Weißenburg — Die aktuelle Sonderausstellung des RömerMuseums Weißenburg „Freund oder Feind? Das römische Massengrab von Scupi“ ist mehr als eine archäologische Ausstellung. Dies merkten bereits die Besucher der Eröffnungsveranstaltung Ende April, als sich hochrangige Politiker der Republik Nordmazedonien und Vertreter des Auswärtigen Amtes den diplomatischen Staffelstab auf der Bühne überreichten. So kurzweilig und abwechslungsreich diese Reden waren, ein Thema wiederholte sich immer wieder: Wie wichtig die bilaterale Kooperation zwischen Deutschland und der Balkanrepublik ist und wie sehr die Unterstützung der Wissenschaftler des Deutschen Archäologischen Instituts zur Entwicklung der Denkmalpflege in Nordmazedonien ist.
Bekräftigt wurde diese Bedeutung nochmals durch den Besuch der höchsten Diplomatin der Bundesrepublik Deutschland in Nordmazedonien. Botschafterin Petra Drexler nutzte einen Deutschlandbesuch, um zwei Tage in Weißenburg zu verbringen und sich die Sonderausstellung zum Massengrab von Scupi – heute die Hauptstadt Nordmazedoniens Skopje – von Museumsleiter Simon Sulk zeigen zu lassen. Auch Oberbürgermeisterin Eva Reichstadt war zu diesem Termin anwesend und freute sich, dass sich Frau Botschafterin Drexler höchst angetan von Weißenburg zeigte. Die intakte Altstadt hatte es ihr sehr angetan, wie sie berichtete. Gerne komme sie bei Gelegenheit wieder, wie sie versicherte. Natürlich durfte ein Rundgang durch die Dauerausstellung des RömerMuseums nicht fehlen, bei dem Museumsleiter Sulk die vielen Highlights vom Limes in Bayern erläuterte.
Die Kooperation zwischen dem Deutschen Archäologischen Institut und der Republik Nordmazedonien läuft seit 2024. Deutsche Experten für Denkmalpflege versuchen gemeinsam mit mazedonischen Wissenschaftlern, das reiche kulturelle Erbe Nordmazedoniens und vor allen der römischen Stadt Colonia Flavia Scupinorum zu sichern und für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Der nächste Besuch einer deutschen Delegation steht im Oktober an, wo Konzepte zur Erforschung und Vermittlung Scupis erarbeitet werden sollen. Die Ausstellung Freund oder Feind trägt einen kleinen Teil dazu bei, die Kooperation beider Länder zu festigen.
Die Sonderausstellung im RömerMuseum Weißenburg läuft noch bis zum 23. August und ist Dienstag bis Sonntag von 10.00 bis 17.00 geöffnet. Der Eintritt ist im normalen Eintrittspreis für das RömerMuseum enthalten.
Foto: Museen Weißenburg


