Brasilienreise mit intensiven Eindrücken und Freundschaften fürs Leben

von | 7. Mai 2023 | Altmühlfranken, Gunzenhausen, Treuchtlingen, Weißenburg

(red). Drei inten­si­ve und erleb­nis­rei­che Wochen ver­brach­ten acht Teil­neh­mer des Jugend­aus­tauschs der Evan­ge­li­schen Land­ju­gend (ELJ) mit deren Part­ner­or­ga­ni­sa­tio­nen in Bra­si­li­en.

In den ers­ten bei­den Wochen lern­ten die Teil­neh­mer die Arbeit der Agrar-Bera­tungs­or­ga­ni­sa­ti­on Cen­tro de Apo­io e Pro­mo­ção da Agroe­co­lo­gia (CAPA) im Bun­des­staat Paraná ken­nen. Mit deren Hil­fe gelingt es Klein­bau­ern, sich mit weni­gen Hekt­ar Land eine Lebens­grund­la­ge zu schaf­fen. CAPA ist seit über 20 Jah­ren mit der ELJ part­ner­schaft­lich ver­bun­den. Sie ist eine Orga­ni­sa­ti­on der Evan­ge­lisch-Luthe­ri­schen Kir­che von Bra­si­li­en.

Exo­ti­sche Früch­te direkt vom Erzeu­ger

Besu­che auf von der CAPA unter­stütz­ten Höfen begeis­ter­ten die Jugend­li­chen durch die Viel­falt der ange­bau­ten Früch­te: So frisch hat­ten die Jugend­li­chen Man­gos, Mara­cu­ja, Ana­nas, Bana­nen oder Avo­ca­dos noch nie pro­biert. Dra­chen­frucht, Frut­ta di Con­de, die Baum­stamm­kir­sche Jabu­ti­ca­ba und vie­le ande­re ver­län­ger­ten die Lis­te der exo­ti­schen Geschmacks­er­leb­nis­se.

Lebens­grund­la­gen schaf­fen durch Agrar­be­ra­tung

In zwei Indi­ge­nen-Reser­va­ten und einer Land­lo­sen-Sied­lung wur­den die Teil­neh­mer mit den ärm­li­chen Lebens­ver­hält­nis­sen und der bedrü­cken­den Situa­ti­on der Bewoh­ner kon­fron­tiert. Auch hier hilft CAPA und befä­higt die Men­schen, sich durch den Anbau von Obst und Gemü­se selbst zu ver­sor­gen. Mit dem Ver­kauf der Erzeug­nis­se kann ein Ein­kom­men erzielt wer­den. Das Enga­ge­ment und die Über­zeu­gung, mit der die Akteu­re sich den Her­aus­for­de­run­gen stel­len, beein­druck­te die Land­ju­gend­li­chen tief.

Kin­der­ta­ges­stät­ten in Belo Hori­zon­te besucht

Nach einem zwei­tä­ti­gen Zwi­schen-Stopp zur Erho­lung am Meer bil­de­te ein Auf­ent­halt in der Mil­lio­nen­stadt Belo Hori­zon­te die letz­te Etap­pe. Hier betreibt das Insti­tui­ção Bene­fi­cen­te Mar­tim Lute­ro als dia­ko­ni­scher Ver­ein der Evan­ge­li­schen Kir­chen­ge­mein­de in zwei Armen­vier­teln eine Kin­der­ta­ges­stät­te und einen Schü­ler­hort. Bei zwei Rund­gän­gen wur­de den Teil­neh­mern das gan­ze Aus­maß der äußerst pre­kä­ren Wohn­ver­hält­nis­se sicht­bar. Zwei klei­ne Zim­mer für acht Per­so­nen sind hier der nor­ma­le Durch­schnitt. Eine kaput­te Kana­li­sa­ti­on über­schwemmt regel­mä­ßig die Häu­ser.

Umso wert­vol­ler lern­ten die Teil­neh­mer die Arbeit der bei­den Ein­rich­tun­gen ken­nen und schät­zen. Hier bekom­men die Kin­der einen geschütz­ten Platz zum Spie­len und einen gere­gel­ten Tages­ab­lauf. Die Ein­rich­tun­gen legen Wert auf gute Bil­dung und gesun­de Ernäh­rung. Der Bolz­platz des Schü­ler­horts ist der ein­zi­ge für die ca. zwan­zig­tau­send Kin­der der Fave­la.

Aus­tausch mit Bra­si­li­en hat Tra­di­ti­on im Ent­wick­lungs­po­li­ti­schen Arbeits­kreis der ELJ (AME)

Im Sep­tem­ber ver­gan­ge­nen Jah­res waren acht jun­ge Bra­si­lia­ner zu Gast bei der Evan­ge­li­schen Land­ju­gend. Sie hat­ten gemein­sam mit den deut­schen Teil­neh­mern eben­falls vie­le land­wirt­schaft­li­che Betrie­be und Ein­rich­tun­gen besucht. Im Gegen­zug beglei­te­ten die bra­si­lia­ni­schen Jugend­li­chen die Dele­ga­ti­on der ELJ wäh­rend ihres gesam­ten Auf­ent­hal­tes als Gast­ge­ber. Das för­der­te nicht nur das Ver­ständ­nis für die bra­si­lia­ni­sche Lebens­wirk­lich­keit, son­dern ließ auch ech­te Freund­schaf­ten wach­sen.

„Egal ob auf dem Land oder in der Stadt: die Men­schen dort sind unglaub­lich herz­lich und gast­freund­lich!“ schwär­men Lena Knoll, Teil­neh­me­rin aus Oet­tin­gen, und Chris­toph Bichelmeir, Teil­neh­mer aus Wem­ding.

Der Jugend­aus­tausch wird von Enga­ge­ment Glo­bal mit Mit­teln des Bun­des­mi­nis­te­ri­ums für wirt­schaft­li­che Ent­wick­lung und Zusam­men­ar­beit geför­dert.

Bild­un­ter­schrift: Teil­neh­mer bei­der Part­ner­grup­pen und Gast­ge­ber der Land­lo­sen-Sied­lung in Paraná. Foto: Rött­ger