Blaualgen wirksam bekämpfen

von | 17. Februar 2026 | Allgemein, Altmühlfranken, Gunzenhausen

SPD im Land­tag for­dert deut­li­che Auf­sto­ckung der Mit­tel für Alt­mühl­see und Brom­b­ach­see

Mittelfranken/München — Nach der Ableh­nung des SPD-Dring­lich­keits­an­trags zur Bekämp­fung der Blau­al­gen­pro­ble­ma­tik in der letz­ten Ple­nar­sit­zung des Baye­ri­schen Land­tags, legt die SPD-Frak­ti­on nun mit einem kon­kre­ten Haus­halts­an­trag nach. Der mit­tel­frän­ki­sche SPD-Land­tags­ab­ge­ord­ne­te Har­ry Scheu­en­stuhl for­dert für den Nach­trags­haus­halt 2026/2027 eine deut­li­che Auf­sto­ckung der Mit­tel für Maß­nah­men am Alt­mühl­see und am Gro­ßer Brom­b­ach­see.

„Wenn CSU und FREIE WÄHLER schon kei­ne zusätz­li­chen poli­ti­schen Initia­ti­ven ergrei­fen wol­len, dann müs­sen sie wenigs­tens die finan­zi­el­len Vor­aus­set­zun­gen schaf­fen, damit die Fach­be­hör­den wirk­sam han­deln kön­nen“, so Scheu­en­stuhl. Die SPD-Frak­ti­on im Land­tag for­dert im Ein­zel­plan 08 (Geschäfts­be­reich des Staats­mi­nis­te­ri­ums für Ernäh­rung, Land­wirt­schaft, Fors­ten und Tou­ris­mus) fol­gen­de Mit­tel­auf­sto­ckun­gen:

Für den Alt­mühl­see (Kap. 08 77, Tit. 786 51):
2026: Erhö­hung von 997.000 Euro auf 1.994.000 Euro
2027: Erhö­hung von 1.927.000 Euro auf 3.854.000 Euro

Für den Gro­ßen Brom­b­ach­see ein­schließ­lich Vor­sper­ren (Kap. 08 77, Tit. 786 52):
2026: Erhö­hung von 100.000 Euro auf 200.000 Euro
2027: Erhö­hung von 30.000 Euro auf 60.000 Euro

„Wir reden hier nicht über Luxus­maß­nah­men, son­dern über drin­gend not­wen­di­ge Inves­ti­tio­nen in den Gewäs­ser­schutz und in die Zukunft unse­rer Regi­on“, betont Scheu­en­stuhl, der als Betreu­ungs­ab­ge­ord­ne­ter für den Bereich fun­giert. Nach Ein­schät­zung des Was­ser­wirt­schafts­amts Ans­bach han­delt es sich bei den Blau­al­gen­blü­ten nicht um ein kurz­fris­ti­ges, wit­te­rungs­be­ding­tes Phä­no­men, son­dern um die Fol­ge lang­fris­ti­ger Nähr­stoff­ein­trä­ge sowie erheb­li­cher Sedi­ment­ab­la­ge­run­gen in den Seen. „Die Fach­leu­te sagen klar: Wir brau­chen ein Bün­del kurz‑, mit­tel- und lang­fris­ti­ger Maß­nah­men. Dazu gehö­ren Sedi­men­t­ent­nah­men, der Schutz und die Wie­der­an­sied­lung von Unter­was­ser­pflan­zen, die Siche­rung von Bade­be­rei­chen und vor allem eine kon­se­quen­te Redu­zie­rung der Nähr­stoff­ein­trä­ge im Ein­zugs­ge­biet“, so Scheu­en­stuhl. Vie­le die­ser Maß­nah­men sei­en fach­lich als kurz­fris­tig umsetz­bar ein­ge­stuft – schei­ter­ten jedoch an zu knap­pen Haus­halts­mit­teln. Der­zeit sei­en oft nur Pilot­pro­jek­te oder ein­zel­ne Teil­maß­nah­men finan­zier­bar. Eine sys­te­ma­ti­sche und nach­hal­ti­ge Sta­bi­li­sie­rung der Seen sei so nicht mög­lich.

Der Alt­mühl­see und der Gro­ße Brom­b­ach­see sind zen­tra­le Bestand­tei­le des Frän­ki­schen Seen­lands und bedeu­ten­de Erho­lungs- und Wirt­schafts­fak­to­ren für ganz Mit­tel­fran­ken. „Wie­der­keh­ren­de Bade­ver­bo­te scha­den dem Tou­ris­mus, ver­un­si­chern Gäs­te und belas­ten die Regi­on wirt­schaft­lich. Gleich­zei­tig geht es um Umwelt- und Gesund­heits­schutz. Wer hier spart, spart am fal­schen Ende“, warnt Scheu­en­stuhl,

Die SPD-Frak­ti­on wer­de in den Haus­halts­be­ra­tun­gen mit Nach­druck für die gefor­der­te Mit­tel­auf­sto­ckung wer­ben. „Wir brau­chen jetzt Tem­po und Ent­schlos­sen­heit – nicht Beschwich­ti­gun­gen. Die Seen dür­fen nicht wei­ter zum Dau­er­pro­blem für die Men­schen vor Ort wer­den“, so Scheu­en­stuhl, der die Bera­tun­gen zum Antrag im Haus­halts­aus­schuss des Baye­ri­schen Land­ta­ges für die SPD-Frak­ti­on füh­ren wird.

Foto: MdL Har­ry Scheu­en­stuhl