Blaualgen verderben den Badespaß in Mittelfranken

von | 11. Juni 2025 | Altmühlfranken, Gunzenhausen, Pleinfeld, Treuchtlingen, Weißenburg

SPD setzt sich für schnel­le Ver­bes­se­run­gen ein

Land­tags­ab­ge­ord­ne­ter Har­ry Scheu­en­stuhl (SPD): „Regio­na­le Bade­stel­len müs­sen unbe­dingt erhal­ten blei­ben.“

(red). Der Land­tags­ab­ge­ord­ne­ter Har­ry Scheu­en­stuhl (SPD) äußert Sor­ge über die dro­hen­de Sper­rung der Badeu­fer auf­grund mas­si­ver Blau­al­gen-Vor­kom­men in Mit­tel­fran­kens belieb­ten Gewäs­sern. Bei den anste­hen­den som­mer­li­chen Tem­pe­ra­tu­ren könn­ten Cya­no­bak­te­ri­en (Blau­al­gen), die bei war­mem Wet­ter und Nähr­stoff­über­la­dung durch die Land­wirt­schaft wach­sen, das Was­ser ver­un­rei­ni­gen und ge- sund­heits­schäd­lich machen. Sei­ne jüngs­te Anfra­ge an das Baye­ri­sche Umwelt­mi­nis­te­ri­um zeigt, dass im letz­ten Jahr vier der zehn mit­tel­frän­ki­schen EU-Bade­ge­wäs­ser stark betrof­fen waren, vor allem der Alt­mühl­see im Land­kreis Wei­ßen­burg-Gun­zen­hau­sen.

Scheu­en­stuhl woll­te wis­sen, wie vie­le Bade­ver­bo­te (in Kalen­der­ta­gen) in den letz­ten Jah­ren durch die Land­rats­äm­ter aus­ge­spro­chen wur­den, wie sich die­se auf den Tou­ris­mus aus­wir­ken und wel­che Maß nah­men die Staats­re­gie­rung gegen Blau­al­gen­pla­gen ergreift. Sei­ne Ana­ly­se ergibt, dass bei anhal­ten dem Trend der Alt­mühl­see als Bade­ge­wäs­ser nicht mehr lan­ge bestehen könn­te. Im Jahr 2024 waren
die drei See­zen­tren Muhr, Wald und Schlun­gen­hof an ins­ge­samt 50 von 139 Bade­ta­gen (vom 15.05.2024 bis 30.09.2024) auf­grund Blau­al­gen kom­plett geschlos­sen, wobei Muhr und Schlun­gen­hof mit jeweils 64 Sperr­ta­gen deut­lich stär­ker betrof­fen waren als die See­stel­le in Wald mit 20 Sperr­ta­gen.

Wäh­rend der rest­li­chen Zeit wur­de von den Gesund­heits­äm­tern meist vom Baden abge­ra­ten. Falls gefähr­li­che Blau­al­gen­kon­zen­tra­tio­nen kon­ti­nu­ier­lich fest­ge­stellt wer­den, kön­nen War­nun­gen oder Bade­ver­bo­te behörd­lich aus­ge­spro­chen wer­den. „Eine Abmel­dung des Gewäs­sers als EU-Bade­stel­len droht dann nach vier Betrach­tungs­jah­ren, was wei­te­re nega­ti­ve Fol­gen für den See haben könn­te“, er
klärt Scheu­en­stuhl.

Auch wei­te­re Gewäs­ser wie der Krumm­wei­her im Land­kreis Ans­bach (20 Sperr­ta­ge), der Klei­ne Brom­b­ach­see (mit rund acht Sperr­ta­gen an ver­schie­de­nen Stel­len) sowie der Dechs­endor­fer Wei­her (drei Sperr­ta­ge) waren betrof­fen. Die­se Ver­bo­te scha­den nicht nur dem Tou­ris­mus, son­dern auch der loka­len Fische­rei, wie Scheu­en­stuhl betont. Das Staats­mi­nis­te­ri­um für Ernäh­rung, Land­wirt­schaft und Fors­ten bestä­tigt eine Sta­gna­ti­on bei Über­nach­tun­gen im Frän­ki­schen Seen­land, die im Som­mer 2024 sogar um etwa 1 Pro­zent im Ver­gleich zum Vor­jahr zurück­gin­gen. Auch Tages­rei­sen und Umsät­ze in Gas­tro­no­mie, Ein­zel­han­del und Frei­zeit­an­bie­tern gin­gen zurück. Der Fische­rei­ver­band berich­tet, dass auch die Zahl der ver­kauf­ten Angel­kar­ten hier­durch abnimmt.

In die­sem Zusam­men­hang frag­te Scheu­en­stuhl beim Umwelt­mi­nis­te­ri­um nach Lösungs­mög­lich­kei­ten gegen die Abwärts­spi­ra­le. Die Ant­wor­ten sei­en jedoch all­ge­mein gehal­ten, wür­den auf ande­re Minis­te­ri­en abge­wälzt. Der Umwelt­mi­nis­ter erscheint ihm dabei „blass“, das Land wirt­schafts­mi­nis­te­ri­um weist die Ver­ant­wor­tung zurück. Für Scheu­en­stuhl ist klar: „Die Baden­den, der Tou­ris­mus und die Umwelt lei­den. Sau­be­res Was­ser und kei­ne wei­te­ren Bade­ver­bo­te muss das Ziel sein.“ Er for­dert daher, gemein­sam an lang­fris­ti­gen, wirk­sa­men Lösun­gen gemein­sam mit der Land wirt­schaft zu arbei­ten, damit die belieb­ten Seen wie­der unbe­schwert genutzt wer­den kön­nen.

Foto: MdL Har­ry Scheu­en­stuhl