Hack­schnit­zeln, einem nach­wach­sen­den Roh­stoff, betrie­ben wird. Die Wär­me gelangt über iso­lier­te Rohr­lei­tun­gen zu den Abneh­mern wie der neu­en Fach­kli­nik. Die­se wird zwi­schen 1,65 und 1,75 Mil­lio­nen kWh pro Jahr bezie­hen – das ent­spricht dem jähr­li­chen Ver­brauch von etwa 70 bis 75 Ein­fa­mi­li­en­häu­sern.

Doch das Nah­wär­me­netz lie­fert nicht nur rege­ne­ra­ti­ve Wär­me, es redu­ziert auch die Kos­ten für die Bezirks­kli­ni­ken erheb­lich. Denn Betrieb und War­tung des Wär­me­sys­tems lie­gen bei den Stadt­wer­ken. Die inno­va­ti­ve Wär­me­lö­sung ermög­licht dar­über hin­aus erheb­li­che Ein­spa­run­gen bei Bau- und Betriebs­kos­ten, da kei­ne eige­ne Hei­zungs­an­la­ge und ent­spre­chen­de Flä­chen benö­tigt wer­den. Zudem ver­rin­gert die Nah­wär­me­ver­sor­gung mit Hack­schnit­zeln die Abhän­gig­keit von fos­si­len Ener­gie­trä­gern und damit die Anfäl­lig­keit für geo­po­li­ti­sche Span­nun­gen und Preis­schwan­kun­gen.

„Mit dem Nah­wär­me­netz bie­ten wir loka­len Abneh­mern eine siche­re, nach­hal­ti­ge und kli­ma­freund­li­che Wär­me“, sagt Dr. Dr. Kris­ti­na Becker. „Ich freue mich, dass auch die Bezirks­kli­ni­ken Mit­tel­fran­ken die­ses Ange­bot nut­zen. Sie för­dern damit die Wirt­schaft vor Ort und tra­gen zu einer kli­ma­neu­tra­len Zukunft bei.“ „Auch die Stadt­wer­ke Treucht­lin­gen begrü­ßen die Ent­schei­dung der Bezirks­kli­ni­ken Mit­tel­fran­ken zum Anschluss an unser Nah­wär­me­netz und freu­en sich auf eine ver­trau­ens­vol­le und part­ner­schaft­li­che Zusam­men­ar­beit“, ergänzt Max Fils­er.

Kli­ma­neu­tra­li­tät als Ziel

In der Zusam­men­ar­beit mit den Stadt­wer­ken spie­gelt sich das über­ge­ord­ne­te Ziel der Bezirks­kli­ni­ken Mit­tel­fran­ken wider: die zukünf­ti­ge Ver­wirk­li­chung voll­stän­di­ger Kli­ma­neu­tra­li­tät. Der Kli­nik­ver­bund setzt des­halb nicht nur in Treucht­lin­gen auf kli­ma­neu­tra­le Wär­me. Auch an den Stand­or­ten Ans­bach und Erlan­gen sind moder­ne Hack­schnit­zel­an­la­gen Kern­stück des Wär­me­ver­sor­gungs­kon­zep­tes.

Zudem wer­den alle Neu­bau­ten der Bezirks­kli­ni­ken mit Pho­to­vol­ta­ik-Anla­gen aus­ge­stat­tet. Hier­für inves­tiert der Kli­nik­ver­bund ins­ge­samt mehr als 1,6 Mio. Euro aus Eigen­mit­teln. Allein bei der Gene­ral­aus­bau­pla­nung des Kli­ni­kums am Euro­pa­ka­nal in Erlan­gen gehen in den kom­men­den Jah­ren auf einer Flä­che von über 1.900 m² wei­te­re PV-Anla­gen in Betrieb. Ins­ge­samt kön­nen im gesam­ten Kli­nik­ver­bund nach Abschluss der lau­fen­den Bau­pro­jek­te rund 350 Ton­nen CO2 jähr­lich ein­ge­spart wer­den.

Im Rah­men des Ener­gie­ma­nage­ments (zer­ti­fi­ziert nach DIN ISO 50001:2018) wer­den zudem vie­le wei­te­re Pro­jek­te ver­folgt. Dazu zäh­len unter ande­rem die Nut­zung von Öko­strom, der Aus­bau der E‑Mobilität, die Umrüs­tung auf LED-Beleuch­tung oder der Aus­tausch von Pum­pen zur Warm­was­ser- und Hei­zungs­ver­tei­lung. Somit leis­ten die Bezirks­kli­ni­ken schon jetzt einen wich­ti­gen Bei­trag zum erklär­ten Ziel „Kli­ma­neu­tra­li­tät 2040“ in Mit­tel­fran­ken.

Über die neue Psy­cho­so­ma­ti­sche Fach­kli­nik in Treucht­lin­gen

Im Ein­klang mit dem ange­streb­ten Ziel der Kli­ma­neu­tra­li­tät schrei­tet der Bau der neu­en Fach­kli­nik mit gro­ßen Schrit­ten vor­an. Vor­aus­sicht­lich im Dezem­ber 2023, rund ein Jahr nach der Grund­stein­le­gung, fei­ern die Bezirks­kli­ni­ken Mit­tel­fran­ken Richt­fest – bis Ende 2025/Anfang 2026 ist der Bau fer­tig­ge­stellt. Die Bau­kos­ten betra­gen rund 80 Mil­lio­nen Euro. Gut die Hälf­te davon, über 40 Mil­lio­nen Euro, steu­ert der Frei­staat Bay­ern bei. Ins­ge­samt bie­tet die neue Kli­nik über 140 moder­ne, psy­cho­so­ma­ti­sche Behand­lungs­plät­ze.

Bild­un­ter­schrift: Dr. Dr. Kris­ti­na Becker, Ers­te Bür­ger­meis­te­rin von Treucht­lin­gen, Dr. Mat­thi­as Kei­len, Vor­stand der Bezirks­kli­ni­ken Mit­tel­fran­ken, und Max Fils­er, Vor­stand der Stadt­wer­ke Treucht­lin­gen, bei der Unter­zeich­nung  des Lie­fer­ver­trags. Foto: Bezirks­kli­ni­ken Mittelfranken/  Alex­an­der Seidl